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Start-up-Check! Wie Aipark die Parkplatzsuche vereinfacht

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Durch Aipark soll die Suche nach einem Parkplatz deutlich kürzer ausfallen. (Foto: Pixabay.com / Arcaion)
geschrieben von Christoph Hausel

In der Serie „Start-up-Check!“ nehmen wir regelmäßig die Geschäftsmodelle von Start-ups unter die Lupe. Wer steckt hinter dem Unternehmen? Was macht das Start-up so besonders und was gibt es zu kritisieren? Heute: Aipark.

Start-ups. Das klingt nach Erfindergeist, Zukunftstechnologien, neuen Märkten. Doch in der Realität erweisen sich viele der Neugründungen leider oft als eine Mischung aus einer E-Commerce-Idee, planlosen Gründern und wackeligen Zukunftsaussichten. 

Dabei gibt es sie durchaus: Die Vordenker, die an den großen Problemen tüfteln und Geschäftsmodelle revolutionieren. Diese zu finden und vorzustellen, ist die Aufgabe des Formats Start-up-Check. Heute: Aipark aus Braunschweig und Berlin.


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Wer steckt hinter Aipark?

Wer kennt das nicht: Da dreht man Runde um Runde, um doch noch irgendwo eine freie Parklücke zu ergattern. Experten schätzen, dass allein in größeren Städten die Parkplatzsuche bis zu 30 Prozent des Gesamtverkehrs ausmacht.

Dabei verbringt ein Fahrer bei jeder Fahrt im Schnitt 20 Minuten mit der Suche nach einem geeigneten Stellplatz. Die Parkplatzsuche kostet dementsprechend nicht nur viel Zeit und strapaziert Nerven, sondern wirkt sich noch dazu negativ auf die Ökobilanz aus.

Ein Problem, das auch Julian Glaab und seine Kommilitonen nur allzu gut kannten. Sie entwickelten deshalb im Rahmen eines Uniprojektes an der TU Braunschweig ein digitales Parkleitsystem in Form einer App, die die Parkplatzsuche beschleunigen soll.

Aus dem Uniprojekt wurde schnell Ernst: 2017 gründete Julian Glaab mit Johannes Riedel, Matthias Natho, Mathias Rudnik und Torgen Hauschild die Aipark GmbH. Die App leitet den Autofahrer gezielt und in kürzester Zeit zu einem freien Parkplatz.

Das System kombiniert dabei unterschiedliche Technologien und Daten auf Basis künstlicher Intelligenz (KI), die in einer Cloud eine dynamische Echtzeit-Parkplatzkarte für den User erzeugt. Die App ist kostenlos und sowohl für iOS als auch Android verfügbar.

Geld verdient das Unternehmen, indem es Anbietern von Navigations-Apps und Automotive-Services die Echtzeit-Daten über ein Lizenzierungsmodell zur Verfügung stellt. Diese können so auf die Daten in der „Parking Cloud“ zugreifen und sie nahtlos in ihre eigenen Produkte und Services integrieren.

Die jungen Unternehmer konnten mit Aipark bereits einige Preise abräumen. So gewannen sie unter anderem den mit 100.000 Euro dotierten Cebit Innovation Award 2018. In diesem Jahr verlieh ihnen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie außerdem den Titel „Digitales Startup des Jahres 2019“.

Inzwischen hat Aipark 15 Mitarbeiter und ist in über 500 Städten und 15 Ländern aktiv.

Was macht Aipark?

Die App wirkt wie eine gängige Navigationshilfe. Der User sieht seinen eigenen Standort, kann per Suchfunktion ein Ziel auswählen und über die Schaltfläche die Navigation starten.

Das Besondere an Aipark ist allerdings, dass auf der Karte potenzielle Parkplätze angezeigt werden. Das können Straßenzüge sein, in denen geparkt werden darf oder ganze Parkflächen. Sind sie grün, stehen die Chancen auf einen Parkplatz gut. Rote Zonen sollte man besser umfahren.

Der User kann außerdem Parkplatz-Details wie Preise, Öffnungszeiten oder Restriktionen abrufen und bei Bedarf kostenpflichtige Parkplätze ausblenden. Auch Infos zu E-Ladestationen finden sich in der App.

Was macht Aipark so besonders?

Die App basiert auf der in Eigenentwicklung entstandenen KI, die durch die derzeit etwa sechs Millionen Nutzer täglich mit neuen Daten gefüttert wird.

Hierzu erfasst die App nicht nur Millionen Stellplätze digital, sondern greift auch auf verschiedene Echtzeitinformationen zu – beispielsweise Parkzeiten, Öffnungszeiten von Parkhäusern, Ampelphasen und sogar das Wetter.

Auf dieser Basis erhält der User eine Empfehlung für den nächstgelegenen freien Parkplatz. Navigiert er mit der App dorthin, landen die GPS-Daten automatisch in der Cloud. So kann die KI immer präzisere Prognosen liefern.

Diese Daten wiederum nutzen B2B-Kunden für ihre eigenen Anwendungen und Services.

Gibt es Kritikpunkte?

Mit den anonymisierten Bewegungsdaten, die heute fast jedes Smartphone überträgt, lässt sich ermitteln, ob ein PKW-Nutzer sein Fahrzeug geparkt hat. Ob die Methode wirklich parklückengenau und in Echtzeit funktioniert, hängt wohl vom jeweiligen Standort ab.

Schließlich benötigt die App ausreichend Bewegungsprofile, um die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, dass in der Nähe des Users ein freier Stellplatz verfügbar ist. In Großstädten funktioniert das also besser als in kleineren Städten.

Viele werden im Zuge dessen auch die Datenschutzkarte spielen. Die App weiß zu jeder Zeit, wo der User sich befindet, um Ziel, Ankunft und Parkplatz-Verfügbarkeit zu ermitteln.

Ansonsten ist das System nicht in der Lage, die korrekten Informationen anzuzeigen. Dazu kommt, dass andere Anbieter über das Lizenzierungsmodell in der Cloud auf die Daten zugreifen können.

Mit Anbietern wie Evopark, Ampido oder Parku, die an ähnlichen Lösungen arbeiten, ist der Konkurrenzdruck außerdem groß.

Aipark argumentiert hier damit, dass das Unternehmen durch die eigene KI Vorteile gegenüber den Wettbewerbern hat, die teils viel manuelle Arbeit in ihre Karten stecken. Aipark selbst kann so komplexe Aufgaben automatisieren und muss wenig manuell nacharbeiten.

Fazit

Meiner Meinung nach hat Aipark großes Potenzial. Die jungen Unternehmer liefern nicht nur eine wirklich hilfreiche App, die die Parkplatzsuche vereinfacht und die Nerven der User sowie die Umwelt schont.

Durch das B2B-Lizenzierungsmodell hat Aipark gute Chancen, große Unternehmen an Land zu ziehen und neue Märkte zu erobern. Daher sind auch die Pläne der Gründer sehr ambitioniert.

In fünf Jahren wäre das Unternehmen gerne in den weltweit wichtigsten Connected-Car-Märkten vertreten – Nordamerika, Europa, Asien – speziell China und Russland. Ich drücke die Daumen.

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Über den Autor

Christoph Hausel

Co-Owner & Managing Director von ELEMENT C

Christoph Hausel, studierter Jurist und erfahrener Kommunikationsprofi, steht zahlreichen Acceleratoren / Inkubatoren und VCs als Mentor und Experte zur Seite: next media accelerator, initiiert von der dpa, MediaLab Bayern, Münchner Ideen-Inkubator für den digitalen Journalismus, Wayra, der Startup-Track von Telefónica und den STARTUP TEENS.

2002 gründete er die Kommunikationsagentur ELEMENT C. Damals als reine PR-Agentur konzipiert, fokussiert sich ELEMENT C seit 2005 auf die interdisziplinäre Verknüpfung von PR und Design, um ein langfristiges Markenbewusstsein zu schaffen.

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