Dash-Button, Amazon Dash, Dash Button, Dash Buttons

Gericht verbietet Dash Button – das Ende von Impulskäufen?

Philip Bolognesi
Bald Geschichte: Das Landgericht München verbot nun den Einsatz der beliebten Dash-Button. (Foto: Screenshot / YouTube)

Ende August 2016 eingeführt, nun Anfang 2019 das vorläufige Ende: Das Oberlandesgericht München hat Amazon zur Unterlassung verurteilt. Als Grund für die Entscheidung gegen den Dash Button nennen die Richter die Verletzung von Verbraucherrechten. Das klingt nachvollziehbar, ist jedoch auch fadenscheinig und entmündigt Amazon-Kunden.

Amazon führte seine WLAN-Bestellknöpfe 2015 erstmals ein. Der Dash Button – so heißen die Bestellknöpfe von Amazon – erlaubt es, einen bestimmten Amazon-Artikel direkt per Knopfdruck zu ordern.

Einzige Voraussetzung: ein Amazon-Prime-Konto. Für mehr als 600 Marken leistete der Dash Service laut Amazon gute Dienste. Darunter befinden sich in erster Linie Verbrauchsgüter wie Waschmittel oder Toilettenpapier des täglichen Bedarfs.

Smarter als dein Feed

Lass dich mit unserem Tech-Briefing UPDATE bei KI und den Tech-News von morgen nicht abhängen – kostenlos täglich in der Inbox von über 13.000 Lesern.

Mehrere PDFs Mockup

Gratis zur Anmeldung:
Zugriff auf alle PDF-Guides

Mit deiner Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

Kurz nachdem der von Jeff Bezos geführte Handelsriese den Dash Button Ende August 2016 nach Deutschland brachte, mahnte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Amazon ab.

In der gegenwärtigen Form würden sie die Verbraucherschutzgesetze verletzen. Amazon kam der Aufforderung, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, nicht nach.

Dash-Button verstößt gegen aktuelle Verbrauchergesetze

Deshalb ging der Fall vor das Landgericht München. Die Richter gaben der Unterlassungsklage der Verbraucherschützer in erster Instanz Recht. Sie wiesen an, die technischen Helferlein vom Markt zu nehmen und den getätigten Bestellungen nicht mehr nachzukommen.

Der Hauptgrund: Für Kunden sei es unmöglich, die Kosten des Kaufs zu kontrollieren. Somit verstoße Amazon gegen die aktuell gültigen Gesetze für den Online-Handel.

Nach dem Urteil würde der Dash-Button die Rechte der Prime-Kunden nicht achten, da Amazon Preise der Produkte und auch Kosten für die Lieferung ändern könne, ohne dass der Verbraucher dies beim Knopfkauf visuell mitbekommt.

Nun bestätigte auch das Oberlandesgericht München in zweiter Instanz die Entscheidung des Landgerichts. (Aktenzeichen: 29 U 1091/18 OLG München) Eine Revision seitens Amazon ist ausgeschlossen. Trotzdem erwägt der Online-Riese offenbar Schritte gegen das Urteil.

Trauen die Gerichte Amazon-Kunden nichts mehr zu?

Auch wenn die Entscheidung des Oberlandesgerichts München plausibel klingen mag: Sie entmündigt Prime-Kunden sich über aktuelle Kosten ihrer Dash-Bestellungen zu informieren.

Denn schließlich sollte einem Prime-Kunden sehr wohl zugetraut werden, als regelmäßiger Käufer gleicher Waren Herr über seine Ausgaben zu sein.

Was bleibt also? Ist das das endgültige Ende des Dash Buttons oder wird Amazon ein Update der beliebten WLAN-Geräte bringen – vielleicht mit einem kleinen Display, das den aktuellen Endpreis der Bestellung anzeigt? Denn bequemes Einkaufen ist nach wie vor attraktiv für Kunden. Und auch für Handelsmarken.

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,43 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

Auch interessant:

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

STELLENANZEIGEN
Growth Marketing Manager Social Media & C...
Salamander Industrie-Produkte GmbH in Türkheim
Content Creator & Social Media Manager (m...
Emeria Germany GmbH & Co. KG in Frankfurt am Main
Corporate Social Media Manager*in (w/m/d)
TÜV Rheinland Group in Köln
Grafik Designer digital/Webdesigner E-Commerc...
KOS GmbH & Co. KG in Schönefeld
Praktikum Social Media & Content Marketin...
EDEKA ZENTRALE Stiftung & Co. KG in Hamburg
Senior Social Media Marketing Manager B2B (al...
adesso SE in Köln, Düsseldorf
Chinese-speaking Influencer Marketing Manager...
WHALECO TECHNOLOGY LIMITED in bundesweit, Home-Office
Senior Consultant Digital Marketing & Med...
Instaffo GmbH in München
Teile diesen Artikel
Philip Bolognesi war von 2018 bis 2020 in der Redaktion von BASIC thinking tätig. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover.