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AfD möchte sich an Coca-Cola rächen – und bekommt eine Abfuhr von Pepsi

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Mit einer Photoshop-Montage wollten sich Anhänger der AfD an Coca-Cola rächen – das ging gewaltig schief. (Foto: Screenshot / Twitter)
geschrieben von Christian Erxleben

Die Geschichte um die vermeintliche Weihnachts-Kampagne von Coca-Cola gegen die Alternative für Deutschland (AfD) geht weiter. Mutmaßliche Unterstützer der Partei hatten ein gefälschtes Pepsi-Plakat in Umlauf gebraucht. Erst feierte es die Partei – doch dann schaltete sich Pepsi ein.

Was bisher geschah

Am 4. Dezember tauchte am Lützowplatz unweit der Berliner Zentrale der Alternative für Deutschland ein Plakat mit dem Spruch „Für eine besinnliche Zeit: Sag‘ Nein zur AfD“ auf. Ebenfalls klar auf dem Bild erkennbar: Das Logo von Coca-Cola.

Nachdem sich der anfängliche Verdacht, der Getränkehersteller aus Atlanta stecke selbst hinter dem Plakat, als falsch erwiesen hatte, bekannte der Konzern trotzdem Farbe in der Diskussion. (Hier nochmal die Geschichte im Detail.)

Patrick Kammerer, Director Public Affairs and Communications für Coca-Cola Deutschland, und auch der deutsche Twitter-Account von Coca-Cola selbst teilten den Beitrag samt Bild und kommentierten, dass nicht jeder Fake falsch sein müsse.

Die AfD will den Spieß umdrehen – und scheitert kläglich

Nachdem der daraufhin ausgerufene Boykott einiger AfD-Politiker und Verbände in den Weiten der sozialen Netzwerke weitestgehend verpuffte, setzte sich vermutlich ein Anhänger der Partei hin und bearbeitete das eigentliche Plakat via Bildbearbeitung.

Heraus kam ein Plakat mit klarem Pepsi-Branding und dem Spruch: „Für eine besinnliche Zeit: Sag ja zur AfD!“

Obwohl der Urheber nicht im Detail bekannt ist, sprangen zahlreiche Landesverbände der Alternative für Deutschland kurzzeitig auf und teilten die Foto-Montage.

Pepsi prüft rechtliche Schritte gegen den Ersteller

Doch dieser Schuss ging gewaltig nach hinten los, weswegen alle Seiten und Verbände ihre geteilten Inhalte inzwischen von den Plattformen gelöscht hatten. Doch das Internet vergisst nicht – und das könnte den Urheber der Schöpfung und womöglich auch die AfD im Nachhinein treffen.

Denn als Pepsi von deutschen Nutzern auf seiner Facebook-Seite mit dem Plakat konfrontiert wurde, zögerte der Getränkehersteller nicht lange.

Gegenüber der Digital-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung konkretisierte ein Sprecher nochmals:

In den letzten Tagen wurden in sozialen Medien diverse Postings verschiedener AfD-Kreisverbände veröffentlicht, die einen Zusammenhang zwischen der Marke Pepsi und der AfD suggerieren. Wir halten ausdrücklich fest, dass kein derartiger Zusammenhang besteht. Pepsi distanziert sich klar von jeglicher parteipolitischen Vereinnahmung und behält sich gegen jegliche Verletzung seiner Markenrechte rechtliche Schritte vor.

Und so wurde aus dem vermeintlichen Coup der AfD einer der größten Reinfälle des Jahres.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

9 Kommentare

  • Ach da freut sich Herr Erxleben wieder was?

    Coca Cola müsste theoretisch auch rechtliche Schritte prüfen, aber man muss sich ja politisch korrekt verhalten und will keinen Umsatzverlust.

    Sollte nochmal irgendein blöder AfD-Bashing-Post hier kommen, dann hab ich euch nicht mehr im RSS-Abo.

    • Hallo Toni,

      wir bei BASIC thinking stehen für eine offene Gesellschaft und ich als Kommentator der Aktion sehe das ebenfalls so. Es ist noch offen, ob Coca-Cola rechtliche Schritte prüft. Das steht noch aus.

      Und wenn du zukünftige kritische Texte bei uns nicht lesen möchtest, kannst du dein RSS-Abo gerne kündigen. Reisende soll man nicht aufhalten.

      • Dann sind die Täter bekannt? Oder wie kommt man darauf, dass es AfD nahe Unterstützer waren?

        Dieses scheiß AfD Bashing könnt ihr euch in den Arsch stecken. Ich bin raus hier.

        • Hallo Guru,

          du hast Recht. Die genauen Täter sind aktuell noch nicht bekannt. Deshalb sprechen wir im Text auch von „mutmaßlichen Unterstützern“ und sagen, dass „der Urheber nicht im Detail“ bekannt ist.

          Liebe Grüße
          Christian

      • Tolle Aktion von euch und auch von den beiden Herstellern. Dass diese so offen Position gegen die afd beziehen finde ich gut, das machen viel zu wenige.
        Sonst halten die sich doch tatsächlich weiterhin noch für relevant.

  • Also von Coca Cola kam keine solche Ankündigung wie von Pepsi. Damit hat man sich also parteipolitisch positioniert. Sowas ist sehr bedenklich für einen Getränkehersteller.

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