Volocopter Infrastruktur Konzept

Wie Bahnhöfe, nur in der Luft: Volocopter stellt urbanes Lufttaxi-System vor

Marinela Potor
Foto: Volocopter

Das Bruchsaler Start-up Volocopter, das elektrische Hubschrauber mit autonomer Technologie entwickelt, macht ernst mit der Idee von fliegenden Lufttaxis in unseren Städten. Das Unternehmen hat erstmals sein Konzept für eine urbane Infrastruktur von Helikoptern vorgestellt.

Volocopter geht damit nach der Entwicklung seiner Maschinen konsequent den nächsten Schritt. Das Unternehmen zeigt mit seinem Konzept, wie man die fliegenden Lufttaxis in den ÖPNV integrieren kann.

Die Vision: on-demand und autonom

Dazu will das Start-up „Volo-Hubs“ und „Volo-Ports“ bauen. Die Hubs sind vergleichbar mit einem Hauptbahnhof, an dem alle Zugverbindungen in einer Stadt zusammenlaufen. Nur, dass sie sich eben auf dem Dach befinden. Hier sollen die Helikopter langfristig geparkt, gewartet und aufgeladen werden.

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Die Volo-Hubs sollen also so etwas wie die Zentralstation der Helikopter werden. Die Volo-Ports wiederum sind individuelle Landeplätze, oder Stops, die von den Lufttaxis angeflogen werden.

Volo-Port Volokopter Infrastruktur Konzept
Einzelne Landeplätze will Volocopter „Volo-Ports“ nennen (Foto: Volocopter)

„Wir gehen davon aus, dass jedes Lufttaxi-System mit einer einzelnen Punkt-zu-Punkt-Verbindung beginnt und Schritt für Schritt in ein System mit zig Volo-Hubs und Volo-Ports in der Stadt wächst”, sagt Mitgründer Alex Zosel. „Wenn das System voll in Betrieb ist, wird ein Flug zum Treffen nicht viel teurer sein als eine Taxifahrt – sehr wohl aber schneller.”

All dies passiert in der Vision von Volocopter on-demand und natürlich autonom.

Wenn also ein Hotel einen offiziellen Heli-Landeplatz für Volocopter auf seinem Dach baut, können Fahrgäste per App ihre Lufttaxis dorthin bestellen. Das Gleiche gilt natürlich für den Hub. Auch hier sind die Helikopter bei Bedarf buchbar.

Nach aktueller Bauweise könnten so zwei Passagiere in einer Maschine Platz finden, wenn sie ohne Pilot fliegt. Die Routen für die autonomen Hubschrauber würden entsprechend über ein Air-Traffic-Magnagement-System gesteuert werden. Diese will Volocopter aber nicht selbst entwickeln, sondern mit einem Partner zusammenarbeiten.

Hier sei man mit verschiedenen Unternehmen in Gesprächen, sagte Volocopter gegenüber Mobility Mag. Konkrete Namen wollte das Unternehmen aber noch nicht nennen.

Ideale Ergänzung zum ÖPNV?

Das Unternehmen glaubt, dass ihre Technologie eine ideale Ergänzung zum ÖPNV von Städten sein könnte und möchte die Helikopter daher in die bestehenden Systeme integrieren. Laut Volocopter könnten die Lufttaxis den Verkehr entlasten und weite Wege, wie etwa vom Flughafen in die Innenstadt, für Passagiere schnell und bequem machen.

Die Maschinen von Volocopter fliegen mit VTOL-Technologie und Elektroantrieb. Sie sind in der Luft also emissionsfrei und auch verhältnismäßig sehr leise.

Einige Mobilitätsexperten sehen das allerdings skeptisch. Verkehr in der Luft sei immer noch Verkehr. Wenn Städter vom Auto auf den Hubschrauber umsteigen hätten wir zwar weniger Staus auf der Straße, dafür aber Engpässe in der Luft, sagt zum Beispiel Oliver Lah vom Wuppertal Institut.

Mehrere Städte interessiert

Volocopter ist bereits mit mehreren Städten im Gespräch. Dubai, wo Volocopter bereits seine autonome Technologie erfolgreich demonstrieren konnte, sei definitiv ein künftiger Kooperationspartner für den Ausbau der urbanen Volocopter-Infrastruktur, bestätigte eine Unternehmenssprecherin.

Auch andere Städte hätten Interesse gezeigt. Welche Städte dies genau seien, werde bald verkündigt.

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Offenbar hat das Unternehmen keine Zeit zu verlieren. Die Vision der Volocopter-Infrastruktur soll nach Angaben des Unternehmens schon in zehn Jahren Wirklichkeit werden.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.