Facebook-Story, Anzeigen, Facebook Stories

Facebook Stories: Geheime Goldgrube oder überschätztes Format?

Philip Bolognesi
Mit dem neuen Anzeigeformat spielt Facebook einen großen Vorteil aus: Sie lassen sich auf WhatsApp, Instagram und Facebook teilen. (Foto: pixabay.com / Free-Photos)

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Snapchat bot sie als erstes an, Instagram und WhatsApp folgten. Und seit letztem Jahr gibt es auch bei Facebook Stories. Ab sofort können Werbungtreibende dieses Format auch für ihre Anzeigen nutzen. Die Zahlen zeigen: Vertikale Werbung gewinnt immer mehr Akzeptanz. Ob das künftig jedem gefallen wird?

In der letzten Woche verkündeten die beiden Instagram-Erfinder Kevin Systrom und Mike Krieger ihren Abschied von der Konzernmutter Facebook. Zeitgleich zog der viel kritisierte Facebook-CEO Mark Zuckerberg eine Erfolgsgeschichte hervor.

Und diese macht wirklich Eindruck. Denn nachdem die Facebook Stories 2017 eingeführt wurden und im Mai dieses Jahres knapp 150 Millionen Story-Nutzer verzeichneten, hat sich diese Zahl innerhalb von nur vier Monaten verdoppelt.

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In ihrer Facebook Story können Nutzer Fotos und Videos ähnlich einer Slide-Show für 24 Stunden hochladen und mit ausgewählten Freunden und Followern teilen.

Facebook Stories: Neue Option für Werbungtreibende und Unternehmen

Nach dem Verkünden des Meilensteins von 300 Millionen Nutzern macht Facebook nun gleich das, was es am besten kann: neue Optionen der Monetarisierung schaffen.

Fanpage-Betreiber und Unternehmen können nun neben der bekannten Werbung im Facebook-Newsfeed auch in den Facebook Stories Anzeigen schalten – zwischen 5 und 15 Sekunden. Vorteil für Unternehmen: Werbung kann so auf dem Smartphone in voller Display-Größe angezeigt werden.

Facebook unterstreicht, dass dabei die gleichen Optionen vorhanden sind, auf die Unternehmen auch schon bei den Instagram-Story-Anzeigen zugreifen können. Reichweite, Markenbewusstsein, Views, Traffic: All das können die Seitenbetreiber in den Facebook Stories abrufen und targeten.

Zahlen sprechen für sich – und für die Facebook Stories

Wohlgemerkt: Die Anzahl von 300 Millionen Menschen setzt sich zusammen aus Nutzern von Facebook Stories als auch des Messengers. Beide Nutzerzahlen summiert Facebook seit November 2017.

Nichtsdestotrotz verzeichnet Zuckerberg imponierende und vor allem steigende Zahlen. Für das stärkste Wachstum sorgten Nutzer aus dem Nahen Osten, Lateinamerika und Südostasien.

In einer Studie fand das beauftragte Marktforschungsunternehmen Ipsos heraus, dass sich 62 Prozent der Story-Nutzer für eine Marke interessieren. Und das direkt im Anschluss, nachdem sie eine entsprechende Anzeige in den Stories ausfindig gemacht haben.

Mehr als die Hälfte der Befragten fühlte sich durch Bilder und Videos zu Online-Käufen ermutigt. 38 Prozent sprechen laut eigener Angabe mit Freunden über das betreffende Produkt oder den gesehenen Service.

Die Kernzielgruppe bilden für Facebook jüngere Nutzer. Mit den Stories – bald auch mit der Option, Musik zu integrieren – wolle man so diese Gruppe intensiver ansprechen.

Laut eigener Prognose ist damit zu rechnen, dass Inhalte des vertikalen Story-Formats im kommenden Jahr häufiger geteilt werden als die des klassischen Newsfeed.

Führt noch mehr Werbung auch zu mehr Umsatz?

Neben den Stories wird auch der Facebook Messenger schrittweise für Unternehmen als Werbeplattform geöffnet. Die Frage ist also erlaubt, ob man mit dieser Menge an Werbeoptionen und -formaten Nutzer nicht langfristig vergrätzt. Denn schließlich ist Facebook im eigentlichen Sinn ein Freundesnetzwerk und keine reine Werbeplattform.

Gleichzeitig lässt sich diese Erfolgsmeldung von Facebook auch als Marketing-Coup interpretieren. Denn die reine Anzahl an Nutzern hat wenig bis gar nichts mit der Nutzungsintensität zu tun. Die ist bekanntlich bei der Tochter Instagram weitaus höher und auch nachhaltiger als bei Facebook.

Für viele Unternehmen kann sich das neue Format jedoch als Chance entpuppen – wenn sie denn schnell reagieren und eigene Inhalte an der vertikalen Ausrichtung anpassen. Der Vorteil: Eine Anzeige lässt sich auf allen verbundenen Kanälen des Mutterkonzerns ausspielen.

Ob dies gleichzeitig per se Erfolg verspricht, ist jedoch fraglich. Unternehmen und Agenturen müssen die Sprache sowie ihre Inhalte und Bilder an das immer mehr akzeptierte Hochkant-Format ausrichten – und mit Kommunikationsangeboten und nicht nur mit reiner Werbung begeistern.

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Philip Bolognesi war von 2018 bis 2020 in der Redaktion von BASIC thinking tätig. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover.