MSCHF

MSCHF: Ein Anti-Unternehmen zwischen Chaos und Hype

Fabian Peters
Die Website von MSCHF ist rätselhaft und spannend zugleich. (Foto: Screenshot / Website)

Nike Air, die mit gesegnetem Wasser aus dem Jordan gefüllt sind? 20.000 US-Dollar für die Person, die den Finger am längsten auf seinem Smartphone hält. Mit Aktionen wie diesen macht MSCHF auf sich aufmerksam. Wir porträtieren das Anti-Unternehmen.

Bis zu 25.000 US-Dollar für die Person, die ihren Finger am längsten auf ihrem Smartphone-Display hält. So lautete das Versprechen bei „Finger on the App“. Nach über 70 Stunden war Schluss.

Gamemaster und YouTuber Mr. Beast (alias Jimmy Donaldson) versprach den verbleibenden vier von über eine Million Teilnehmern jeweils 20.000 US-Dollar.

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Hinter der Aktion steckt das New Yorker Künstler-Kollektiv MSCHF. Der Name steht für „mischief“; Englisch für Unfug. Mit Aktionen wie diesen hat das Start-up einen regelrechten Hype ausgelöst.

Jeden zweiten und vierten Montag im Monat sorgt MSCHF mit seinen sogenannten Drops für Aufsehen. Ende 2019 kursierte beispielsweise eine Meldung über sogenannte „Jesus Shoes“ von Nike.

Das MSCHF-Kollektiv hat die Luftpolstersohle der Nike Air Max 97 mit gesegnetem Wasser aus dem Jordan gefüllt. An den Schnürsenkeln hängt ein Kruzifix samt goldener Jesus-Figur. Eine rote Einlegesohle soll an die Schuhe vom Papst erinnern. Binnen Minuten war die streng limitierte Auflage ausverkauft.

Kostenpunkt: bis zu 3.000 US-Dollar.

Zwischen Absurdität und Aufmerksamkeit

Zahlreiche Medien berichten über die Aktion. Auch Superstar Drake sichert sich ein Paar und sorgt via Instagram für zusätzliche Publicity. Nike war nicht involviert.

MSCHF will mit der Aktion auf die Absurdität der Kollaborationskultur hinweisen. Die Jesus-Sneaker stehen dabei symbolisch für die Identität des Kollektivs, das laut eigenen Angaben zehn Mitarbeiter beschäftigt.

MSCHF greift dabei aktuelle Themen auf und führt sie ad absurdum. So auch im Mai 2019, als das Unternehmen in Kooperation mit dem chinesischen Künstler Guo O Dong ein Samsung Netbook aus dem Jahr 2008 für über 1,35 Millionen Dollar versteigerte.

Der Grund für den vermeintlich absurden Preis? Das Gerät enthielt sechs der gefährlichsten und effektivsten Computerviren, die jemals entwickelt wurden. Der gefährlichste Laptop der Welt sozusagen.

Die Identität des Käufers ist nach wie vor unbekannt. Dieser musste jedoch bestätigen, das Gerät ausschließlich aus künstlerischen oder akademischen Zwecken zu erwerben und die Malware nicht zu verbreiten.

MSCHF: Eine produkt- und markenunabhängige Marke

Es war der erste von bislang 36 Drops, mit dem MSCHF auf Anhieb einen viralen Hype ausgelöst hat. Zuvor war das in Brooklyn ansässige und 2016 gegründete Unternehmen als Marketing-Agentur tätig.

Die Website besteht lediglich aus einer Liste vergangener Drops sowie Countdowns für bevorstehende Aktionen. Laut MSCHF-Gründer Gabriel Whaley wolle sich das Kollektiv bewusst nicht auf Erfolgsprodukte wie die Jesus-Sneaker versteifen, sondern als produkt- und plattformenunabhängige Marke etablieren.

MSCHF trifft den Zahn Zeit und der modernen Popkultur. Getrost kann man das Kollektiv als eine Art Anti-Unternehmen bezeichnen. Alle Aktionen und Projekte von MSCHF haben eines gemein: Sie zielen auf Aufmerksamkeit und sparen nicht mit Kritik an ökonomischen und gesellschaftlichen Prozessen.

Ein kommerzielles Interesse erscheint zweitrangig.

„DO NOT FOLLOW US“

MSCHF verzichtet aus Prinzip auf gängige Social-Media-Strategien. In der Beschreibung des Instagram-Kanals von MSCHF lautet es „DO NOT FOLLOW US“. Dennoch verfügt der Account über 16.000 Abonnenten; jedoch nur einen einzigen Beitrag.

Wer sich über neue Aktionen informieren möchte, muss die Webseite besuchen oder die MSCHF-App herunterladen. Diese ist momentan jedoch nur in den USA verfügbar.

Obwohl MSCHF gegen den Strom schwimmt, ist der Hype um das Kollektiv und seine Drops enorm. Wir dürfen gespannt sein, was sich das New Yorker Kollektiv als nächstes einfallen lässt. Der Countdown zum nächsten Drop läuft bereits.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).