Eva.Stories, Holocaust-Video

Hautnah dabei: Instagram-Projekt erinnert an die Schrecken des Holocaust

Philip Bolognesi
Erinnerungskultur über Social Media: Der Account "eva.stories" bringt auf Instagram die Schrecken der Nazi-Herrschaft einem jungen Publikum eindrucksvoll näher. (Foto: Screenshot / instagram.com)

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Ein Projekt, dass das Grauen erlebbar macht. Instagram-Nutzern läuft dabei ein kalter Schauer über den Rücken. Das Social-Media-Projekt „Eva Stories“ stellt hautnah die Geschichte eines jüdischen Mädchens dar: von ihrem Geburtstag an bis zu ihrer Deporation ins KZ-Lager Auschwitz. Eine neue Form der Erinnerungskultur.

Eignet sich Social Media, um düstere Kapitel der Geschichte einen jungen Publikum näher zu bringen? Diese Frage sollte sich jeder Nutzer selbst beantworten können.

Um die Leiden der Juden einem breiten Publikum nahbar zu machen, eignet sich das Projekt Eva Stories allemal.

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Unbeschwert genießt Eva ihren Geburtstag im Kreise ihrer Liebsten. (Foto: Screenshot / instagram.com/eva.stories/)

Das Projekt Eva Stories erzählt wie ein Tagebuch die Erlebnisse eines jüdischen Mädchens zur Holocaust-Zeit. Die Story-Geschichte basiert auf Eva Heyman. Sie war eine ungarische Jüdin, die ein paar Monate vor Kriegsende im Konzentrationslager Auschwitz starb.

Evas Großvater muss seine Apotheke aufgeben, da Juden keine Geschäfte mehr führen dürfen. Später fragt Eva über eine Instagram-Umfrage nach, wie sie die Leiden ihres Opas abwenden könnte. (Foto: Screenshot / instagram.com/eva.stories)

Verantwortlich für diese Projekt ist der israelische Millionär Mati Kochavi. Er finanzierte aus eigener Hand das Projekt von mehreren Millionen Dollar und setze es zusammen mit seiner Tochter und seinem Team um.

Insgesamt beteiligten sich 400 Schauspieler und Komparsen. Am 1. Mai, dem nationalen Holocaust-Gedenktag in Israel, stellte Kochavi und sein Team das Projekt auf Instagram online.

Eva.Stories, Holocaust
Eva hält den Moment fest, als sie, ihre Familie und andere Juden in Ungarn aus ihren Wohnungen geholt werden. (Foto: Screenshot / instagram.com/eva.stories)

Beklemmend real

In knapp 30 Story-Highlights erleben Nutzer anhand von zusammenhängenden Sequenzen von Videos und Bildern die Erlebnisse von Eva. Sie erleben zusammen mit Eva ihren 13. Geburtstag, ihre Begegnungen mit Freunden und ihrem ersten und einzigen Schwarm: das unbeschwerte Leben eines ganz normalen Mädchens.

Eva Stories, Holocaust
Eva wird im Zug mit ihrer Familie nach Auschwitz gebracht. Ihre Geschichte und ihre Stories enden hier. (Foto: Screenshot / instagram.com/eva-stories)

Doch irgendwann verblassen die Farben. Instagram-Story-Elemente kommen irgendwann nicht mehr zum Einsatz. Doch das Smartphone bleibt Evas ständiger Begleiter.

Sie hält fest, wie ihr Großvater seine Apotheke durch die Nazis verliert oder wie intellektuelle Juden verfolgt und in Ghettos zusammengepfercht werden. Ihre Story endet mit ihrer Deportation im Zug ins Konzentrationslager nach Auschwitz.

Erzählt wird Evas Geschichte in englischer Sprache mit hebräischen Untertiteln. Zusammen kommen Eva Stories auf eine Länge von 45 Minuten.

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Philip Bolognesi war von 2018 bis 2020 in der Redaktion von BASIC thinking tätig. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover.