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Von der KFC-Absage zum reichsten Mann Chinas: Jack Ma im Porträt

Jack Ma, Alibaba, Gründer
Jack Ma kommt ursprünglich aus der chinesischen Provinz Hangzhou. (Foto: Screenshot / YouTube)
geschrieben von Vivien Stellmach

Früher reichte es für Jack Ma nicht einmal für einen Job bei einer Fast-Food-Kette, heute ist der Gründer von Alibaba der reichste Mann in China – denn er hat die größte Handelsplattform der Welt aufgebaut. Wir blicken auf seinen Werdegang und seine Firma. Ein Porträt.

Alibaba-Gründer Jack Ma ist am 10. September 1964 im Südosten Chinas zur Welt gekommen. Er wuchs in der kommunistischen und vom Westen mehr und mehr isolierten Stadt Hangzhou auf.

Durch einen Besuch des US-Präsidenten Richard Nixon wurde seine Heimatstadt plötzlich zu einem Mekka für ausländische Touristen.


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Während seiner Schulzeit fuhr er jahrelang jeden Tag zu einem lokalen Hotel, um diesen Touristen kostenlos die Umgebung zu zeigen – und um mit ihnen Englisch zu sprechen.

Jack Ma lernte, mit Absagen umzugehen

Seine Leidenschaft für das Ausland und die englische Sprache bescherte Ma in den Neunzigern seinen ersten Job als Englischlehrer an einer Universität.

Bis dahin hatte er allerdings schon zahlreiche Absagen geschluckt: Er war als Polizist und sogar als Mitarbeiter bei der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken abgelehnt worden.

Auf diese Weise lernte Ma, mit Absagen umzugehen und sich von ihnen nicht entmutigen zu lassen. Diese Fähigkeit sollte ihm später als Geschäftsmann behilflich sein.

In den Neunzigern begann sich China, dem Ausland zu öffnen. Ma machte sich diese Internationalisierung zu Nutze: Er gründete ein Übersetzungs-Unternehmen und erhielt etwas später die vermeintliche Chance seines Lebens: ein Job als Übersetzer in den USA.

Doch es handelte sich um einen Betrug und so flog Ma in seiner Not zu einer befreundeten Familie nach Los Angeles im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. Dort kam er im Jahr 1995 erstmals im dem Internet in Berührung.

Das Internet als Initialzündung für China Pages

Nachdem Ma sich ein wenig mit dem Internet vertraut gemacht hatte, zog er eine Website für seine Übersetzungsfirma auf und erhielt gleich mehrere Anfragen per E-Mail aus Amerika und Deutschland.

Daraufhin gründete er das erste chinesische Internet-Start-up namens China Pages – ein englischsprachiges Verzeichnis von chinesischen Unternehmen. Ein paar Jahre später realisierte Ma allerdings, dass er zu früh dran war: Die Welt war noch nicht bereit für das Internet gewesen. Das änderte sich 1999.

Die Gründung von Alibaba

1999 überrollte das Internet die Wall Street: Fast täglich brachten Gründer ihre neuen Start-ups an die Börse. Sie verfolgten natürlich alle das Ziel, möglichst schnell an möglichst viel Geld zu kommen.

So wollte es auch Ma noch einmal probieren und schmiedete gemeinsam mit 16 Freunden und seiner Ehefrau Zhang Ying einen Plan, um irgendwie gegen die Internet-Riesen in den USA anzukommen. Sie brachten die Handelsplattform Alibaba an den Start.

Zunächst sollte Alibaba kleinen chinesischen Unternehmen helfen, sich mit westlichen Käufern zu verbinden. Geld hat Ma dabei in den ersten drei Jahren nicht verdient.

Doch er machte weiter und gründete noch andere Unternehmen wie die Online-Einkaufsplattform Taobao, die Website für den Business-to-Consumer-Handel Tmall und das Online-Bezahlsystem Alipay. Alibaba entwickelte sich so zu einem der größten Konzerne.

Alibaba schafft Rekord-Börsengang

Am 19. September 2014 ging Alibaba schließlich an die New Yorker Börse – und legte einen rekordverdächtigen Start hin.

Die Aktie der chinesischen Handelsplattform wurde beim Start an der Wall Street mit 92,70 US-Dollar bewertet. Dieser Wert lag mehr als ein Drittel über dem ursprünglichen Ausgabepreis.

Seit dem Börsengang ist die Aktie von Alibaba um über 150 Prozent gestiegen – trotz Schwankungen nach oben und unten.

Jack Ma tritt seinen Rückzug an

Ma hat Alibaba zu einem milliardenschweren Internetkonzern ausgebaut. Bereits im September 2018 gab er bekannt, dass er als Chef des chinesischen Konzerns ein Jahr später zurücktreten will. Und tatsächlich: Seit September 2019 ist Daniel Zhang sein Nachfolger.

Zhang war zuvor schon als Geschäftsführer tätig und selbst von Ma ausgewählt worden, den Vorsitz im Verwaltungsrat von Alibaba zu übernehmen.

So ganz geht Ma aber dann doch nicht: Er bleibt lebenslanges Mitglied der Alibaba Partnership – einem 36-köpfigen Team, das die Mehrheit der Verwaltungrsatsmitglieder ernennt.

Und mit einem Anteil von etwas mehr als sechs Prozent ist Ma auch weiterhin Großaktionär von Alibaba – und nach wie vor der reichste Mann in China.

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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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