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Facebook startet vor den Wahlen in Indien Kampf gegen Falschmeldungen

geschrieben von Felix Baumann

Im Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt ist es ab 21. April wieder so weit. Die Wahlberechtigten in Indien dürfen entscheiden, wer ihr Land mit welchem Kurs in welche Richtung steuern darf. Die Demokratie hatte schon in der letzten Zeit verstärkt Probleme mit Falschinformationen, die sogar zum Lynchmord führten, weshalb gerade Facebook sich inzwischen stark in der Verantwortung sieht, solche Meldungen schnell zu entfernen.

Wie der Leiter der Abteilung Cybersecurity, Nathaniel Gleicher, nun mitteilte, wurden innerhalb der letzten Wochen über 800 Seiten und Accounts auf den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook identifiziert und gelöscht. Wenn man sich die Zahlen näher anschaut, dann lässt sich allerdings feststellen, dass die Falschinformationen aus allen Richtungen kommen.

Da haben wir zum einen die in den letzten Jahren regierende Partei „Bhartiya Janta Party“, die über ein Unternehmen namens Silver Touch in den letzten 5 Jahren bis zu 70.000 Dollar für politische Werbung investierte. Die Seite mit dem Namen „The Indian Eye“ erreicht über das ganze Land verteilt 2,6 Millionen Menschen. Ein mächtiges Instrument also, das auch zur gezielten Verteilung von Falschmeldungen genutzt wurde. Facebook hat dem nun einen Riegel vorgeschoben.

Die Opposition nutzt die gleichen Mittel. So hat die Partei „Indian National Congress“ 687 Seiten und Accounts für die Manipulation von Wählern verwendet und so ein großes Publikum in den Gebieten Mumbai, Chattisgarh, Telangana und Delhi erreicht. Um die eigene Reichweite zu steigern, wurden vor allem satirische Inhalte verbreitet, aber auch das gezielte Teilen durch Fake Accounts sorgte für einen Anstieg der Leserzahlen.

Und dann haben wir noch ein Land, das gerade keine guten Beziehungen zu Indien pflegt. Durch den Abschuss eines Jets der pakistanischen Armee als Reaktion auf den Terroranschlag in Kashmir, versucht das Nachbarland auch Chaos zu stiften. Konkret geht es um das pakistanische Militär, das über unscheinbar aussehende Seiten Propaganda an über 2,8 Millionen Menschen verteilte.

Wir wir also sehen können, werden die aus guten Gewissen geschaffenen sozialen Netzwerke zunehmend zur Gefahr für eine demokratische Welt. Auch, wenn 800 gesperrte Seiten beziehungsweise Accounts schon eine große Hausnummer sind, so dürften noch Dutzende falsche Inhalte durch das Netzwerk dümpeln. Ich bin schon sehr gespannt, wie Facebook dem Problem in Zukunft entgegentreten will und welche Auswirkungen falsche Informationen auf unsere Zukunft haben werden. Denn auch in anderen Teilen der Welt stehen heuer Wahlen an. In Afrika dürfen Dutzende Menschen für eine bessere Zukunft abstimmen und wir entscheiden im Mai über die Zukunft von Europa.

Quelle: The Next Web

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Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.

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