Guy Fawkes Mask, Guy Fawkes Maske, Gesichtserkennung

Diese Software schützt dich vor Gesichtserkennung – oder auch nicht

Christian Erxleben
Der Name der Software geht auf den Verschwörer Guy Fawkes zurück. (Foto: Unsplash.com / Markus Spiske)

Mehrere Forscher der Universität Chicago haben eine Software entwickelt, die dich vor Gesichtserkennung schützen soll. Sie trägt den Namen Fawkes. Doch ist die Technologie dahinter wirklich gut genug? Selbst Experten äußern ihre Zweifel daran.

Guy Fawkes gehört wohl zu den berühmtesten Personen der britischen Geschichte. Sogar in Deutschland kennen viele Schüler die Erzählung rund um den katholischen Offizier, der am 5. November 1605 in London das englische Parlament in die Luft sprengen wollte.

Letztendlich scheiterte sein Anschlag, weil eine gewarnte Person sich an die damalige Regierung wandte und so die Verschwörung noch rechtzeitig aufflog. Heute sind die Guy-Fawkes-Masken wieder verstärkt zu sehen – vor allem bei Protesten gegen Spionage und staatliche Überwachung.

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Software „Fawkes“ soll dich gegen Gesichtserkennung schützen

Dementsprechend haben die Forscher der Universität Chicago ihrem Forschungsprojekt wohl auch nicht zufällig den Namen „Fawkes“ gegeben.

Schließlich haben Shawn Shan, Emily Wenger, Jiayun Zhang, Huiying Li, Haitao Zheng und Ben Y. Zhao gemeinsam eine Software entwickelt, die dich vor Gesichtserkennung schützen soll.

Dafür überarbeitet die Technologie eingereichte Bilder, ohne dass es das menschliche Auge wahrnimmt. Stattdessen verhüllt Fawkes zentrale Informationen, sodass Software zur Gesichtserkennung – wie sie beispielsweise bei Facebook zum Einsatz kommt – dich nicht mehr erkennt.

Und tatsächlich ist es der Software in mehreren Tests gelungen, die Systeme von Amazon, Microsoft, Facebook und einigen chinesischen Technologie-Unternehmen zu überwinden. So erkannte Facebook eine Person nach der „Verhüllung“ beispielsweise beim Bild-Upload nicht mehr.

Ein Katz-und-Maus-Spiel

Zu Beginn des Jahres war das Start-up Clearview AI in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, weil es Milliarden von frei zugänglichen Bildern in einer riesigen Datenbank gesammelt, analysiert und gespeichert hatte. Gegen eben jene Geschäftsmodelle wollen die Forscher der Universität Chicago vorgehen.

Doch selbst wenn die Ergebnisse, die Fawkes erzielt, auf den ersten Blick überzeugen, ist die Hoffnung auf den Erfolg des Projekts sogar unter Experten nicht sonderlich hoch.

So äußerten sich gegenüber der New York Times mehrere Spezialisten überwiegend kritisch. Der Grundtenor dabei lautet: Letztendlich handelt es sich bei der Gesichtserkennung auch nur um ein Katz-und-Maus-Spiel.

Oder anders ausgedrückt: Wenn es einer Software oder einem Entwickler gelingt, die Systeme von Amazon, Facebook und Co. zu überlisten, gehen eben jene und auch andere Konzerne im nächsten Schritt dazu über, die verwendeten Verhüllungsmethoden zu erkennen und rückgängig zu machen.

Letztendlich braucht es für den effektiven Schutz der Bürger klare gesetzliche Vorgaben zum Einsatz und der Verwendung von Gesichtserkennung. Selbst diese Regelungen stellen jedoch nicht zu 100 Prozent sicher, dass Bilder und andere persönliche Daten für andere Zwecke missbraucht werden.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.