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Privatsphäre-Ranking: Snapchat und Skype schneiden schlecht ab, WhatsApp siegt

Tobias Gillen

Wir nutzen sie täglich und beschäftigen uns doch meist zu wenig mit der Verschlüsselung unserer Nachrichten: Messenger. Facebook, WhatsApp, Skype und Snapchat – wer schneidet im Ranking von Amnesty International beim Thema Verschlüsselung am besten ab?

Was ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?
Was ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung? (Klick zum Vergrößern)

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist ein maßgeblicher Punkt bei der Bewertung von Datensicherheit bei einem Messenger. Sie bedeutet: Die Nachricht wird auf dem Gerät des Senders verschlüsselt und erst wieder auf dem Gerät des Empfängers entschlüsselt. Damit wird der Inhalt nicht an Knotenpunkten entschlüsselt und wieder verschlüsselt und liegt somit auch niemals unverschlüsselt rum. Das hat zur Folge, dass selbst wenn etwa die Polizei von einem Messenger die Nachrichten haben will, dieser Messenger die Daten aber gar nicht hat – sie sind ja niemals unverschlüsselt auf seinem Server gewesen.

Entsprechend ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kein ganz unwichtiger Standard, um zu gewährleisten, dass sensible Nachrichten auch wirklich geschützt übermittelt werden. Amnesty International hat 16 der wichtigsten Messenger weltweit von 11 Herstellern auf ihre Verschlüsselung untersucht – zwei hierzulande ziemlich bekannte Apps schneiden dabei eher mau ab: Snapchat und Skype.

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Snapchat vermittelt falsches Gefühl von Sicherheit

Snapchat (26 von 100 Punkten) liegt auf dem drittletzten Platz, weil es keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einsetze und im Gegenzug aber mit den sich selbst zerstörenden Nachrichten natürlich ein Gefühl des Datenschutzes bei den meist sehr jungen Nutzern hervorruft. Schlechter als Snapchat schneiden nur Tencent (0/100) und Blackberry (20/100) ab.

Tencent, der chinesische Anbieter von WeChat und QQ, bietet in seinen Apps keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an und habe sich zudem nicht öffentlich gegen Hintertüren für Behörden geäußert, rechtfertigt Amnesty die Einordnung. Bei Blackberry monieren die Menschenrechtler, dass Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nur für zahlende Nutzer freigeschaltet werde und Blackberry keine Transparenz-Berichte veröffentliche.

Amnesty Messenger
Übersicht über die Verschlüsselungen bei beliebten Chat-Apps (Bild: Amnesty International)

Facebook, Apple und Telegram siegen

Bei Microsofts Skype (40/100) gebe es hingegen nur eine schwache Verschlüsselung und das, obwohl Skype ein beliebtes Ziel bei staatlicher Überwachung sei. Auf den ersten drei Plätzen liegen Facebook (73/100), Apple und Telegram (beide 67/100). Bei Telegram kritisiert Amnesty, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht standardmäßig aktiv sei. Bei Apple sind sowohl Facetime als auch iMessage komplett Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.


Das Ranking in der Übersicht

  1. Facebook (WhatsApp, Messenger) – 73/100
  2. Apple (Facetime, iMessage) – 67/100
  3. Telegram – 67/100
  4. Google (Allo, Duo, Hangouts) – 53/100
  5. Line – 47/100
  6. Viber – 47/100
  7. KakaoTalk – 40/100
  8. Microsoft (Skype) – 40/100
  9. Snapchat – 26/100
  10. Blackberry – 20/100
  11. Tencent (WeChat, QQ) – 0/100

Facebook siegt mit WhatsApp und dem Messenger. Beim Messenger allerdings sei die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht standardmäßig aktiviert. WhatsApp hingegen lobt Amnesty für seine Verschlüsselung und explizit auch für die Mitteilung, wann eine Nachricht nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt sei. Nicht berücksichtigt, das schreiben die Macher auch gleich vorweg, sind allerdings alle anderen Punkte, die zum Datenschutz gehören. Die Wertung bezieht sich rein auf die Verschlüsselung (Stichwort: WhatsApp gibt Daten an Facebook weiter).

Amnesty Ranking: Aussagekraft zweifelhaft

Wie aussagekräftig ist das Ranking von Amnesty nun? Naja. Dadurch, dass es sich hier rein auf die Verschlüsselung bezieht, entsteht auch hier schnell ein falscher Eindruck von Datenschutz und -sicherheit. Gerade bei z.B. Facebook oder Google ist auch mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung noch genug im Dunkeln – wenn auch nicht was die Inhalte von Nachrichten angeht, sehr wohl aber was Metadaten und Nutzungsdaten betrifft. Dennoch ist positiv hervorzuheben, dass Snapchat, Skype und Blackberry mal ordentlich was hinter die Löffel bekommen. Ein Messenger im Jahr 2016 ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hat nichts mehr mit der Machbarkeit zu tun. Hier wohnt „Kann nicht“ ganz klar in der „Will nicht“-Straße.

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Auch interessant: So deaktivierst du die Datenweitergabe von WhatsApp an Facebook – zumindest teilweise und Unglaublich und von Facebook gewollt: Deine privat im Messenger geteilten Links kann jeder abrufen

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.