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Aufgaben, Fähigkeiten, Alltag: Was macht eigentlich ein Co-CEO?

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geschrieben von Christian Erxleben

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt von Grund auf. Deshalb entstehen neue Berufsbilder. Doch was versteckt sich hinter den Bezeichnungen? Das möchten wir in „Und was machst du so?“ greifbar machen. Heute: Jonas Thiemann und der Beruf des Co-CEO.

Der Start in den Tag als Co-CEO

Jonas, du arbeitest als Co-CEO bei der Applike Group. Beschreibe uns doch einmal in vier Sätzen, wie du den Beruf des Co-CEO neuen Freunden erklärst.

Ich bin der Co-CEO der Applike Group. Ich teile mir den Geschäftsführerposten mit Carlo Szelinsky, mit dem ich das Unternehmen im Jahr 2015 gegründet habe.


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Die AppLike Group bietet Lösungen im Bereich Mobile User Acquisition und Ad Monetization an. Ziel des Unternehmens ist es, mit seinen Technologien jeden Smartphone-Nutzer der Welt zu erreichen.

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Wie sieht ein normaler Tag in deinem Beruf aus?

Da ich mich in der operativen Arbeit auf unsere Applike-Company Adjoe fokussiere, starte ich jeden Morgen um 9.45 Uhr mit einer Adjoe-Führungsrunde in den Tag. In dieser Runde besprechen wir die wichtigsten Zahlen und schauen uns an, wie das Geschäft läuft.

Über den Tag verteilt verbringe ich viel Zeit in Meetings, in denen ich mich mit den Führungskräften zu operativ drängenden Themen austausche. Außerdem führe ich viele Telefonate mit (potenziellen) Kunden und Kundinnen – also App-Publishern.

Was mir besonders wichtig ist: Zwei Mal pro Woche nehmen Carlo und ich uns jeweils 90 Minuten Zeit für ein „Weekly Meeting“. Im ersten geben wir uns ehrliches, konstruktives Feedback zum operativen Geschäft, im zweiten reflektieren wir gemeinsam, ob wir mit unserer Strategie weiterhin auf Kurs sind.

Zusätzlich stimme ich mich ein Mal pro Woche mit unserer „Mutter“ Gruner + Jahr ab und bespreche beispielsweise Jahresabschlüsse und Reportings.

Und womit startest du in den Tag?

Ich starte morgens immer mit einer Tasse Tee in den Tag, gefolgt von einer 30- bis 45-minütigen Klavier- oder Yoga-Session, je nachdem, auf was ich gerade Lust habe. Anschließend mache ich mich mit meinem Hund Anton auf den Weg ins Büro.

Jonas Thiemann, Applike Group, AppLike Group, Co-CEO

Jonas Thiemann, Co-CEO der Applike Group.

Die Aufgaben als Co-CEO

Welche Aufgaben fallen in deinen Bereich?

Ich bin als Co-CEO der Applike Group verantwortlich für Vertrieb, Marketing, HR beziehungsweise Recruiting, PR und Kommunikation, Investor Relations sowie – zusammen mit meinem Co-Founder Carlo – für die strategische Gesamtkonzeption des Unternehmens.

Wie definierst und interpretierst du deinen Job als Co-CEO persönlich?

Ganz grob gesagt, würde ich mich als Außenminister und Carlo als Innenminister von Applike bezeichnen. Diese Einteilung stimmt so zwar nicht immer, trifft es aber in der Regel ganz gut.

Meine Aufgabe als Co-CEO ist einerseits, dass die Applike-Gruppe Umsatz erwirtschaftet. Andererseits, dass die Organisationsstruktur so gebaut ist, dass alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zufrieden sind und erfolgreich arbeiten können.

Wie ist deine Stelle in die Unternehmensstruktur eingegliedert? Das heißt: An wen berichtest du und mit wem arbeitest du zusammen?

Einmal im Monat findet ein Shareholder-Board statt, in dem Carlo und ich an die Gruner + Jahr-Manager und Mangerinnen Julia Jäkel (CEO), Oliver Radtke (COO), Arne Wolter (CDO) und Udo Stalleicken (CFO) berichten.

Spaß und Dankbarkeit in deinem Beruf

Selbstverständlich wird die Rolle eines Co-CEO in jedem Unternehmen unterschiedlich ausgelegt. Welche Perspektiven kommen bei dir zu kurz, die grundsätzlich zum Berufsbild gehören?

Als Co-CEO ist diese Frage nicht einfach zu beantworten, denn mein Job ändert sich tatsächlich gefühlt alle paar Monate. Es gibt neue Produkte, neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, neue Geschäftsfelder und noch mehr.

Mein Job ist heute ein ganz anderer als noch vor einem halben Jahr und wird in sechs Monaten vermutlich anders sein als heute. Das ist auch Teil der Faszination, wenn man ein Unternehmen gründet und ausbaut.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?

Ich liebe es, mit Menschen zusammenzuarbeiten und Kooperationen zu schließen, beispielsweise mit (potenziellen) Kunden und Kundinnen. Außerdem macht es mir besonders viel Spaß, die versammelte Mannschaft für unsere gemeinsame Vision zu begeistern.

Funkelnde Augen von Kollegen und Kolleginnen sind das beste Feedback für meine Arbeit.

Wofür bist du besonders dankbar?

Ich bin besonders dafür dankbar, dass mein Co-CEO Carlo mir immer meine persönlichen Schwächen verzeiht und mich als Mensch wertschätzt. Außerdem bin ich für die hohen Freiheitsgrade dankbar, die uns unser Gesellschafter Gruner + Jahr gibt.


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Und wie wird man jetzt ein Co-CEO?

Insbesondere in der Digital-Branche gibt es häufig nicht mehr die klassische Ausbildung. Wie bist du zu deiner Stelle gekommen?

Ich habe mich bereits früh für das Unternehmertum begeistert. Als leidenschaftlicher Klavierspieler verdiente ich mir schon als Jugendlicher über mehrere Jahre Geld hinzu, wovon ich später das Startkapital für meine erste Start-up-Gründung finanzierte.

Nach einem dualen Studium (Business Administration) bei der Otto-Gruppe gründete ich dann gemeinsam mit Carlo die Gutscheinplattform Copay, die ein Jahr nach dem Start aber wieder eingestellt werden musste.

Im Jahr 2015 dann unternahmen Carlo und ich einen zweiten Versuch und gründeten Applike. Diesmal mit Erfolg.

Welchen Tipp würdest du einem Neueinsteiger oder interessierten Quereinsteiger geben, der auch Co-CEO werden will?

Co-CEO beziehungsweise Co-Founder kann im Prinzip jeder werden. Man muss im Grunde nur zum Notar gehen und eine GmbH gründen.

Ich würde allerdings vor allem jungen Interessierten eher empfehlen, so früh wie möglich bei einer in der Wachstumsphase befindlichen Firma anzuheuern – am besten während oder nach dem Studium.

Idealerweise auf einer Position, die so nah wie möglich am Gründerteam angesiedelt ist und die es erlaubt, den Gründern und Gründerinnen im beruflichen Alltag quasi über die Schulter zu schauen. Das ist die beste Schule.

Man bekommt mit, wie Erfolge erarbeitet und welche Fehler gemacht werden. Daraus kann man viel lernen und anschließend – wenn man den Drang verspürt – sein eigenes Unternehmen gründen.

Vielen Dank, Jonas!

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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