Snapchat ist die neue Heimat für ESPN SportsCenter

Snapchat ist die neue Heimat für ESPN SportsCenter

Philipp Ostsieker

Sei 1979 ist ESPN SportsCenter DAS TV-Format, mit dem US-Fans ihre täglichen Sport-News verfolgen. Fast 40 Jahre später platziert ESPN seine preisgekrönte Show auf Snapchat. Dies ist das erste Mal, das ESPN SportsCenter auf einer separaten Plattform läuft.

Auf Snapchat besitzt ESPN bereits eine Präsenz, auf der Nutzer kurze Highlights sehen bzw. die spannendsten Sport-News des Tages lesen können. Laut SportTechie ist ESPN seit Monaten in Gesprächen mit Snap. Das Ziel: der Launch einer neuen Show, maßgeschneidert für Snapchat.

„Vor einem Jahr sind wir mit Shows auf Snapchat gestartet, mittlerweile sind es 30“, erklärt Sean Mills, Head of Original Content bei Snapchat. „Wir wollten ESPN SportsCenter für eine neue Generation neu erfinden, gleichzeitig die für die Show einzigartige DNA erhalten. Heutzutage gilt, speziell für jüngere Generationen, „Mobile Screen = First Screen“. Und wir tätigen signifikante Investments, um Inhalte für dieses Medium zu produzieren.“

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Am 13. November debütierte ESPN SportsCenter auf Snapchat. Die neue Show ist die erste tägliche Sportsendung auf Snapchat. Dauer: nur drei bis fünf Minuten. ESPN strahlt die Show zweimal täglich aus, am Wochenende einmal täglich. Die Show bleibt der Marke treu und beinhaltet die neuesten und spannendsten News und Geschichten aus der Sportwelt.

„Die Gespräche rund um Sport haben sich weiterentwickelt“, erklärt Mills gegenüber SportTechie. „Ich habe ESPN SportsCenter geschaut, um Spielergebnisse herauszufinden oder wer am Vorabend gut gespielt hat. Wir wollten eine Show entwickeln, welche die Gespräche rund um reine News erweitert, um Diskussionen und Dialoge über Kultur und das Geschehen abseits des Spielfelds führen.“

ESPN SportsCenter: Was ist neu?

Die neue Show beinhaltet einer Reihe aufstrebender Talente sowie etablierter Mediengrößen. Die Verantwortlichen vor der Kamera sind auch hinter den Kulissen in die Episodenentwicklung involviert. Damit soll die Show authentisch bleiben. Die Zuschauer sollen sich mit den Moderatoren identifizieren und deren Persönlichkeit und ehrliche Meinung kennenlernen.

„Diese Show ist sehr Moderatoren-getrieben“, ergänzt Glenn Jacobs. Der Senior Coordinating Producer weiter: „Die Fans werden eine Menge Zeit mit ihnen verbringen. Wir möchten, dass es sich so anfühlt, als ob sie einfach mit einem anderen Sportfan diskutieren und News teilen. Die Moderatoren sollten Menschen sein, mit denen man etwas trinken gehen oder einen Road Trip machen möchte.“

To meet sports fans wherever they are (ESPN Mission Statement)

Nur zwei Beispiele: Katie Nolan ist das neueste ESPN-Gesicht. Elle Duncan ist die aktuelle Sprecherin von ESPN SportsCenter. Zwischen beiden liegen einige Jahre Erfahrung. Beide freuen sich gleichermaßen auf die neue Herausforderung. „Dies ist für ESPN sehr speziell und entspannt“, sagt Katie Nolan, die ihren ungefilterten, humorvollen Stil auf mobile Screens bringen wird.

Elle Duncan ergänzt: „Ich genieße es wirklich, die Grenzen zu überschreiten bzw. zu sehen, wo die Grenzen liegen. Dies unterscheidet sich sehr vom SportsCenter aus dem TV.“

Das letzte Wort hat Glenn Jacobs: „Es klingt nach Klischee, aber das Mission Statement von ESPN ist „to meet sports fans wherever they are“.“ Jetzt können die Fans das ESPN Sports Center sogar in der Hand halten.

Gelangt ESPN zurück auf Gewinnerstraße?

Wie relevant die Aktivitäten auf Snapchat sein werden, wird sich zeigen. Fest steht: ESPN ist zum Erfolg verdammt. Der Sender kämpft mit explodierenden Kosten für Sportrechte sowie mit sinkenden Abonnement- und Zuschauerzahlen. Im April reagierte ESPN mit der Entlassung von 100 Mitarbeitern.

ESPN hat immerhin einen großen Medienkonzern hinter sich. Disney hat 2016 eine Milliarde Dollar für ESPN gezahlt. Der Sender testet fleißig an verschiedenen Stellen. Im Fokus aber steht der Launch vom Streaming-Service ESPN+. Dieser ist Disneys erstes Direct-to-Consumer-Angebot dieser Art. Das Modell klingt in Kombination mit dem Disney-Investment in BAMTech vielversprechend.

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Was für den Erfolg notwendig ist, glaubt Disney-CEO Robert A. Iger zu wissen: „Wir müssen nicht nur die Disruption unseres Geschäftsmodells begreifen, sondern müssen selbst zum Disruptoren werden.“

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.