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PIVII: Erfolgreicheres Instagram-Marketing durch künstliche Intelligenz

Instagram
geschrieben von Marinela Potor

Optimierter visueller Content, mehr User-Engagement und bessere Markenpositionierung auf Instagram – mithilfe von künstlicher Intelligenz. All das verspricht das Berliner Start-up PIVII seinen Kunden. Mit der Software-as-a-Service Webapplikation sollen Unternehmen visuelle Social-Media-Plattformen effizienter für ihr Online-Marketing nutzen können.

Bevor Felix Hildebrand gemeinsam mit Sebastian Mühr und Vladislav Supalov 2016 PIVII gegründet hat, hat er viele Start-up-Ideen ausprobiert. Auch wenn er lange nach der richtigen Idee gesucht hat, war ihm von Anfang an klar, dass er sich selbstständig machen wollte, erzählt er gegenüber BASIC thinking:

„Vor allem nach meinem Bundeswehrdienst war mir klar, dass ich in Zukunft, anstatt Anweisungen zu folgen, lieber mein eigener Chef sein wollte.“

So fand Hildebrand schließlich während seines BWL-Masterstudiums an der RWTH Aachen seine beiden Mitstreiter, mit denen er PIVII ins Leben gerufen hat.

Mit AI die erfolgreichsten Instagram-Bilder ermitteln

PIVII, ein Name der beim Aussprechen ein Lächeln ins Gesicht zaubert, ist dabei nicht nur eine Web-Applikation, sondern nutzt künstliche Intelligenz. So können Informationen nicht nur gesammelt und verarbeitet werden. PIVII nutzt diese Daten auch, um davon zu lernen und Nutzern Prognosen geben zu können.

Aktuell befindet sich die Plattform noch in der Open-Beta-Phase. Unternehmen können die Funktionen also derzeit noch gratis ausprobieren. Dazu gehört zunächst die Analyse der eigenen Content-Performance auf Instagram. PIVII kann etwa herausfinden, welche Fotos innerhalb eines Profils am besten abschneiden. Dazu werden anhand eines Algorithmus unter anderem Größe, Form, Inhalte und Farben aller Bilder untersucht.

PIVII

Bild: PIVII

PIVII konnte so beispielsweise zeigen, dass Lippenstift-Fotos von Beauty-Marken auf Instagram am besten ankommen, wenn sie in Nahaufnahme und mit offenen Lippen gezeigt werden.

PIVII

Bild: PIVII

Eine weitere interessante Erkenntnis: Bei einer so globalen Plattform wie Instagram ist der Zeitpunkt des Postens gar nicht so wichtig wie viele glauben. „Weder Zeit noch Text zu einem Instagram-Post sagen viel über den Erfolg aus. Es läuft tatsächlich fast alles über das Bild selbst“, sagt Hildebrand.

Ist künstliche Intelligenz besser als Trial und Error?

Für Marken, die ihre Produkte im besten Licht präsentieren wollen, sind diese Informationen natürlich viel Wert. Bisher wird in vielen Arbeitsstunden und per Trial und Error ausprobiert, welche visuellen Inhalte am besten ankommen. Sind es die Selfies oder die Nahaufnahmen? Finden Nutzer es besser, ein Produkt von vorne oder von oben zu sehen? Ist weißer Hintergrund besser oder bunter? Das alles herauszufinden kostet derzeit Zeit und Mühe.

Viel wird hierbei auch noch nach Bauchgefühl entschieden. Das Wissen um das besten Instagram-Marketing sei derzeit auch noch sehr stark von Experten abhängig, kritisiert Felix Hildebrand. Es kann also nicht einfach jeder Mitarbeiter eines Unternehmens Content auf Instagram posten, das übernehmen derzeit Marketingexperten oder Agenturen.

Eine Arbeit, die mit der AI von PIVII nun leichter und damit auch allgemein zugänglich werden kann, sagt Hildebrand. „Über unsere Plattform können pro Tag eine Millionen Fotos pro Grafikkarte analyisert werden. Wir schätzen daher, dass PIVII aktuell Unternehmen 10 Arbeitsstunden pro Monat und etwa 200 Euro sparen kann.“

Instagram beeinflusst Kaufentscheidungen

Darüber hinaus bringen Bilder, die begeistern, auch mehr User-Engagement. Gerade im Hinblick auf Instagrams Pläne eine direkte Kauf-Funktion einzuführen, ist dies für Unternehmen umso spannender. Wer den interessantesten Content bietet, zieht mehr Nutzer an, verkauft seine Marke besser – und letztendlich auch seine Produkte.

Wenn man bedenkt, dass 30 Prozent der Internetnutzer auf Instagram unterwegs sind und ein Drittel der Instagram-User weltweit die Social Medial Plattform nutzen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen, ist dies für Unternehmen ein riesiger Markt.

Objektive, datengestützte Analysen für das Instagram-Marketing sind daher für viele Unternehmen sehr wichtig. Über ein Tool wie PIVII lassen sich damit auch allgemeine Aussagen zum Erfolg oder Misserfolg von Instagram-Bildern machen, erklärt Felix Hildebrand. „Fotos von Automarken kommen zum Beispiel besser an, wenn die Autos in Bewegung oder Details gezeigt werden. Wenn also ein Gefühl verkauft wird.“

Dabei besteht natürlich auch die Gefahr, dass mit einem Analysetool wie PIVII irgendwann alle Automarken identische Fotos auf Instagram hochladen. „Das passiert auch jetzt schon“, sagt Hildebrand, „wenn eine Marke mit bestimmten Inhalten erfolgreich ist, wird das von Konkurrenten schnell kopiert.“

Daher ist die aktuelle Content-Analyse von PIVII auch erst der Anfang. „Bisher geht es noch um Konsistenz. Wir analysieren Daten aus der Vergangenheit und zeigen anhand dieser Information, was erfolgreich war. Ziel ist es natürlich, PIVII so intelligent zu machen, dass wir auch Trends vorhersagen können.“

Partnerbörse für Unternehmen und Influencer

Doch auch jetzt schon bietet PIVII Unternehmen neben der Content-Analyse weitere Funktionen. So kann PIVII am Ende jeder Analyse Vorschläge für weitere potentiell erfolgreiche Bilder machen. Nutzer wissen so, welche Art von Fotos sie zukünftig mit mehr Erfolg posten können.

Darüber hinaus zeigt PIVII Nutzern auch frei verfügbare Bilder an, die zum Gesamtprofil passen. Diese können User dann herunterladen und zu ihrem Profil hinzufügen.

PIVII weiß ebenfalls welche Art von Bildern mit welchen Hashtags am erfolgreichsten kombiniert werden können. Dabei gilt: Viele Hashtags sind nicht immer besser. Es kommt vielmehr darauf an, welche Tags mit welchen Inhalten verbunden werden. Genau das kann PIVII Nutzern individuell anzeigen.

Eine der interessantesten Funktionen ist aber das Erstellen von visuellen Profilen von Instagram-Nutzern. So können Marken mit den für sie besten Influencern gepaart werden. Derzeit gehen Unternehmen auf der Suche nach geeigneten Influencern für ihre Marken nämlich hauptsächlich nach Vanity-Metrics: Wer hat die meisten Follower, wer bekommt die meisten „Likes“.

Doch das führt nicht immer zum besten Ergebnis, sagt Felix Hildebrand. „Viel wichtiger als die Anzahl der Follower ist auch, ob ein Influencer visuell wirklich zur Marke passt, und das konstant. PIVII kann hier individuelle Influencer analysieren und so feststellen, welches optische Erscheinungsbild auch langfristig am besten zur Marke passt.“

Neben einer Finanzierung über ein Abo-Modell ihrer SaaS-Plattform, sehen die Gründer von PIVII auch in dieser Vermittlung zwischen Marken und Influencern eine Einkommensquelle. Dabei möchte sich das Start-up aber künftig nicht nur auf Instagram beschränken. PIVII soll auch für andere visuelle soziale Netzwerke genutzt werden, wie etwa Pinterest.

Doch all das ist noch Zukunftsmusik. Für dieses Jahr haben sich  Felix Hildebrand und sein Team erstmal vorgenommen, eine mobile Version für Smartphones zu entwickeln – und natürlich noch mehr Unternehmen für PIVII zu begeistern.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor hat als klassische Radiojournalistin angefangen, und ist dann unklassisch (und nicht ganz freiwillig) zur digitalen Nomadin geworden. Seit 3 Jahren reist sie um die Welt und schreibt zu politischen, sozialen und digitalen Themen.

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