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Wie Virtual Reality den Wohnungsmarkt revolutionieren könnte

Christian Erxleben
Der Wohnungsmarkt ist eine spannende Nische für Virtual Reality. (Foto: Pixabay.com / Life-Of-Pix)

Virtual Reality hat einen schweren Stand – nicht nur in Deutschland. Die Technologie hinkt den Erwartungen von Nutzern und Wirtschaft hinterher. Doch im Wohnungsmarkt könnte tatsächlich ein interessanter Markt für VR-Produkte entstehen.

„Was dem Thema Virtual Reality insgesamt noch fehlt, ist die eine Killer-App, die selbst in der Lage ist, die Hardware-Verkäufe anzukurbeln. Hier heißt es weiterhin: Abwarten. Wir werden sehen, ob es sie geben wird“, schrieb unser Kolumnist Ingo Kamps als Fazit seiner Analyse der neuen VR-Brille Oculus Go von Facebook.

Mit seiner Einordnung steht Ingo Kamps keineswegs alleine da. Obwohl Virtual Reality (VR) seit mehreren Jahren als heißester Trend der Tech-Branche diskutiert wird, bewegt sich auf diesem Feld relativ wenig.

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Dafür gibt es primär zwei Gründe:

  1. Die vorhandenen VR-Brillen sind in der Regel sehr teuer und benötigen viel Rechenleistung.
  2. Es gibt kaum sinnvolle Anwendungen, die über Spiele hinausgehen.

Der Wohnungsmarkt als Chance für Virtual Reality

Beide Punkte stimmen vollkommen. Eine Ausnahme entsteht derzeit im Wohnungsmarkt. Hier könnte sich Virtual Reality tatsächlich etablieren und sowohl potenziellen Käufern als auch den Verkäufern und Maklern einen großen Vorteil bringen.

Anstelle sich auf drei Bilder im Internet zu verlassen und nach einer längeren Anfahrt von der Wohnung oder dem Haus enttäuscht zu werden, können sich Interessenten bequem vom Sofa aus einen ersten Eindruck von der Immobilie verschaffen.

Wie sind die Räume geschnitten? Wie groß ist das Bad tatsächlich und gibt es Dachschrägen mit Holzverkleidung? All diese Fragen lassen sich mittels VR mühelos im Voraus klären. So sparen sich Mieter und Vermieter viel Zeit und Nerven.

Selbsttest: Wohnungsbesichtigung per VR-Brille

Ein Vorreiter in diesem Geschäftsfeld ist der Online-Marktplatz Immobilienscout24. Dieser treibt den virtuellen Wohnungsmarkt seit einigen Monaten gezielt voran. So können Vermieter und Makler mit einem Smartphone ein Video aufnehmen und dieses in kurzer Zeit in einen 360-Grad-Rundgang umwandeln.

Was auf den ersten Blick großartig klingt, muss natürlich den Praxis-Test bestehen. Um sich selbst einen Eindruck von der Technologie zu verschaffen, braucht es nicht viel:

  • Die App von Matterport (für iOS* und Android)
  • Ein Smartphone und eine simple VR-Brille wie das Google Cardboard, das weniger als 10 Euro kostet.
  • Ein Haus zur Besichtigung.

Wir haben der Technologie einem kleinen Selbsttest unterzogen – und sind begeistert. Die Einrichtung der App und der VR-Brille dauert nur wenige Minuten und schon kann es losgehen.

Die Besichtigung des Hauses ist denkbar einfach. Über zahlreiche markierte Punkte (kleine Kreise) navigierst du nur mittels Blick durch die Immobilie. Dabei gibt es so viele Punkte, dass wirklich jedes Zimmer und jeder Winkel betrachtet werden kann.

Wer den Blick nach unten richtet, bekommt außerdem einen Lageplan der Wohnung oder des Hauses angezeigt.

Unser Tipp: Um die Wohnungsbesichtigung perfekt zu erleben, solltest du dich im Idealfall auf einen Drehstuhl setzen. So kannst du das Objekt erkunden, ohne in dich Gefahren in deiner realen Wohnung auszusetzen.

Fazit

Die Wohnungsbesichtigung per Smartphone und Low-Budget-VR-Brille ist komfortabel und schnell. Die Kosten sind gering und der Nutzen ist groß. (Wie viele Wohnungen sahen im Internet so gut aus und waren dann eine Enttäuschung?)

Besonders schön: Der virtuelle Wohnungsrundgang ist sogar für Brillenträger geeignet. Auch ohne Brille sind alle Räume und Schriftzüge scharf und deutlich.

Selbstverständlich ist der Wohnungsmarkt eine kleine Nische. Zum großen Durchbruch wird er der Virtual Reality nicht verhelfen. Trotzdem entsteht hier ein spannendes Einsatzfeld mit viel Potenzial. Das macht das Angebot von Immobilienscout24 mehr als deutlich.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.