Indonesien: Tausche Plastikmüll gegen Busfahrkarte

Felix Baumann

Der Ausbau und das Wahren der Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs wird in der zunehmend durch Pendler gekennzeichneten Welt immer wichtiger. Während viele von uns sich über häufige Betriebsstörungen und die steigenden Ticketpreise beschweren, macht Indonesien einen großen Schritt in diesem Bereich.

Pendler in Surabaya können dort seit Mai die Kosten ihrer Busfahrkarte mit Plastikmüll begleichen. Bürgermeisterin Tri „Risma“ Rismaharini hat zusätzlich zur Vorstellung von komplett neuen, komfortableren Bussen im April diese Tarifänderung bekannt gegeben. Durch diese Aktion und durch die Anschaffung von für behinderte, ältere und schwangere Personen leichter zugänglichen Bussen, sollen mehr Menschen einen Umstieg auf die Sammelbeförderung in Erwägung ziehen.

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Das ganze ist dabei recht einfach gestaltet. Pendler nehmen ihre Plastikabfälle von Zuhause mit und bringen diesen zu ausgewählten Haltestellen oder Recyclinghöfen. Dort wird dann der Müll korrekt entsorgt und der Pendler erhält sein Busticket. Indonesien produziert jedes Jahr unglaubliche 187,2 Millionen Tonnen Plastikabfälle und liegt dabei auf Platz 2 hinter (nicht überraschend) China.

[mg_blockquote cite=“Bürgermeisterin Risma“]Passengers can travel around Surabaya for two hours for free. This is our commitment in handling plastic waste that cannot be destroyed for hundreds of years[/mg_blockquote]

Seitdem Risma in Surabaya den Bürgermeisterposten innehat, hat sich einiges im öffentlichen Bereich der Stadt verändert. Im letzten Jahr wurde der größte Rotlichtbezirk von Südost-Asien komplett dichtgemacht und abgerissen. Dort stehen heute Kindergärten und Spielplätze. Außerdem wurden öffentliche Parks auf bisher nicht genutzten Geländen errichtet und mit WLAN, Büchereien und Sporteinrichtungen ausgestattet.

Daher überrascht es nicht, dass Risma 2015 zu einer der weltbesten Bürgermeisterinnen beim Thema Förderung von sozialer, wirtschaftlicher und umweltfördernder Politik ernannt wurde. Heute werden 75 % der auf den Straßen verkehrenden Fahrzeuge privat genutzt. Die Regierung möchte die Verbreitung des öffentlichen Nahverkehrs von 25 % auf 50 % erhöhen.

Ich finde das Prinzip, Recycling mit der Nutzung von Bussen zu verbinden, durchaus vielversprechend. So kann man zwei Problemstellungen mit einer Aktion angehen und die Umwelt gleich doppelt entlasten. Eine Verwendung für den in Indonesien aufgelaufenen Plastikmüll wurde auch bereits gefunden. In Jakarta und Bekasi sollen demnächst Straßen aus recyceltem Plastik entstehen.

Via Asian Correspondent

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.