h-aero

Was ist süß, emissionsfrei und kann auch noch fliegen?

Marinela Potor
Screenshot: h-aero / Facebook

Es ist kein Hubschrauber, kein Flugzeug, kein Heißluftballon, kein niedlicher Außerirdischer und auch keine Drohne. Das Fluggerät H-Aero passt in keine Schublade. Und genau damit könnte es groß rauskommen.

Csaba Singer, Christian Schultze und Klaus Schultze sind die Gründer von H-Aero. Singer ist Luftfahrtingenieur, Christian Schultze Marketingfachmann und Klaus Schultze bringt aus seiner Zeit als Pilot bei der Deutschen Luftwaffe viel praktische Erfahrung mit. Gemeinsam haben die drei ein sehr ungewöhnliches Flugobjekt entwickelt.

Ein niedliches noch dazu, muss man gestehen. Dafür sorgt vor allem das kugelige, ellipsenförmige Design von H-Aero. Doch was ist H-Aero jetzt eigentlich? Einige nennen es Mini-Luftschiff, andere Universalflieger, andere wiederum fühlen sich durch die Form von H-Aero an ein fliegendes Frisbee erinnert.

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Dabei ist der Name gar nicht so wichtig. Viel interessanter ist, was H-Aero alles kann.

Events übertragen oder zum Mars fliegen – es gibt wenig, was H-Aero nicht kann

Das Fluggerät besteht aus einer robusten Außenhülle und einer Innenhülle, die mit wie bei einem Heißluftballon mit Helium gefüllt ist. Dieses sorgt für den Auftrieb. H-Aero ist ein Senkrechtstarter und -lander. Er wird über Funk (das können Funkmodems, Mobilfunk oder WLAN sein) gesteuert. In der Luft bleibt er mithilfe von zwei Elektromotoren. Der Akku wird dabei ausschließlich über Solarzellen geladen. So kann der damit emissionsfreie H-Aero nach Angaben der Gründer permanent in der Luft bleiben, mehrere Monate sogar.

Die Spannweite der Flügel beträgt beim Prototyp fünf Meter, die maximale Flughöhe 4.000 Meter und H-Aero kann auch große Lasten tragen. Damit sehen die Gründer ihr Fluggerät in der Nische zwischen Flugzeugen und Frachtschiffen. So sind Flugzeuge zwar schnell, können aber nur begrenzte Lasten transportieren. Cargoschiffe wiederum befördern große Lasten, kommen aber nur langsam voran. H-Aero ist dagegen schnell und kann großes Gewicht tragen, heißt es.

Doch der Gütertransport ist nur eins von sehr vielen möglichen Einsatzgebieten von H-Aero. Aufgrund der geringen Flügelspannweite kann er zum Beispiel über Metropolen fliegen und hier Emissionsdaten sammeln. Das Unternehmen verhandelt mit dem TÜV, damit H-Aero auch über deutsche Städte fliegen kann. Das fliegende Multitalent kann auch WLAN in entlegene Regionen bringen oder für Übertragungen von Sportevents aus der Luft sorgen. Denkbar wäre auch der Transport von Hilfsgütern in Notfallgebiete oder bei Naturkatastrophen. Sogar als fliegender Werbebanner könne H-Aero eingesetzt werden.

H-Aero könnte sogar zum Mars transportiert und dort für Forschungszwecke eingesetzt werden. Die Gründer kontaktierten tatsächlich die NASA und durften ihr Konzept bei dem Workshop „Concepts for Mars Explorations“ vorstellen. Nur zehn Bewerber von tausend durften hier ihre Entwicklungen vortragen. Kein Wunder, dass die Gründer dies als große Auszeichnung empfanden.

Jahresurlaub in der Luft gefällig?

Die Gründer haben sich viel Zeit für die Entwicklung von H-Aero genommen. Mit dem Prototyp wurden 2016 erste autonome Flüge getestet, 2017 wurde die Flugdauer auf 24 Stunden erhöht und Testflüge mit Gewichten bis zu 150 Kilogramm durchgeführt. In diesem Jahr soll es dann an die Entwicklung einzelner Versionen von H-Aero gehen, je nach Auftraggeber.

Ein erster Kunde scheint gefunden. Nach Informationen von Edison möchte ein bekannter Flugzeughersteller eine Kooperation mit dem Start-up beginnen. H-Aero könnte damit Teil der Flotte werden. Allerdings soll H-Aero nicht für den Passagierflug, sondern für „Luft-Kreuzfahrten“ genutzt werden, wie Csaba Singer dem Magazin verrät.

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Clevere Idee. Denn wenn das Luftwunder schon monatelang in der Luft schweben kann, warum soll man es dann nicht auch für ausgiebige Urlaubsreisen nutzen? Reisepakete wie „Zwei Wochen Machu Picchu – aus der Luft“ oder „In den Flitterwochen über die Sahara schweben“ würden sicherlich sofort ausgebucht sein.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.