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Höhere Einnahmen? Twitter bringt 99-Dollar-Werbeabo

Twitter, Werbeabo
Twitter startet ein Beta-Programm für ein Werbeabo, das deine Tweets automatisch in Anzeigen umwandelt. (Foto: Pixabay.com / Mizter_x94)
geschrieben von Christian Erxleben

Für 99 US-Dollar im Monat verwandelt Twitter deine Tweets automatisch in Werbung. Das ist für Unternehmen interessant, die bei der Erstellung von Anzeigen und der Kampagnen-Planung Zeit sparen wollen. Ob die Advertiser das Werbeabo annehmen, hängt stark vom Erfolg ab.

In den letzten Monaten ist es ruhig um den Kurznachrichtendienst Twitter geworden. Es wurden weder neue Funktionen für Nutzer noch neue Features für Werbungtreibende präsentiert.

Bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen musste Jack Dorsey den anwesenden Analysten gestehen, dass sein Netzwerk von April bis Juni 2017 keine neuen Nutzer hinzugewinnen konnte.

Werbeabo für einfaches Werben

Momentan schlägt das Management im Headquarter in San Francisco eher ruhige Töne an. Aufmerksamkeit ist anscheinend nicht erwünscht.

So verwundert es auch nicht, dass Twitter sein neues Werbe-Feature nicht groß ankündigt, sondern lediglich im Business-Bereich erklärt. Dort schreibt der Kurznachrichtendienst, dass es nun ein Werbeabo gibt.

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Für den Betrag von 99 US-Dollar im Monat verwandelt Twitter deine organischen Posts (keine Zitate, Antworten oder Retweets) automatisch in Promoted Tweets. Allerdings gilt das nur für die ersten zehn Posts eines jeden Tages. Alle weiteren Tweets werden organisch verbreitet.

Aktuell befindet sich das Programm im Beta-Stadium. Eine Teilnahme ist nur durch Anmeldung möglich. Im ersten Monat sind die angebotenen Features kostenlos. Anschließend werden für jeden weiteren Monat 99 US-Dollar fällig. Ein Ausstieg aus dem Programm ist laut Twitter jederzeit möglich.

Was sich Twitter vom Werbeabo erhofft

Durch ein derartiges Werbeabo kann Twitter ohne großen Aufwand seine fixen monatlichen Einnahmen steigern. Außerdem sinken die Kosten im Kundenservice und Ad-Management, da der Algorithmus die Ausspielung der Kampagnen selbstständig übernimmt. Damit wird ein Kontakt zwischen Advertiser und Twitter überflüssig.

Der Werbekunde selbst gibt bei der Registrierung seinen Account an und entscheidet sich für eine von zwei Targeting-Optionen:

  • Targeting nach Interesse: Die beworbenen Tweets werden anhand von übereinstimmenden Interessensmustern an Nutzer ausgespielt. Der Werbungtreibende kann hier eine von insgesamt 25 Kategorien auswählen.
  • Targeting nach Ort: Der Twitter-Algorithmus spielt die Promoted Tweets nur an User in einer bestimmten Region oder mit einer bestimmten Herkunft aus.

Um das Werbeabo zu testen, muss sich das Unternehmen für eine der beiden Optionen entscheiden. Eine Kombination aus Geo- und Interessens-Targeting ist also nicht möglich, was die Anzeigen bereits deutlich einschränkt.

Mit der Teilnahme am Programm wird zudem der bereits existierende Twitter-Werbe-Account eingestampft. Wer auch weiterhin Kampagnen fahren möchte, muss sich ein neues Konto anlegen. Alte Informationen stellt Twitter auf Nachfrage zur Verfügung.

Schon auf den ersten Blick erscheint das Werbeabo für Unternehmen nicht sonderlich attraktiv. Die Kampagnengestaltung ist stark eingeschränkt, die bisherigen Erkenntnisse gehen eventuell verloren und sogar die Anzahl der beworbenen Tweets ist limitiert.

Ob so ein Erfolgsmodell aussieht, darf bezweifelt werden.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit 2017 Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

3 Kommentare

  • Eine interessante Herangehensweise, die sich nur schwierig durchsetzen wird. Letztlich ist es das Bewerben eines toten Pferdes, was jetzt noch ein Stückchen weiter sterben kann.

    Das Geo-Targeting könnte für Restaurants in Ballungsgebieten interessant sein. Da stimmt dann vielleicht auch der Preis und ein Pizzabäcker z.B. muss sich um nichts kümmern. Twitter scheint hier zwar Potential zu haben, aber irgendwie die Kommunikation verkannt zu haben.

    • Hallo Kai,

      Deine Anmerkung zu „Geo-Targeting könnte für Restaurants in Ballungsgebieten interessant sein“ finde ich sehr gut. In der Tat wäre jene Möglichkeit für diese Zielgruppe sehr interessant. Wie Du selbst anmerkst, verpasste Twitter die genaue Ansprache dieser Zielgruppe und somit verpufft das Potenzial zum Start. Genau hier benötigt Twitter einen schnellen Erfolg. Irgendwie scheint dies typisch für Twitter zu sein, mögliches Potenzial schlecht zu kommunizieren und zu verschenken.

      Beste Grüße. Ralph

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