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Schlechte Nachrichten nutzen: Wenn die Absage nach der Bewerbung zur Chance wird

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Selbst mit einer Absage können sich Arbeitgeber profilieren. (Foto: Pixabay.com / loufre)
geschrieben von Daniela Sprung

Weder für den Arbeitgeber noch für den Arbeitnehmer ist es schön, eine Absage nach einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch auszusprechen. Was viele Unternehmen verkennen: In der schlechten Nachricht steckt eigentlich eine große Chance.

Als ich diesen Post vor einiger Zeit in einem Netzwerk sah, lautete mein erster Gedanke zu dem Verhalten des alten Arbeitgebers: Wow, das hat Stil!

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Eine Absage oder eine Kündigung sollten keinen Arbeitgeber zu schlechten Worten oder negativer Kommunikation verleiten. (Foto: Screenshot / LinkedIn)

Mein zweiter Gedanke: Ein Austritt kann auch ein Einstieg sein. Und zwar nicht nur in Bezug darauf, wie sich Arbeitgeber bei Kündigungen verhalten, sondern auch, wie Bewerbern abgesagt wird.

Im Grunde fängt alles mit dem Bewerbungsprozess an. Bewerber regelmäßig über den Stand der Dinge zu informieren, gibt ihnen das gute Gefühl, nicht vergessen worden zu sein. Wer von uns kennt es nicht: das langatmige Schweigen. Und dann kommt die Einladung zum Gespräch oder die Absage.

Kommunikation funktioniert immer noch von Mensch zu Mensch. Wenn es keine persönliche E-Mail ist – wie in dem vorgestellten Post – dann sollte es möglich sein, automatisierte Nachrichten vorzubereiten, die den Bewerber regelmäßig informieren. Allein das sorgt schon für einen guten Eindruck vom Unternehmen.

Die Absage als Heiligtum des Bewerbungsprozesses

Die Absage ist der heilige Gral des Bewerbungsverfahrens. Der Bewerber möchte im Falle einer Absage natürlich wissen, warum es nicht geklappt hat. Doch viele Unternehmen geben darüber heute keine Auskunft. Schade, denn es geht auch anders.


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Vor einigen Jahren hatte ich mich bei einem großen deutschen Unternehmen beworben. Es hatte eine Traumstelle offeriert. Einziger Haken: Teil des Jobs war das Schreiben von Reden. Etwas, das ich noch nie gemacht hatte.

Das Gespräch selbst werde ich nie vergessen. Es fing förmlich an und entwickelte sich dann sehr schnell zu einem Dialog frei Schnauze – von beiden Seiten. Ich mag es sehr, wenn jemand ohne Wenn und Aber auf den Punkt kommt und Dinge klar benennt. Natürlich geht das nur, wenn die Chemie stimmt.

Bei meinem Gesprächspartner und mir – der auch mein Vorgesetzter hätte werden sollen – war das der Fall. Schnell fanden wir heraus, dass die Stelle perfekt für mich wäre. Bis auf diesen einen Punkt. Mein Gesprächspartner suchte jemanden, der ihm die leidige Aufgabe abnahm, Reden zu schreiben. Meine Schwachstelle.

Chancen nutzen und keine Brücken einreißen

Ich bekam eine Absage. Doch die ist mir so positiv in Erinnerung geblieben, dass ich von ihr gerne als Best-Practice-Beispiel berichte. Ich erhielt einen persönlichen Anruf von der HR-Leitung, die ebenfalls beim Gespräch dabei war.

Sie erläuterte die Absage und ich hatte in jeder Sekunde das Gefühl, dass sie aufrichtig bedauerte, dass ich nicht in das Team einsteigen würde. Gleichzeitig konnte ich die Begründung absolut nachvollziehen. Die Entscheidung, meine Mitbewerberin einzustellen, weil sie Reden schreiben konnte, hätte ich ebenso getroffen.

Das Telefonat verlief herzlich und wir haben uns auf Xing vernetzt mit der Bitte, dass wir uns gegenseitig im Auge behalten, falls es an anderer Stelle beruflich klappen sollte.

Fazit

Eine Absage kann also immer auch eine Tür sein, die nicht vollständig verschlossen ist, sondern sich zu einem anderen Zeitraum öffnet – für beide Seiten. Jedes Unternehmen kann diese Möglichkeit nutzen und seine Marke stärken.

Der Umgang mit Bewerbern und ehemaligen Mitarbeitern ist ein wesentlicher Faktor beim Employer Branding. Vielleicht braucht es gar keine Corporate Influencer. Vielleicht genügt es, einfach menschlich zu sein.

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Daniela Sprung

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