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Facebook reicht Klage gegen EU-Wettbewerbsaufsicht ein

Vivien Stellmach
Die Facebook-Klage zeigt wieder einmal, wie egoistisch das Unternehmen handelt. (Foto: Pixabay.com / Simon)

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Facebook geht gegen die EU-Wettbewerbsaufsicht vor Gericht. Die europäische Kommission habe nämlich Informationen vom Konzern angefordert, die für eine Datenabfrage über das Nötigste hinausgehen. Wir ordnen die Facebook-Klage kommentierend für dich ein.

Bislang war es die europäische Wettbewerbsaufsicht, die Facebook streng beobachtete und gegen das soziale Netzwerk vorging. Doch nun dreht der Konzern den Spieß um – und reicht wegen einer unverhältnismäßigen Datenabfrage Klage gegen die EU-Kommission ein.

Facebook-Klage: Verlangt die EU-Wettbewerbsaufsicht zu viele Daten?

Die Facebook-Klage beruft sich darauf, dass die EU-Wettbewerbsaufsicht für ihre Untersuchung der Marktstellung mehr Informationen als nötig angefordert hat. Facebook-Anwalt Tim Lamb hat dazu ein offizielles Statement gegenüber mehreren Medien abgegeben:

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Die ungewöhnlich breite Natur der Forderungen der Kommission bedeutet, dass wir auch irrelevante Dokumente übergeben müssten, die nichts mit den Ermittlungen zu tun haben, darunter auch höchst sensible persönliche Informationen wie Gesundheitsdaten unserer Mitarbeiter, persönliche Finanzunterlagen und private Informationen zu Familienmitgliedern

, rechtfertigt er die Facebook-Klage.

„Wir denken, dass derartige Anfragen ein Fall für die EU-Gerichte sind“, ergänzt Tim Lamb zum Abschluss.

Facebook fühlt sich ungerecht behandelt

Facebook fühlt sich von der EU-Wettbewerbsaufsicht also ungerecht behandelt und kritisiert, dass die Kommission undifferenziert nach Informationen fragt. Das mag sein und natürlich hat der Konzern in dem Fall auch das Recht auf eine Klage.

Trotzdem darf man den Fall einmal in einen Kontext setzen. Facebook ist immerhin nicht gerade dafür bekannt, vorbildlich mit Nutzer-Informationen umzugehen.

Im Gegenteil: Persönliche Informationen sind natürlich sehr wertvoll für das soziale Netzwerk. Manchmal geben sogar externe Unternehmen wie Spotify und Airbnb ungefragt Daten an den Konzern weiter, wenn wir nicht aktiv etwas dagegen tun.

Facebook sammelt also gierig und teilweise auch hinterlistig Daten, um anschließend zielgerichtete Werbung auszuspielen und damit Monat für Monat mehrere Milliarden US-Dollar einzunehmen.

Facebook-Klage: Handelt das soziale Netzwerk nur egoistisch und gewinnorientiert?

Dass Facebook nun wegen einer offenbar unverhältnismäßigen Datenabfrage gegen die EU-Wettbewerbsaufsicht vorgeht, verstärkt den Eindruck, dass das soziale Netzwerk nur egoistisch und gewinnorientiert handelt.

Natürlich steht Mark Zuckerberg in der Pflicht, die Daten seiner Mitarbeiter zu schützen. Eigentlich sollte er allerdings genauso handeln, wenn es um die Nutzer seines sozialen Netzwerks geht. Und das tut er eben nicht.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.