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Birsan: „Ob Snapchat oder Instagram: Schlechter Content ist fehl am Platz“

Ana-Maria Birsan, Snapchat, Lieblingswort
Ana-Maria Birsan ist Geschäftsführerin der Kommunikationsagentur Lieblingswort und Head of Marketing & Communications bei A-Commerce.
geschrieben von Christian Erxleben

Wie kann sich Snapchat gegen die Übermacht von Facebook durchsetzen? Ana-Maria Birsan hat eine Antwort auf diese komplizierte Frage. Wir haben die Geschäftsführerin zum Interview getroffen. 

Ana-Maria Birsan ist Geschäftsführerin der Kommunikationsagentur Lieblingswort und Head of Marketing & Communications bei A-Commerce. Die Wienerin kennt sich mit sozialen Netzwerken aus und hat schon früh das Potenzial von Snapchat erkannt. Auch in der aktuell schwierigen Situation sieht sie den Dienst von Evan Spiegel gut gerüstet. Wir haben mit Ana in Hamburg gesprochen.

Warum verschlägt es dich aus Wien nach Hamburg?

Weil es die Rockstars sind (lacht) und weil das Line-Up einfach so großartig ist. Gary Vaynerchuk und Casey Neistat auf einer Bühne zu sehen plus ganz, ganz viele neue Unternehmen kennenzulernen. Das ist echt spannend.

Was hat dich am meisten überzeugt?

Eigentlich dachte ich, dass es Gary Vaynerchuk ist. Aber es war letztendlich der Vortrag von Tamara Lohan von Mr. & Ms. Smith mit ihrem Businessmodell und ihren verschiedenen Ansätzen. Aber natürlich auch Gary. Absolut.

Dieser komplett andere Ansatz. Ihr Ziel ist es, versteckte Paare noch besser zu verstecken. Aber sie sprechen trotzdem darüber. Das Unternehmen hat einen Charakter und eine Identität. Jeder weiß, wofür es steht. Das ist für mich eine Überzeugung, die sehr oft fehlt aber super, super viel ausmacht.

Gary Vee hat über Facebook und Snapchat gesprochen. Was ist dir im Gedächtnis geblieben?

Gar nichts über die Plattformen selbst. Also nichts, was an ein bestimmtes Netzwerk gebunden ist, sondern einfach die Botschaft, praktisch zu sein und das zu tun, woran man glaubt und wovon man überzeugt ist. Nicht nur zu reden, zu schauen und in Analytics Daten abzugleichen, sondern Mut beweisen und einfach mal etwas ausprobieren. Ich glaube auch wirklich, dass das auf lange Sicht den Unterschied machen wird.

Eben jenen Mut hat Snapchat in den letzten Jahren bewiesen. Das Unternehmen war agil und flexibel. Kann Evan Spiegel diesen Trend fortsetzen?

Ich glaube, dass dieser Konkurrenzkampf zwischen dem Zuckerberg-Imperium und Snapchat weitergehen wird. Snapchat wird in die Knie gezwungen werden, innovativ sein. Was noch den großen Unterschied machen kann und wahrscheinlich auch wird, ist die Herangehensweise von Snapchat über Hardware. Sie bezeichnen sich selbst ja nicht als Social-Media-Plattform. Sie sind ein Kreativunternehmen.

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Und wie geht es weiter?

Ich glaube, dass sich Snapchat kreativ weiterentwickeln wird. Es bleibt ihnen seit dem IPO gar nichts anderes mehr übrig. Es wird spannend bleiben. Zuckerberg wird sicher weiterhin kopieren, weil er das mittlerweile schon sehr gut kann. Er hat sich ja auch nur dafür ein wahnsinniges Entwicklerteam hingesetzt. Aber ja, ich glaube, dass Snapchat mit anderen Qualitäten punkten wird, sodass es nicht mehr auf die Social-Media-Plattform ankommt.

Ein Kernelement von Snapchat sind die Stories. Das größte Opfer des Copy-Wahns von Facebook.

Es wird nicht mehr auf die Plattform ankommen. Natürlich ist es für Unternehmen viel einfacher auf Instagram und Facebook Stories zu posten. Die Funktionen sind die gleichen. Das Ding ist nur, dass Instagram eine andere Reichweite hat als Snapchat. Man kann es wahrscheinlich über Ads besser targeten. Die Unternehmen sind noch ziemlich in der Plattformdenke gefangen.

Ob auf Snapchat oder Instagram: Es steht immer der Content im Vordergrund. Dass die etwas ältere Zielgruppe auch auf Instagram unterwegs ist, ist schön und gut. Aber wenn man die junge Zielgruppe auf Snapchat nicht abholen kann, kann man es umso weniger auf Instagram.

Du hast gesagt, dass die Hardware die Zukunft von Snapchat prägen wird. Du hast eine Spectacles. Was steckt dahinter?

Es ist eine wirklich sehr schöne Sonnenbrille. Ich mag auch die Form sehr gerne. Ich muss zugeben, dass sie nur für eine bestimmte Kopfgröße gemacht sind. Ein Bekannter von mir mit einem größeren Kopf hat sie probiert und dem passen sie einfach nicht.

Im Prinzip sind Spectacles Brillen mit einer Kamera. Ein kleiner Knopfdruck auf den Aufnahmeknopf genügt und die Aufnahme startet. Die Spectacles sind mit meinem Handy und meinem Snapchat-Account über Bluetooth verbunden. Wenn ich mein Handy nehme und meine Snaps ansehe, präsentieren mir die Spectacles die Aufnahmen in einer Art Rundum-Sicht.

Und was gefällt dir daran?

Ich finde es cool, weil es Hardware ist, die mit Social verbunden ist. Man kann die Snaps dann natürlich bearbeiten. Es ist ein Gadget, das sicher sehr gehyped wurde. Vielleicht auch manchmal zu Unrecht. Aber es ist auf jeden Fall sehr lustig, mit der Brille herumzulaufen. Es gibt Menschen, die haben sich die Gläser durch optische Sonnenbrillengläser ersetzen lassen.

Bisher wurde noch nie ein Konzept auf diesem Weg umgesetzt. Die nächste Version wird noch cooler sein. Momentan ist es eine Spielerei und für Unternehmen kein unbedingtes Must-Have.

Danke für das Gespräch, Ana.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit 2017 Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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