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So effizient nutzen Echte Mamas das Potenzial von Facebook-Gruppen

Foodboom, We Are Food Festival, Hamburg, Echte Mamas
Food trifft Tech auf dem We Are Food Festival von Foodboom.
geschrieben von Christian Erxleben

Sara Urbainczyk hat mit zwei Kolleginnen im September 2016 das Portal „Echte Mamas“ gegründet. Auf dem We Are Food Festival von Foodboom in Hamburg hat sie über die Bedeutung von Facebook-Gruppen für Marketing und Vertrieb gesprochen. Ein spannender Einblick.

Wer auf ein Food-Festival geht, erwartet nicht unbedingt spannende Einblicke oder Learnings für Social-Media- und Marketing-Experten. Genau das gab es jedoch auf dem We Are Food Festival von Foodboom, das vergangene Woche in Hamburg zum zweiten Mal stattfand.

Die Idee hinter Echte Mamas

Einer der interessantesten Vorträge kam dabei von Sara Urbainczyk. Sie ist eine von drei Gründerinnen der Plattform „Echte Mamas“. Neben ihr sind mit Marion Scheithauer, ehemalige Beauty-Chefin der Bauer-Zeitschrift „Maxi“, und Miriam Wiederer, ehemalige Ressortleiterin der „Brigitte“, zwei weitere Journalistinnen im Gründungsteam.

Die Idee zur Marke „Echte Mamas“ entstand während der gemeinsamen Elternzeit der drei Mütter. Dabei wurde klar: Es braucht im Internet einen geschützten Raum für (werdende) Mütter.

Um dieses Ziel zu erreichen, gegründeten Urbaincyzk, Scheithauer und Wiederer im September 2016 die Echte Mamas GmbH.

Die Facebook-Gruppen-Regeln von Echte Mamas

Sie starten eine Fanpage auf Facebook, die inzwischen knapp 500.000 Fans hat. Als die eingehenden Fragen der Mütter zu viel wurden, entschieden sich die drei Gründerinnen, eine geschlossene Facebook-Gruppe zu gründen.

Die Haupt-Gruppe hat inzwischen fast 63.000 Mitglieder. Hinzu kommen Dutzende regionale Gruppen, die von Müttern in Zusammenarbeit mit den Gründerinnen von Echte Mamas gegründet wurden. Aktuell gibt es rund 120 freiwillige Gruppen-Administratoren.

Die Power-User machen im Monat rund 1.000 Kommentare. Streit und Hass kommt trotzdem nicht auf, denn es gibt klare Regeln.

  1. Jede Gruppe ist eine geschlossene Gruppe, in der jedes Mitglied händisch überprüft wird. Männer haben keinen Zutritt. Sonst wäre der geschützte Bereich zerstört.
  2. Strittige Themen – zum Beispiel zu Impfungen – werden nicht freigegeben.
  3. Alle Beiträge werden überprüft und manuell freigegeben.
  4. Es ist nicht gestattet, Privatnachrichten an Freunde von Gruppenmitgliedern zu schicken.

„Je enger die Regeln, desto besser ist die Stimmung“, fasst Sara Urbainczyk auf dem We Are Food Festival zusammen. So können die drei Gründerinnen garantieren, dass trotz der Größe der Gruppen und den unterschiedlichen Meinungen kein Streit entflammt.

Facebook-Gruppen als Marketing-Instrument

Doch eine gut geführte Facebook-Gruppe eignet sich nicht nur zum Austausch. Auch aus wirtschaftlicher Sicht profitieren die Unternehmerinnen von der geschlossenen Gruppe.

  1. Artikel der Website, die monatlich zwei Millionen Aufrufe hat, treffen auf die perfekte Zielgruppe in der Facebook-Gruppe.
  2. Wenn Unternehmen für Native-Advertising- oder Content-Markting-Partnerschaften anfragen, wird die Facebook-Gruppe zum Marktforschungs-Tool. Über die Suchfunktion lässt sich leicht herausfinden, wie die Nutzerinnen über bestimmte Produkte denken.
  3. Über aktive Rückfragen an die Community können die Echten Mamas außerdem Produkte gezielt so entwickeln, dass sie die Wünsche der Zielgruppe erfüllen.

Hinzu kommt selbstverständlich, dass die Gründerinnen einen persönlichen und sehr nahen Draht zu den Müttern haben. Eine solche Beziehung sollte das Ziel eines jeden Facebook-Auftritts sein. Deshalb sind Echte Mamas ein Vorbild für viele Unternehmen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

4 Kommentare

    • Hi Florian,

      es geht darum, dass es ein geschlossener Raum ist, in dem sich die Mütter frei und offen austauschen können. Das geht nicht, wenn Männer dabei sind, wie die Erfahrung gezeigt hat.

      Liebe Grüße
      Christian

      • Sexismus erkenne ich nun auch keinen aber die Gründe weswegen „es klar wurde das es einen geschützten Bereich geben muss“ werden leider nicht beleuchtet.

        • Lieber Sven,

          in Facebook Gruppen findet ein sehr privater Austausch statt („man ist unter sich“). Dieser Austausch soll zum einen nicht von jedem mitgelesen werden und zum anderen sind klare Regeln notwendig, damit niemand Angst hat, Fragen zu stellen.

          Lieben Gruß
          Sara

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