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Pinterest schmeißt den Like-Button raus: Das steckt dahinter

Christian Erxleben
Pinterest hat den Like-Button aus seinem Netzwerk verbannt.

Was bei Facebook undenkbar wäre, hat Pinterest jetzt getan. Die Plattform hat den Like-Button abgeschafft und komplett aus der App verbannt. Wir erklären die Hintergründe zu diesem Schritt.

Ob nun Pinterest ein soziales Netzwerk oder doch eine Plattform zum Sammeln und Bündeln von (Fremd-)Inhalten ist, war lange Zeit nicht eindeutig.

Dass Pinterest ein Content-Kurator sein möchte, machte das Unternehmen jetzt sehr deutlich. In einem Blog-Beitrag erklärte Britta Morley, dass der Like-Button vollkommen aus dem App-Universum verschwinden wird. Alle bisher vergebenen Likes werden automatisch in ein nur vom Nutzer sichtbares Board verschoben.

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Damit bleibt den Nutzern des Dienstes nur noch die Möglichkeit, sich Inhalte, die ihnen gefallen, zu „merken“. Das heißt konkret, dass beispielsweise das Foto eines hübschen Kleids nur noch auf einer Pinnwand im eigenen Profil gespeichert werden kann. Der Like als abgeschwächte Form passte offenbar nicht zum Plattform-Konzept.

Dieses Ziel verfolgt Pinterest

Als Grund für diesen doch großen und gewagten Schritt nennt Pinterest selbst eine interne Recherche. Diese hätte zu Tage gefördert, dass die Nutzer des Dienstes nicht eindeutig verstehen, wie sich der jetzt abgeschaffte Like-Button und der Merken-Button unterscheiden.

Wenn nun die User in Zukunft Inhalte nur noch auf den eigenen Pinnwänden speichern können, anstelle mit ihnen zu interagieren, schärft Pinterest sein eigenes Profil. Und auch die User sollen profitieren: „Jedes Mal wenn du dir etwas merkst, werden uns deine Interessen klarer, sodass wir dir noch bessere Ideen zeigen können“, schreibt Britta Morley.

Weniger Signale = bessere Analyse?

Mit anderen Worten bedeutet das: Der Algorithmus hat weniger Signale, die er analysieren muss, und die vorhandenen Signale in Form von gespeicherten Inhalten sind stärker. Dadurch lassen sich leichter andere Inhalte für den User zusammenstellen.

Facebook geht hier übrigens einen etwas anderen Ansatz und hat dem Like-Button mit den Emotions vergangenes Jahr noch mehr Möglichkeiten zugeordnet, um Signale besser deuten zu können.

Hemmschwelle steigt

Sowohl für Unternehmen als auch für die Anwender schränkt Pinterest mit der Änderung die Interaktionsmöglichkeiten enorm ein. Wer mit anderen interagieren möchte, muss dies entweder durch ein Account-Abonnement oder durch Sharing machen.

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Beide Schritte haben eine deutlich höhere Hemmschwelle als das Vergeben eines Likes. Es könnte also durchaus sein, dass sich die Plattform mit dieser Strategie selbst schadet und seine Nutzer in die Inaktivität oder passivere Nutzung treibt.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.