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Keine Zeit für eigene Ideen? Mehr Erfolg und Freiheit durch besseres Selbstmanagement

Ideen Inspiration Glühbirne
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Wer hat nicht schon mal davon geträumt, konsequent seinen eigenen Weg zu gehen. Sein „eigenes Ding“ machen, irgendwann sogar den Angestelltenjob kündigen und mit dem eigenen Business durchstarten. 

Warum gibt es dennoch so wenige, die es wirklich versuchen? Und ich spreche von wirklich versuchen. Damit meine ich nicht nur beim Bier abends begeistert von einer Idee zu erzählen.

Das sind zum einen soziale Gründe und damit einhergehend fehlende Akzeptanz in einem engstirnigen Kollegen- und Bekanntenkreis (Tipp: Wählerisch sein, wem man was erzählt und mit welchen Personen man viel Kontakt hat).

Der wohl wichtigste Grund ist jedoch das Gefühl, keine Zeit zu haben. Wie soll man neben einem Vollzeitjob den Arsch hochbekommen, um am eigenen Projekt zu arbeiten?

Ich bin aktuell selbst ein Sidepreneur und verfolge neben meinem Job eigene Projekte. Deshalb muss ich mich zwangsläufig damit beschäftigen, wie ich mein Zeitmanagement in den Griff bekomme und motiviert bleibe. Zum Glück gibt es genug Literatur und andere Quellen für Selbstmanagement und man stößt immer wieder auf ähnliche Tipps, die zum Erfolg führen.

Das sind meine 5 Top-Empfehlungen, mit denen ich es schaffe ca. 10 Stunden pro Woche nebenbei an eigenen Projekten zu arbeiten:

#1 Visualisiere deine Vision und deine Ziele

Bevor es ans Eingemachte geht, ist es wichtig, das „big picture“ zu kennen. Du solltest Dir darüber klar werden, was Du willst – Deine Vision für Dein (Berufs-)Leben. Das hört sich hochtrabend an und das soll es auch sein.

Eine Vision ist nicht statisch, sondern kann sich im Laufe der Zeit ändern. Also keine Sorge, Du musst nicht immer beim Gleichen bleiben. Aber sie muss langfristig sein.

Ich bin aktuell erfolgreicher Angestellter und habe so einiges in meinem Job gelernt. Trotzdem ist meine langfristige berufliche Vision etwas anderes: Ein digitales Business aufbauen, das einen Mehrwert für mich und andere bringt sowie unabhängig von Zeit, Ort und in finanzieller Hinsicht werden.

Ich will zwar kein Digitaler Nomade sein, aber Unabhängigkeit ist ein sehr hoher Wert für mich und dafür bin ich bereit einiges zu leisten und hart zu arbeiten.

Mittelfristige Ziele ableiten

Wenn Du mehr Klarheit über das „big picture“ bekommen hast, kannst Du Deine mittelfristigen Ziele daraus ableiten.

Ein Ziel ist weniger abstrakt und umfasst einen klaren Zeitraum. Du betreibst nebenbei einen Blog? Dann kann ein Ziel sein: 30 Artikel mit je mindestens 800 Wörtern in den nächsten 3 Monaten schreiben und veröffentlichen.

Schreibe Dir Vision und Ziele auf. Ob digital, in einem Notizheft oder an einem White Board ist egal (ich benutze ein White Board dafür). Meine persönliche Erfahrung ist – und die werden viele bestätigen können: Wenn etwas geschrieben steht, mache ich es mit viel höherer Wahrscheinlichkeit, als wenn es nur heiße Luft ist.

Oft läuft man Gefahr, sich zu viele Ziele zu setzen. Am Ende macht man dann gar nichts und ist frustriert. Deshalb besser weniger und realistischere Ziele setzen, die dann aber auch wirklich erreicht werden.

#2 Durchleuchte Deinen Alltag: Wie viel Zeit geht für Netflix & Co drauf?

Es gibt Beispiele von extrem zielstrebigen Unternehmern und Sidepreneuren, die ihren kompletten Alltag durchtackten. Je nach persönlicher Situation (Familie) kann das für eine bestimmte Zeit durchaus nötig sein.

Ich mache es nicht so streng und habe trotz Vollzeitjob mit Überstunden, Nebenprojekt und mehrmals die Woche Sport noch spontan Zeit für Freunde, ein Feierabendbier mit Kollegen oder einen Netflix-Abend.

Dennoch ist mehr Struktur und Disziplin im Alltag nötig, wenn man etwas erreichen will. Von nichts kommt nichts. Das erwähnte Netflix ist übrigens genau das richtige Stichwort.

Der durchschnittliche Europäer verbringt täglich 187 Minuten vor dem Fernseher oder einem Streaming-Dienst.

Es gibt daher Möglichkeiten, Zeit locker zu machen, ohne auf den ganzen Spaß zu verzichten. Werde dir im Klaren, was du so alles am Tag treibst und wo du die ein und die andere Stunde für Dein Projekt blocken kannst.

#3 Plane und zerlege Deine Aufgaben

Ich habe die mittelfristigen Ziele schon erwähnt. Diese gilt es nun in kleine Aufgaben zu zerlegen.

Es ist einfacher, wenn Du Deine Aufgaben als sehr kleine Häppchen aufbereitest. Durch das Abhaken erledigter Aufgaben gibt es einen regelmäßigen Motivationsschub und man kann auch etwas erledigen, wenn man gerade nur eine halbe Stunde Zeit hat.

Nehmen wir wieder das Beispiel des eigenen Blogs. Wenn heute genug Zeit da ist und ich motiviert bin, kann ich mir vornehmen, einen Artikel zu schreiben.

Was aber, wenn der Arbeitstag doch länger als gedacht ging und ich höchstens noch eine halbe Stunde etwas machen will? Dann zerlege ich die Aufgabe „Artikel schreiben“ weiter und nehme mir für heute nur die Aufgabe „Kurze Recherche und Gliederung anlegen“ vor.

Wenig Zeit ist kein Grund, nichts zu tun! Selbst innerhalb von 15 Minuten kann jeder einen kleinen Schritt weiterkommen.

#4 Das Pareto-Prinzip ist Dein Freund und Helfer

Das Pareto-Prinzip ist „Entrepreneurs best friend“. Das auch als 80-20 Regel bezeichnete Prinzip besagt, dass mit 20 Prozent des Aufwands 80 Prozenz des anvisierten Outputs erreicht werden. Umgekehrt benötigt man 80 Prozent des Aufwands, um die letzten 20 Prozent zu erreichen.

Diese Regel ist ein Klassiker im Zeitmanagement und ist in vielen Lebenslagen nützlich. Einfacher ausgedrückt bedeutet es, dass Perfektionismus der Feind des Unternehmers ist.

Angenommen, du entwickelst einen Chatbot für den Facebook Messenger. Dann kannst du das Grundgerüst implementieren, das einige Nutzeranfragen beantworten kann. Jetzt veröffentlichst du dein Tool als Beta-Version und kannst erste Nutzerfeedbacks einholen, die du in die Weiterentwicklung einfließen lässt.

Außerdem kannst du passende Online-Shops als potentielle Kooperationspartner kontaktieren und ihnen maßgeschneiderte Lösungen eines Personal Shopping Assistenten über den FB Messenger anbieten. Mit deinem Programm hast du bereits die perfekte Demo.

Andererseits könntest du jeden „Edge Case“ im Vorfeld betrachten, jeden noch so kleinen Bug suchen und beheben. Du könntest versuchen, den Bot so zu entwickeln, dass er direkt zum Launch das perfekte Tool ist und jedes Anwenderszenario abdeckt.

Was glaubst du, für welche Variante, du nur 20 Prozent Deiner Zeit brauchst? Richtig, die zweite Vorgehensweise ist zum Scheitern verdammt und dein Produkt würde nie online gehen.

#5 Accountability als Motivationsschub

Warum schaffen es Angestellte, ihre Aufgaben auf der Arbeit umzusetzen – selbst wenn sie gerade keine Lust haben? Warum bekommen auf der anderen Seite so viele Leute im Privaten den Arsch nicht hoch?

Im Job herrscht ein gewisser Druck, Aufgaben zu erledigen und Deadlines einzuhalten. Durch die Einbindung in eine Hierarchie und dadurch, dass jeder Angestellte einen Boss hat (egal wie hoch man aufsteigt), wird Motivation von außen herangetragen, indem etwas gemacht werden „muss“. Das nennt sich extrinsische Motivation.

Jeder, der etwas Eigenes aufbaut, will unter anderem diese extrinsischen Faktoren weitestgehend eliminieren. Man muss sich aber eingestehen, dass man nicht immer von selbst motiviert ist und auch bei einem eigenen Projekt nerven manche Aufgaben.

Deshalb braucht man jemanden, der einen hin und wieder in den Arsch treten kann: Einen Accountability Partner. Dein Accountability Partner und du übernehmen als Sparringspartner die Verantwortung, sich gegenseitig zu motivieren, sich upzudaten und nachzubohren, wenn etwas schief läuft.

Mein Co-Blogger Julian und ich haben deshalb ein wöchentliches Jour Fixe als Skype-Call. Dort sprechen wir aktuelle Aufgaben durch und halten uns auch über andere Themen auf dem Laufenden.

Du verfolgst neben Deinem Projekt ein sportliches Ziel oder willst irgendwas anderes erreichen? Auch hier wirkt ein Accountability Partner wahre Wunder. Mit einem Accountability Partner wird es viel leichter, auch bei einer Durststrecke die nötige Hartnäckigkeit an den Tag zu legen.

Es gibt noch weitere hilfreiche Dinge, die ich ausprobiert habe. Die genannten 5 Punkte sind jedoch meine Top 5 Selbstmanagement-Tipps, um weiterzumachen und die eigenen Wünsche und Ziele in die Tat umzusetzen.

Was hilft Dir dabei, die notwendige Hartnäckigkeit und Motivation aufzubauen, um bei Deinen Projekten am Ball zu bleiben? Vielleicht bist Du schon erfolgreich mit einem eigenen Business. Welche Erfahrungen hast Du auf dem Weg dahin gemacht?


Über den Autor: Eric Salbert war mehrere Jahre als Start-up-Unternehmer mit dem Sprachreiseportal Lingoschools selbstständig. Aktuell ist er Head of Product beim Kreditportal smava. Nebenbei betreibt er zusammen mit einem früheren Co-Founder den Blog Preneur.de rund um Unternehmertum und Mindset Development.


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Über den Autor

Gastautor

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2 Kommentare

  • Hallo,

    und erstmal vielen Dank für den tollen und hilfreichen Blogartikel zum Thema „Keine Zeit für eigene Ideen? Mehr Erfolg und Freiheit durch besseres Selbstmanagement“. Da sind viele gute Tipps dabei, die sofort in der Praxis anwendbar sind. Ich als Selbstständiger arbeite für mich mit sogenannten Wochen – , Monats – und Jahresplänen, auf denen alles zum Erledigen steht (mit Terminen, Tagesgeschäft, Prioritäten, etc.), die ich danach Schritt für Schritt abarbeite. Dadurch gewinne ich viel mehr Zeit und bekomme alles schneller erledigt.

  • Hallo,

    zunächst erstmal „Danke“ für den tollen Artikel. Das sind mal Tipps, die einen wirklich weiterbringen. Besonders Punkt 1 finde ich sehr wichtig. Dazu kann ich noch hinzufügen, dass man sich die Ziele nicht nur setzen sollte, sondern sich die Ziele vorstellen soll bzw. dass man sich vorstellen soll, als hätte man es schon erreicht. Das bringt immer neue Motivation. So aktiviert man quasi seinen „Success Mechanism“ also „Erfolgsmechanismus“. Man nimmt sich am Tag eine halbe Stunde und stellt sich vor als hätte man sein Ziel schon erreicht und nimmt alles so genau wahr wie möglich..

    Vielen Dank und LG

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