Marketing

Wie das Pokemon Go Fest zum Marketing-Desaster wurde

Pokemon Go, Pokemon Go Fest
Das Pokemon Go Fest in Chicago entwickelte sich am Wochenende zur Marketing-Katastrophe für Niantic. (Foto: Pixabay.com / FantaMagier)
geschrieben von Christian Erxleben

Zum einjährigen Geburtstag von Pokemon Go hat sich Entwickler Niantic einige Besonderheiten für die Pokemon-Trainer rund um den Globus einfallen lassen. Der Startschuss sollte am Wochenende beim Pokemon Go Fest in Chicago fallen. Die Feier entwickelte sich jedoch schnell zum Marketing-Desaster.

Immer wenn Team Rocket wieder einmal daran gescheitert ist, das Pikachu von Ash Ketchum zu stehlen, und nach dem Debakel durch die Luft fliegt, rufen Mauzi, Jessie und James im Chor: „Das war dann mal wieder ein Schuss in den Ofen.“

Etwas ähnliches dürfte sich auch Niantic-CEO John Hanke gedacht haben, als er am Samstag die Bühne beim Pokemon Go Fest in Chicago betrat und mit lauten Buh-Rufen und Beleidigungen der anwesenden Fans begrüßt wurde.

Serverprobleme beim Pokemon Go Fest in Chicago

Was war passiert? Zum einjährigen Jubiläum der AR-App Pokemon Go hatte Entwickler Niantic für Trainer rund um die Welt ein großes Event in Chicago geplant. Am vergangenen Samstag, den 22. Juli, fand im Grant Park die erste und größte Veranstaltung statt: das Pokemon Go Fest.

Für die Dauer des Festivals hatten die anwesenden Trainer die Möglichkeit, bestimmte In-Game-Boni (mehr Erfahrungspunkte, mehr Bonbons etc.) und die ersten legendären Pokemon freizuschalten. Die Voraussetzung war, dass die Trainer in Chicago möglichst viele Pokemon zu fangen.

Das Problem war: Weder die Server von Niantic noch die Telefongesellschaften – am schlimmsten traf es die Kunden von AT&T – waren offenbar auf einen solchen Andrang vorbereitet gewesen. Die Folge: Tausende Spieler konnten über Stunden nicht einmal die App öffnen.

Rückerstattung und Image-Schaden für Niantic

Entsprechend erbost und enttäuscht waren die Fans in Chicago. Manche von ihnen waren mehr als 20 Stunden mit dem Auto angereist oder sogar aus anderen Ländern für das Pokemon Go Fest eingeflogen.

Niantic-Chef Hanke teilte bereits auf dem Fest mit, dass alle Teilnehmer den Ticketpreis von 20 Euro zurückerstattet und zusätzlich Poke-Münzen (die In-Game-Währung) im Wert von 100 US-Dollar gutgeschrieben bekommen. Ob die Fans auch ihre Reisekosten zurückerstattet bekommen, ist momentan noch offen. Eine Äußerung seitens Niantic gab es dazu noch nicht.

Es geht um die Zukunft von Pokemon Go

Schon jetzt steht fest, dass sich das Pokemon Go Fest von einem Freudenfest zu einem Marketing-Desaster für Niantic entwickelt hat. Die angereisten Fans sind wütend, Einnahmen wurden keine generiert, durch Kostenrückerstattungen könnten sogar noch zusätzliche Kosten entstehen.

Die In-Game-Boni wurden anschließend zur Wiedergutmachung für alle Spieler freigeschaltet, sodass selbst der Anreiz innerhalb der App genommen wurde. Es bleibt für John Hanke und sein Team zu hoffen, dass die nächsten Events in Europa besser verlaufen.

Um ein weiteres Debakel zu vermeiden, sollte das Management vorher die eigenen Server-Kapazitäten aufstocken und mit dem lokalen Mobilfunkanbietern und Veranstaltern Vereinbarungen treffen. Eine Möglichkeit wären beispielsweise lokale, mobile Netzwerkverstärker.

Sollten auch die Pokemon Go Events in Europa scheitern, dürfte Niantic seine treusten Anhänger verlieren. Das dürfte Konsequenzen nach sich ziehen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit 2017 Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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