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„The Line“: Saudi-Arabien zeigt Pläne für Stadt ohne Autos und ohne Emissionen

Marinela Potor
Saudi-Arabien startet den Bau der Stadt der Zukunft "The Line" noch 2021. (Foto: Neom)

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In Saudi-Arabien soll eine autofreie Mega-Stadt der Zukunft entstehen. Die erste Bauphase zum neuen Projekt „The Line“ startet noch im ersten Quartal 2021. Doch die Smart City ist nicht unumstritten. 

Saudi-Arabiens Pläne für die autofreie Stadt der Zukunft nehmen langsam Form an. Beim Projekt „The Line“ soll 2021 die erste Bauphase starten.

„The Line“ soll ein Gürtel vernetzter Quartiere werden, umgeben von Natur, in dem man alles zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kann. Das Smart-City-Projekt soll nichts weniger als eine neue Form von urbanem Leben symbolisieren.

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Abkehr von der traditionellen Stadt

„The Line“ ist eingebettet in das größere Projekt „Neom“.

Neom ist ein gigantisches Projekt einer neuen Region, die praktisch aus dem Nichts entstehen soll. Die geplante Fläche umfasst eine rund 26.500 Quadratkilometer große Fläche entlang des Roten Meers und soll sich neben Saudi-Arabien auch über Ägypten und Jordanien erstrecken.

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In dieser dünn besiedelten Wüstenregion soll die Mega-Stadt „Neom“ entstehen. (Foto: Neom)

Am Ende soll Neom mehrere Städte umfassen, einen Hafen, Wirtschaftszonen, Forschungszentren, Sport- und Veranstaltungszentren sowie Tourismusziele. Der Plan sieht vor, dass hier ein Lebenszentrum für Millionen von Menschen entstehen soll – aus aller Welt.

Neom ist wiederum Teil von Saudi-Arabiens Zukunftsvision „Vision 2030“.

Mit dieser Vision möchte das Land, insbesondere aber Kronprinz Mohammad bin Salman bin Abdulaziz Al-Saud, der diese Projekte antreibt, eine „lebendige Gesellschaft schaffen, in der alle Bürger ihre Träume, Hoffnungen und Bestrebungen umsetzen können, um in einer florierenden Wirtschaft erfolgreich sein zu können“.

Dazu gehört auch eine Abkehr von der „traditionellen“ Stadt. Saudi-Arabien möchte fußgängerfreundliche, naturnahe und lebenswerte Städte ohne Autos schaffen. „The Line“ soll die erste dieser Städte in Neom werden.

The Line: Alles soll in fünf Minuten zu Fuß erreichbar sein

Aus den aktuellen Plänen, die jetzt vorgestellt wurden, geht hervor, dass „The Line“ einen grünen Gürtel von 170 Kilometern umfasst. Sämtliche Energie für die Stadt soll aus 100 Prozent erneuerbaren Quellen stammen und es soll auch viel Natur geben. Davon stehen 95 Prozent der Fläche unter Naturschutz.

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95% der Natur soll in „The Line“ geschützt werden. (Foto: Neom)

Damit geht auch einher, dass die Stadt fußgängerfreundlich sein soll. Jeder wichtige Ort soll innerhalb von fünf Gehminuten erreicht werden können. Dazu gehören Kliniken, Schulen, Freizeitaktivitäten und Grünflächen.

Private Autos sind nicht vorgesehen. Es soll aber öffentliche, elektrische Transportmittel geben, die irgendwann auch autonom agieren sollen – sich also ohne menschliche Fahrer fortbewegen können.

Entsprechend steht auch Technologie im Zentrum dieser Smart City. Denn Künstliche Intelligenz soll wirklich alles in „The Line“ steuern. Angeblich möchte man überall, soweit es geht, Daten sammeln und 90 Prozent dieser Daten sollen verarbeitet werden, um die Infrastruktur zu verbessern.

Das sei wesentlich ambitionierter als bei aktuellen Smart Cities, die lediglich ein Prozent ihrer Daten verwerten, berichtet das Magazin Construction Week Online.

Baustart für „The Line“ soll noch im ersten Quartal 2021 sein. Den Bau sollen dann aber übrigens nicht Menschen übernehmen. Saudi-Arabien möchte Neom komplett von Robotern bauen lassen.

Blutiger Traum einer Smart City

Projekte wie diese sind keine Einzelheit in der Region. Nahezu alle Golfstaaten haben ähnlich ehrgeizige und grüne Zukunftsvisionen, die auf smarter Technologie basieren. Dabei geht es teilweise darum, der Welt den eigenen Fortschritt zu zeigen, aber auch darum, sich vom (endlichen) Erdölgeschäft unabhängiger zu machen.

Das Neom-Projekt ist aber nicht unumstritten.

Denn auf der Wüstenfläche, auf die Neom gesetzt werden soll, leben derzeit Menschen. Diese werden aber gezwungen, für das Projekt ihre Dörfer zu verlassen. Wehren sie sich oder protestieren sie dagegen, bekommen sie die Härte des autoritären Staates zu spüren.

Ein Aktivist, der gegen das Projekt protestierte, wurde zum Terroristen erklärt und kurze Zeit später von saudischen Spezialeinheiten umgebracht. Einige sprechen daher im Zusammenhang von Neom auch vom „blutigen Traum“.

Für die Regierung hat die Zukunftsvision eindeutig Vorrang vor den Bedenken der örtlichen Bevölkerung. Die erste Ausbaustufe von Neom soll 2025 beendet sein.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.