Wirtschaft

Geschäftsreisen in der Corona-Krise: So schützt du dich in Flugzeug, Bahn und Taxi

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So schützen Transport-Unternehmen derzeit Geschäftsreisende. (Foto: Unsplash.com / Briana Tozour)
geschrieben von Marinela Potor

Geschäftsreisen in Zeiten des Coronavirus: Ist das überhaupt sicher? Wir zeigen dir, welche Schutzmaßnahmen derzeit in Flugzeugen, Bahnen sowie Taxis gelten und wie du selbst dazu beitragen kannst, dich auf Geschäftsreisen zu schützen. 

Flugzeuge bleiben am Boden, Länder machen ihre Grenzen dicht und Touristen sind an Urlaubsorten gestrandet: Das Coronavirus hat die Reisebranche fest im Griff. Besonders hart trifft es dabei den Zweig der Geschäftsreisen.

Branche erwartet Milliardenverluste

Schließlich sind nicht nur internationale Reisen derzeit schwierig. Auch sind aktuell alle Messen und Events abgesagt.


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Nach Informationen der Global Business Travel Association (GBTA) haben darum 43 Prozent der Unternehmen weltweit ihre geplanten März-Geschäftsreisen abgesagt. Die GBTA schätzt, dass der Branche dadurch Verluste in Höhe von 820,7 Milliarden US-Dollar entstehen könnten.

Auch viele deutsche Firmen haben ihren Mitarbeitern ein Reiseverbot verhängt. Nach einer Mitgliederbefragung des Verbands Deutsches Reisemanagement sagten ein Viertel der befragten Business-Travel-Manager, dass sie ihre Dienstreisen ausgesetzt haben oder dies planen.

Dennoch gibt es auch Mitarbeiter oder Selbstständige, die derzeit innerhalb von Deutschland noch geschäftlich unterwegs sind.

Wie sorgen also Fluglinien, die Bahn oder auch Taxifirmen dafür, dass du bei Geschäftsreisen auch in Zeiten des Coronavirus sicher von A nach B kommst? Und wie kannst du mit deinem eigenen Verhalten zu einem besseren Schutz beitragen? Wir fassen die wichtigsten Informationen zusammen.

Geschäftsreisen und Coronavirus: Das machen Transport-Unternehmen

Grundsätzlich muss man sagen, dass in geschlossenen Räumen – wie etwa in einem Zug oder Taxi – die Ansteckungsgefahr höher ist. Das liegt einerseits daran, dass viele Personen auf engem Raum zusammenkommen und andererseits an der mangelnden Lüftung.

Doch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bislang Verkehrsmittel nicht gefährlicher eingestuft als Cafés oder Supermärkte. Dennoch haben Transport-Unternehmen reagiert und auch für Geschäftsreisen in Zeiten des Coronavirus ihre Hygiene-Maßnahmen ausgebaut.

Deutsche Bahn: Schutzmasken und Isolierung im Notfall

Die Deutsche Bahn war eines der ersten Transport-Unternehmen in Deutschland, das seine Hygiene-Maßnahmen verschärft hat. Dazu gehört, dass das Personal den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts und anderen Gesundheitsbehörden folgt. Merkblätter dazu finden Mitarbeiter und Reisende im Zug.

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Diesen Flyer mit Hygiene-Informationen findet man derzeit in der Bahn. (Foto: Deutsche Bahn AG)

Zum allgemeinen Schutz hat die Deutsche Bahn außerdem den Kontakt zwischen Kunden und Mitarbeitern so weit es geht reduziert. Tickets werden von Zugbegleitern etwa nicht mehr in die Hand genommen, sondern nur noch auf Sicht kontrolliert. Auch der Restaurant-Service ist derzeit eingeschränkt.

„Der persönliche Service am Platz und im Restaurant wird ausgesetzt. Nur in den Bordbistros bieten wir Speisen und Getränke in Einwegverpackungen (To-Go-Artikel) an. Die Sitzplätze in den Restaurants stehen unseren Gästen weiter zur Verfügung“, heißt es bei der Bahn.

Der Konzern hat zwar 100.000 Schutzmasken für Mitarbeiter gekauft. Diese sollen aber nur im Verdachtsfall zum Einsatz kommen. Sollte es einen Verdacht auf Coronavirus im Zug geben, ist folgendes Vorgehen geplant: Die Bahn sperrt den betroffenen Bereich ab, reinigt und desinfiziert ihn.

Fluglinien sorgen für gute Lüftung

Auch Fluglinien achten seit dem Ausbruch von Covid-19 auf besondere Hygiene-Richtlinien. Jede Airline hat dabei teilweise eigene Vorgehensweisen. So wirbt beispielsweise Korean Air damit, dass sie mit dem Mittel MD-125 reinigen, das angeblich 124 unterschiedliche Bakterien und Viren – darunter Salmonellen, Aids und Masern – vernichten kann.

Die US-amerikanische Fluglinie Delta nutzt seit Februar ein spezielles „Nebelverfahren“ zur Desinfektion. Alles, was Passagiere an Bord brauchen, von Besteck bis zum Toilettenartikel, wird zudem nur noch in plastikverschweisten Verpackungen ausgeteilt. Das ist schlecht für die Umwelt, aber besser gegen Keimverbreitung.

Auch in puncto Lüftung wirbt Delta damit, dass sie in den meisten Maschinen ein modernes Ventilationssystem nutzen, das bis zu 99,999 Prozent aller Viren entziehen kann.

Bei der Lufthansa wirbt man ebenfalls mit frischer Luft. „Die Luft an Bord ist so sauber wie in einem OP“, heißt es auf der Website der Fluglinie. Die Luft in der Kabine bestehe zu 60 Prozent aus Frischluft und laufe durch Filter, die diese von Staub, Bakterien und Viren befreit.

Darüber hinaus trägt das Personal an einigen Flughäfen derzeit Mundschutzmasken. Die Mitarbeiter seien außerdem für den Verdachtsfall durch die medizinischen Dienste von Lufthansa geschult und könnten auf erprobte Verfahren zurückgreifen.

Obwohl sich das sehr sicher anhört, kämpfen fast alle Airlines derzeit mit massiven Nachfrage-Einbrüchen, sodass die meisten Fluglinien ihr Angebot stark reduziert haben. Die Lufthansa erwägt sogar, ihre ganze Flotte des Riesenairbus A380 vorübergehend stillzulegen.

Geschäftsreisende sind jedoch nicht nur in Zug und Flugzeug unterwegs, sondern auch in Taxis und Mietwagen.

Taxifahrer vermeiden Händeschütteln

In Taxis und Mietwagen gelten nun erhöhte Schutzmaßnahmen für mehr Hygiene. Der Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V. rät seinen Mitgliedern derzeit, den empfohlenen Verhaltensregeln des Bundesgesundheits- und Bundesinnenministeriums zu folgen.

Da Fahrer nicht immer regelmäßig ihre Hände waschen können, gehört dazu das Vermeiden von direktem Kontakt, insbesondere das Händeschütteln. Sie sollen ebenfalls der geltenden Hust- und Nies-Etikette – in die Armbeuge statt in die Hände husten und niesen – folgen.

Darüber hinaus sind Taxifahrer und Mietwagen-Chauffeure dazu angehalten, ihre Fahrzeuge regelmäßig zu desinfizieren. Das gilt nicht nur für das Lenkrad, sondern insgesamt für Kontaktflächen im Auto. Darüber hinaus sollen die Fahrer ihre Fahrzeuge regelmäßig lüften.

Bei Infizierungsverdacht sollten die betroffenen Personen so schnell es geht telefonisch mit einer Gesundheitsbehörde oder ihrem Hausarzt Kontakt aufnehmen.

Eigenes Verhalten anpassen

Wie sicher Geschäftsreisen in Zeiten des Coronavirus sind, hängt aber nicht nur von den Transport-Unternehmen ab. Wir alle können durch unser eigenes Verhalten ebenfalls dazu beitragen, dass sich Keime nicht so schnell verbreiten.

Dazu gehören natürlich die allgemeinen Hygiene-Hinweise der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

  • Wasche deine Hände regelmäßig und gründlich (mindestens 20 Sekunden lang) mit Seife.
  • Vermeide Händeschütteln und direkten Körperkontakt mit anderen.
  • Versuche, wenn möglich, den Sicherheitsabstand einzuhalten.
  • Achte mit darauf, dass Tische und Oberflächen desinfiziert und gereinigt werden.
  • Hinterlasse keinen Müll. Insbesondere benutzte Taschentücher solltest du umgehend entsorgen und dir danach die Hände reinigen.

Sowohl Flugzeuge als auch Züge sind derzeit mit weniger Passagieren unterwegs. Das macht es leichter, den erforderlichen Sicherheitsabstand zu halten.

Du kannst dies natürlich auch durch gezielte Sitzplatzreservierungen steuern – zum Beispiel durch Einzelsitze im Zug oder durch einen Platz in der Business-Klasse im Flugzeug, in der die Sitze einen größeren Abstand haben.

Sei zudem achtsam, aber gerate auch nicht in Panik, wenn jemand im Flugzeug hustet oder im Zug niest. Weise im ernsthaften Verdachtsfall ruhig das Personal darauf hin, damit dieses gegebenenfalls Sicherheitsmaßnahmen einleiten kann.

Gleiches gilt, wenn du auf einer Geschäftsreise Symptome bei dir bemerkst. Teile dies dem Personal mit und warte auf weitere Anweisungen.

Fahrkarten umbuchen oder erstatten lassen

Zum Schluss noch ein Gesundheits-Tipp: Wenn du dir Sorgen um deine Gesundheit machst, aber für dein Unternehmen geschäftlich reisen musst, suche das Gespräch zu deinen Vorgesetzten, um hier Alternativen – wie etwa einen neuen Termin oder Videokonferenzen – zu finden.

Wer bereits eine Geschäftsreise gebucht hat und diese nun aufgrund des Coronavirus absagt, kann diese derzeit bei fast jedem Transport-Unternehmen entweder gratis umbuchen oder erhält sein Geld zurück beziehungsweise einen Reisegutschein.


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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