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Ölpreis sinkt: Diesel und Benzin werden günstiger – aber nicht für lange

Marinela Potor
Was bedeutet der sinkende Ölpreis für Autofahrer? (Foto: Pixabay / andreas160578)

Der Ölpreis bricht derzeit völlig ein. Für Autofahrer bedeutet das: Sie können auf günstigen Sprit hoffen. Allerdings nicht für lange Zeit.

Der Montag war ein schwarzer Tag für die Börsen. Die Kurse brachen derart ein, dass die New Yorker Börse sogar kurzzeitig schließen musste. Ausgelöst hatte das Chaos vor allem der sinkende Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) Nordsee-Brent kostete am Montag 31,02 US-Dollar. Das ist der niedrigste Wert seit dem Golfkrieg 1991.

Der Wert hat sich am Dienstag zwar etwas erholt und stieg auf 37,70 US-Dollar, dennoch könnte das für Autofahrer bedeuten: Die Diesel- und Benzinpreise könnten weiter sinken.

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Warum sinkt der Ölpreis?

Es gibt zwei Gründe für den sinkenden Ölpreis. Einerseits hat das Coronavirus dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach Öl zurückgegangen ist. Zum einen ist die weltweite industrielle Produktion aufgrund der Pandemie zurückgegangen. Wenn weniger produziert wird, braucht man auch weniger Rohöl.

Doch auch Verbraucher tanken seltener. Abgesagte Veranstaltungen, Quarantänen, stornierte Reisen – all das hat dazu geführt, dass sehr viel weniger Menschen Auto fahren oder generell in Transportmitteln unterwegs sind. Auch das hat die Nachfrage nach Öl gedrosselt.

Genau deswegen hat das Ölkartell Opec vorgeschlagen, die Fördermenge von Öl zu begrenzen. Opec-Plus-Mitglied Russland will da aber nicht mitmachen. Präsident Putin möchte die Förderung seines Landes nicht eindämmen, auch weil Russlands Wirtschaft von den Einnahmen aus Öl so stark abhängt.

Diese Reaktion hat wiederum Saudi-Arabien so geärgert, dass das Land seinerseits angekündigt hat, die eigene Produktion ab April hochzufahren. Die Folge wäre eine Überproduktion und dadurch sinkende Ölpreise, worunter auch Russland leiden würde.

Schon allein diese Ankündigung hat gereicht, um den Ölpreis an den Börsen abstürzen zu lassen.

Diesel könnte unter einen Euro fallen

An den Tankstellen spiegelt sich das (noch) nicht so stark wider, weil der niedrige Preis nie vollständig an den Endkunden weitergegeben wird. Tatsächlich sind Diesel und Benzin derzeit wegen des Coronavirus schon relativ günstig. Das Portal Clever Tanken hat in Deutschland im Februar für Super E10 einen Durchschnittspreis von 1,37 Euro pro Liter ermittelt und für Diesel sogar 1,23 Euro.

Experten erweitern aber, dass angesichts des Opec-Streits die Preise weiter fallen werden. Der Rohstoffanalyst Eugen Weinberg von der Commerzbank deutete gegenüber der Bild-Zeitung wohl auch an, der Dieselpreis könnte sogar unter einen Euro pro Liter fallen.

Bislang ist das aber nur Spekulation. Es könnte immerhin sein, dass sich die Opec-Staaten doch noch einigen. Auch vermuten viele, dass die niedrigen Preise nicht lange anhalten werden.

Erstens würde günstiger Sprit auch dafür sorgen, dass die Nachfrage wieder steigt. Und zweitens geht man davon aus, dass die Auswirkungen des Coronavirus im Sommer abflauen. Dann könnten sich die Spritpreise zur Jahresmitte wieder einpendeln.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.