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Weißt du noch damals, als wir … noch mit dem Tamagotchi spielten?

Marinela Potor

Ja, es gab sie! Eine Zeit vor Smartphones, WLAN und Google, als wir noch Handys mit Tasten hatten und Kassetten hörten. In unserer Nostalgie-Serie erinnern wir uns bei BASIC thinking an diese „alten“ Zeiten – mal mit Wehmut, mal mit Erleichterung, dass die Technologie fortgeschritten ist. Diesmal erinnern wir uns an das Tamagotchi. 

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann und woher sie in meinem Umfeld auftauchten, doch auf einmal waren sie überall: die Tamagotchis.

Die Elektrospielzeuge stammten aus Japan und waren eine Wortneuschöpfung aus dem japanischen Wort „Tamago“ („Ei“) und dem Angilizismus „Watchi“ (vom englischen „watch“, also „Uhr“ oder „aufpassen“). Das Tamagotchi war genau das: Ein Ei, das man hegen und pflegen musste, damit es gedeiht und wächst.

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So funktionierte das Tamagotchi

Das Elektrospielzeug war in etwa so groß wie ein Schlüsselbund und repräsentierte ein Küken. Um dieses musste man sich, wie um ein echtes Haustier auch, konstant kümmern.

Das bedeutete: Als Nutzer musste man das Tamagotchi füttern, ins Bett bringen und ihm auch Streicheleinheiten zukommen lassen. Die Küken entwickelten dabei auch eigene Persönlichkeiten.

All das lief virtuell, beziehungsweise per Knopfdruck ab. Auf einem Mini-Display gab es Meldungen zum aktuellen Status und den jeweiligen Bedürfnissen des Kükens.

Wurde das Tamagotchi zu stark vernachlässigt, starb es. Anders als bei echten Haustieren gab es aber einen Reset-Knopf, mit dem der ganze Kreislauf wieder von vorne beginnen konnte.

Enge Bindung zum Tamagotchi

Ich hatte nie mein eigenes Tamagotchi. Aber irgendwann tauchte eines auf, das dann im Freundeskreis umging. Jeder von uns durfte das Küken so lange behalten, bis es verkümmerte, mindestens aber eine Woche.

Als ich endlich dran war, hegte und pflegte ich mein kleines Küken, das ich – sehr kreativ – „Gotschi“ nannte. Gotschi wurde immer größer und führte ein rundum glückliches und erfülltes Leben bei mir.

Bis ich es für ein paar Tage zum Babysitten an einen Kumpel geben musste. Bis heute bin ich mir nicht sicher, was genau passiert ist. Doch er gestand mir schließlich betroffen ein, dass er versehentlich meinen Gotschi getötet hatte.

Tatsächlich fühlte es sich zu dem Zeitpunkt wirklich so an, als sei es „mein“ persönliches Tamagotchi, zu dem ich auch eine enge Bindung entwickelt hatte. Ich gebe also zu, dass ich eine Weile ziemlich sauer auf meinen Kumpel war und auch eine Zeit brauchte, um mich von dem Verlust zu erholen.

Angesichts des massiven Hypes um die Tamagotchis Ende der 1990er bin ich mir sicher, dass ich nicht die einzige war, der es so erging. Und es gibt bestimmt Studien da draußen, die belegen, dass man alleine dadurch, dass man sich um etwas kümmert – sei es ein Hund, eine Pflanze oder halt ein Elektro-Küken – eine emotionale Bindung dazu entwickelt.

So manch einer mag heutzutage ähnlich objektophile Gefühle für sein Smartphone hegen.

Reset-Taste für das Spielzeug

Doch die gute Nachricht für alle Fans der Elektroküken ist: Das Tamagotchi hat für sich selbst die Reset-Taste gedrückt. 2004 kamen neue Spielzeuge unter dem Namen „Tamagotchi Connexion Version 1“ heraus.

Diese hatten mehr Funktionen als ihre Vorgänger. So konnte man sich beispielsweise mit anderen Tamagotchi-Besitzern vernetzen und die Küken konnten heiraten oder Kinder bekommen. 2017 kam sogar eine Jubiläumsedition zum 20. Geburtstag heraus. Und dazwischen gab es einen Tamagotchi-Film.

Ich bin nicht sicher, ob künftige Generationen die Leidenschaft und den Spaß rund um die Tamagotchis verstehen werden oder ob sie unter die Rubrik „das musst du selbst erlebt haben“ fallen werden.

Ich selbst hatte aber nie wieder ein zweites Tamagotchi. Kein anderes Küken wird jemals meinen „Gotschi“ ersetzen können.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.