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Bücher für Gründer: „Unterwegs nach #Neuland“ von Thomas Oehring

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Welche Anforderungen stellt die Digitalisierung an den Menschen? (Foto: Screenshot / Twitter)
geschrieben von Carsten Lexa

Die Veränderungen der Digitalisierung sind unaufhaltsam. Aber welche Anforderungen stellt die Digitalisierung an die Menschen, damit diese in der digitalen Welt erfolgreich sein können? In seinem ersten Buch „Unterwegs nach #Neuland“ versucht der ehemalige Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Deutschland, Thomas Oehring, diese Frage zu beantworten.

Ein starker erster Eindruck

Ich gebe zu, mir gefällt es schon mal, dieses Buch* in die Hand zu nehmen. Es ist nämlich leuchtend orange mit blauer glänzender Schrift. Es fällt auf – egal, ob es auf einem Tisch liegt oder mit anderen Büchern im Regal oder in einer Auslage in einem Buchladen steht.

Und dann lautet auch noch der Untertitel „Ein Reiseführer für Entdecker in einer digitalen Welt“. Spätestens jetzt greife ich zu. Aber passt auch der Inhalt dieses Buches?

Es gibt inzwischen eine große Auswahl an Büchern zum Thema Digitalisierung, sodass „Unterwegs nach #Neuland“ schon etwas Neues bieten muss, um aus der Masse herauszustechen.

Der Einstieg

Der Autor Thomas Oehring beginnt – wie die meisten Autoren in diesem Bereich – mit einem kurzen Abriss der bisherigen technologischen und digitalen Entwicklungen. Dabei ist dieser Anfang schon eine Art von Parforce-Ritt.

Nur kurz werden die einzelnen Aspekte und Bereiche sowie die Entwicklungen angerissen – fast schon hektisch die Bezüge zueinander hergestellt. Das liest sich flott. Aber manchmal hätte man sich ein bisschen weniger technische Wortwahl und mehr Erläuterung erhofft.

Der digitale Explorer

Dieses Vorgeplänkel dient jedoch nur als Aufhänger. Denn, und das wird dem Leser schnell klar, dem Autor geht es in diesem Buch hauptsächlich um das Mindset, das mitgebracht werden muss, um die Chancen der Digitalisierung – und man sieht immer wieder klar, dass für Thomas Oehring die Digitalisierung eher Chance als Herausforderung ist – zu nutzen.

Zentral ist ihm dabei der Begriff des „digitalen Explorers“, der im Neuland der Digitalisierung erfolgreich Fuß fassen will. Dieser muss „Leidenschaft für Neues“, Flexibilität, die Erkenntnis, dass „nichts ewig gültig ist“ und Mobilität, also das Verständnis, dass „Heimat etwas grenzenloses ist“ mitbringen.

Diese Einstellung unterscheidet den „Digital Explorer“ vom „Digital Nomad“ und dem „Digital Native“. Eine faszinierende Unterscheidung, wenn man anfängt darüber nachzudenken.

Flexibilität, Mobilität und Affinität

Wie genau nun die Einstellung des digitalen Explorers auszusehen hat und was sie umfassen sollte, das wird in „Unterwegs nach #Neuland“ in den sechs Kapiteln einzeln dargelegt. Das siebte Kapitel ist dann ein Aufruf, loszulegen.

Dabei spart der Autor nicht an Aufrufen, die Chancen der Digitalisierung zu ergreifen und zum eigenen Nutzen und dem Nutzen anderer zu begreifen. Hier muss der Autor aber ein wenig aufpassen.

Meiner Ansicht nach wiederholen sich irgendwann diese Aufrufe und die Hinweise auf das erforderliche Mindset. Ich hätte mir noch ein paar mehr konkrete Beispiele und Anwendungsfälle gewünscht anstatt der oftmals eher im abstrakten bleibenden Ausführungen.

Fazit zu „Unterwegs nach #Neuland“

„Unterwegs nach #Neuland“ ist ein Buch, das den Anwender der digitalen Möglichkeiten in den Mittelpunkt stellt und beschreibt, welche Voraussetzungen ihn erfolgreich machen werden. Es stellt eine positive Stimme im Meer der Warner vor den Gefahren der Digitalisierung dar. Das ist in meinen Augen eine Bereicherung.

Allerdings habe ich ein paar Anmerkungen, vielleicht auch als Anregungen für die weiteren Bücher von Thomas Oehring. (Ich habe gehört, dass er noch Ideen für mindestens zwei weitere Bücher hat).

Man merkt, dass der Autor viel Ahnung und insbesondere viel Erfahrung mit der Digitalisierung hat. Dieses Wissen und diese Erfahrung bahnen sich dann ihren Weg auf das Papier.

Und wie schon oben geschrieben, wirkt das manchmal etwas gehetzt. Themen werden kurz angerissen und sind nach wenigen Sätzen schon wieder abgehakt. Hier wären mehr Beispiele von konkreten Anwendungsfällen hilfreich.

Eine bessere Gliederung als Stütze

Immerhin ist ja Digitalisierung und insbesondere die Einstellung von Menschen zu diesem Thema erst einmal sehr abstrakt.

Insbesondere bei diesem theoretischen Thema sind Untergliederungen hilfreich. Dies wird insbesondere in Kapitel 4 und noch stärker in Kapitel 5 deutlich. Zwischenüberschriften sind fast nicht vorhanden. Fließtext dominiert. Kapitel 5 hat zum Beispiel gar keine Zwischenüberschriften!

Das macht das Lesen teilweise sehr mühselig. Schweifen die Gedanken ab, gibt es nur wenige Möglichkeiten für einen Neueinstieg anhand von Zwischenüberschriften. Hier sollte der Leser an die Hand genommen und viel stärker durch den Inhalt geführt werden.

Und schließlich wäre es hilfreich, die Anforderungen an das technische Verständnis des Lesers etwas zu senken. Das Buch soll ja ein „Reiseführer“ sein, nicht eine technische Anleitung.

Es ist also gut möglich, dass dieses Buch auch Menschen lesen, die sich Leitung und Hilfestellung im Hinblick auf die Digitalisierung versprechen. Eine zu technische Sprache wirkt dann schnell abschreckend.

Die vorgenannten drei Punkte der Kritik sind natürlich Jammern auf hohem Niveau. Das Buch ist insgesamt gut und bearbeitet mit dem Mindset einen wichtigen Aspekt der Digitalisierung, der in der Zukunft eine noch größere Rolle spielen wird. Deshalb empfehle ich „Unterwegs nach #Neuland“.

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Über den Autor

Carsten Lexa

Carsten Lexa, LL.M. ist seit November 2005 als Rechtsanwalt tätig. Er berät Unternehmen in allen Angelegenheiten wirtschafts- und unternehmensrechtlicher Art. Bei BASIC thinking schreibt er über Start-ups und Unternehmen aus der juristischen Perspektive.

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