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Warum ein Instagram ohne Likes ein besseres Instagram wäre

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Instagram: Ohne Herzen zu einem Ort mit mehr Herz und Emotionen? (Foto: Pixabay.com / biancamentil)
geschrieben von Christian Erxleben

Instagram hat intern einen Prototypen entwickelt, der vollkommen auf die öffentliche Zurschaustellung von Likes verzichtet. Selbst wenn es sich dabei nur um einen Test handelt, bietet ein solches soziales Netzwerk viele Vorteile. Eine Analyse.

Likes gehören zu Instagram. In dieser Währung messen Influencer und (Medien-)Unternehmen den Erfolg und Misserfolg der eigenen Maßnahmen. Neben den Likes hat nur die Anzahl der Follower in der breiten Masse eine ebenso hohe Bedeutung.

Dass beide Kennzahlen letztendlich völlig wertlos für die Analyse von Marketing-Maßnahmen sind, lassen wir an dieser Stelle der Einfachheit halber außen vor. Denn inzwischen sollte eigentlich auch dem letzten Account-Betreiber bewusst sein, dass Verkäufe oder Markenbekanntheit deutlich sinnvollere Kennzahlen sind.

Ein Instagram-Prototyp ohne Likes

Trotzdem werfen die meisten Marketing-Verantwortlichen zuerst noch immer einen Blick auf die Likes und Follower. Doch was wäre, wenn es plötzlich keine öffentlich einsehbaren Likes mehr gäbe?

Dieses Szenario ist zwar momentan noch ein entferntes Zukunftsmodell. Trotzdem hat die Code-Expertin Jane Wong innerhalb der Android-App eine Instagram-Version ohne Likes entdeckt.

Gegenüber dem US-amerikanischen Tech-Magazin Techcrunch bestätigte das soziale Netzwerk, dass es sich bei der entdeckten Variante um einen nicht-öffentlichen Prototypen handelt.

Wir testen das momentan nicht. Aber denken stets darüber nach und erkunden neue Wege, um den Druck auf und durch Instagram zu verringern.

Die Folgen für den privaten Nutzer

Welche Konsequenzen hätte nun ein solches Instagram ohne Likes? Diese Frage muss aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden. Auf der einen Seite stehen dabei die Nutzer. Für sie hätte ein soziales Netzwerk mit nicht-öffentlichen Kennzahlen einen positiven Effekt.

Denn ohne die stetige Gier nach Likes und Aufmerksamkeit würde der mentale Druck auf die Einzelperson schlagartig sinken. Es ginge nicht mehr um Fragen wie: Wieso hat mein Bild weniger Interaktionen als das meines Freundes? Was kann ich machen, damit mehr Menschen meine Bilder sehen?

Der soziale Kampf, die digitale Erschöpfung und mentale Belastung lassen nach.

Die Konsequenzen für Influencer

Was für den privaten Nutzer ein Segen ist, ist für Influencer äußerst gefährlich. Schließlich definieren sich die digitalen Meinungsmacher über ihre Likes und ziehen so Aufträge und Kooperationen an Land.

Zwar zeigt der Screenshot von Jane Wong, dass es durchaus noch Likes gibt. Die Anzahl ist jedoch nur für den Postenden selbst sichtbar. Vermutlich werden die Influencer Möglichkeiten finden, ihre Werte trotzdem miteinander zu vergleichen. Das wäre jedoch deutlich komplizierter.

Der Weg zu neuen Kooperationen ist in diesem Szenario steiniger, was die Attraktivität erschwert.

Die Konsequenzen für die Werbe-Industrie

Und auch die Marketing-Branche stünde in diesem Fall vor neuen Herausforderungen. Der erste Gedanke ist zugleich der gefährlichste. Wenn es keine Like-Zahlen mehr gibt, rücken automatisch die Follower-Zahlen in den Vordergrund.

Und selbst wenn das – wie oben beschrieben – keine hilfreiche Kennzahl ist, wird es zahlreiche Marketing-Verantwortliche geben, die sich auf diese Zahl fokussieren. Für die Influencer bedeutet das: Nimm ein paar Euro in die Hand und kaufe dir 10.000 „Fans“.

Ob die Follower echt sind, ist noch immer oftmals egal. Leider.

Langfristig würde jedoch das Verbergen der Likes zu einer Professionalisierung im Instagram und Influencer Marketing führen, da sich Unternehmen und Entscheider endlich auf die wichtigen Kennzahlen konzentrieren müssten.

Fazit

Auch wenn ein Instagram ohne Likes derzeit nur ein Gedankenspiel ist, ist das Experiment durchaus spannend.

Das aufgeblasene Influencer-Business würde empfindlich geschwächt werden, da nur noch Meinungsmacher Kooperationen erhalten, die wirklich Wirkung erzielen. Zugleich würde sich das Marketing professionalisieren. Das wiederum macht das soziale Netzwerk selbst zu einem wertvolleren Ort.

Und zuletzt würde das Szenario wieder den privaten Nutzer in den Vordergrund rücken. Anstelle von Likes würde es bei einem Instagram ohne Likes wieder um den Inhalt der Bilder und Videos gehen. Eine erholsame Vorstellung.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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