Testbericht

Im Test: Mit dem Little Sun Charge seine Geräte mit Solarenergie laden

Little Sun
Bild: Inka Recke / Little Sun
geschrieben von Tobias Gillen

Wir muten unserer Natur schon einiges zu mit unserer Lebensweise. Da sind kleine Lichtblicke wie der Little Sun Charge von Olafur Eliasson und Frederik Ottesen sehr erfrischend. Wir haben ihn getestet – und unsere Geräte mit Solarenergie geladen.

Little Sun ist ein in Berlin angesiedeltes Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst vielen Menschen weltweit den Zugang zu einer Energiequelle zu ermöglichen: Der Sonne. Das Geschäftsmodell sieht vor, mit dem Profit aus Ländern, in denen es flächendeckenden Zugang zu Energie gibt, die Geräte in Länder, in denen es nicht so ist, erschwinglich zu machen.

So kostet eine Little Sun, das Basis-Produkt bestehend aus einem Solarpanel und einer Lampe, in Deutschland rund 25 Euro, in den USA knapp 30 US-Dollar und in Afrika wesentlich weniger, um die 10 US-Dollar. Damit wolle man der Erdöl-Industrie Konkurrenz machen, die nach wie vor an Petroleumlampen verdiene, die weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll für die Menschen seien.

Mit dem Little Sun Charge Geräte mit Solarenergie laden

Der Little Sun Charge, den wir getestet haben, kostet hierzulande 99 Euro, ein passender Ständer weitere 9 Euro. Neben dem Solarpanel und der Lampe ist hier noch ein USB-Anschluss integriert, mit dem man seine Geräte laden könne. Laut Little Sun soll das Gerät mit seinen 4400 mAh, einmal voll aufgeladen (ca. 10 Stunden in der Sonne), mindestens eine volle Ladung (abhängig vom Gerät) oder 155 Stunden Licht liefern können.

In unserem Test mussten wir uns erst einmal an das Gerät gewöhnen. Wohin stellt man es, dass es bei der Erdbewegung um die Sonne auch tatsächlich mehrere Stunden am Stück im Licht steht? Wie positioniert man es so, dass es auch wirklich die volle Sonnenstrahlung abbekommt? Und was bei Bewölkung? Nach kurzer Eingewöhnungsphase ist das kein Problem mehr: Den Little Sun Charge auf die Fensterbank, die tagsüber in der Sonne liegt, mit einem Buch leicht anwinkeln und bei Bewölkung keine Sorgen machen (dauer nur länger, funktioniert aber trotzdem).

99 Euro sind happig, lohnen sie sich auch?

Grundsätzlich funktioniert der Little Sun Charge bei uns im Kurzzeittest einwandfrei. Bei Amazon* aber zeigt sich – zumindest bei den zwei (Stand: Dezember 2016) bisher abgegebenen Bewertungen – ein anderes Bild. Hier ist die Rede davon, dass der Little Sun Charge mit der Zeit an Leistung verliere. Beim Basisprodukt, der Little Sun* für 25 Euro, sieht es anders aus, das Gerät überzeugt bei den Kunden.

Die veranschlagten 99 Euro sind natürlich happig und für sich betrachtet wahrscheinlich zu viel. Für Menschen, die gerne soziale Projekte für Mensch und Natur unterstützen, ist der Ansatz von Little Sun aber sicher einen Blick wert. Dieses Video von ARTE bringt euch die Idee der beiden noch ein bisschen näher.

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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

2 Kommentare

  • Eine sehr schöne Idee mit der Sonne, aber die Charge Variante hat m.E. ein viel zu kleines Solarpanel um den Akku vernünftig zu laden.
    Die Größe sollte schon mindestens A4 betragen und dadurch auch möglichst faltbar sein.

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