Social Media

Clubhouse: Was steckt hinter der neuen Hype-App?

Clubhouse
Clubhouse ist der neue Social-Media-Trend. (Foto: Screenshot / YouTube)
geschrieben von Maria Gramsch

Hast du am Wochenende ausnahmsweise das Smartphone beiseitegelegt und einfach mal das Winterwetter genossen? Dann hast du den neuen Hype in Sachen Social Media verpasst. Wir erklären dir, was hinter Clubhouse steckt – und ob eine Einladung Fluch oder Segen ist.

„Ich bin drin, das war ja einfach.“ So einfach, wie es Boris Becker 1999 in seinem AOL-Werbespot mit dem Internet hatte, ist der Zugang bei Clubhouse nicht. Das soziale Netzwerk für die Ohren hat sich in Deutschland binnen weniger Tage zur Hype-App der Stunde entwickelt.

Eine Mitschuld daran trägt vermutlich auch der erschwerte Zugang zum exklusiven Clubhouse, denn den gibt es nur über eine Warteliste – oder via Einladung. Marieke Reimann, Ex-Chefredakteurin von Ze.tt, nennt die App in ihrer Instagram Story den „einzigen Club, der gerade geöffnet ist, aber ne sehr harte Tür hat“.


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Die App der Alpha Exploration Co. aus San Francisco fungiert als Audio-Plattform, auf der Nutzer und Nutzerinnen in sogenannten „Rooms“ live diskutieren oder den Gesprächen anderer lauschen können.

Clubhouse mutet an als eine Mischung aus Podcast, Call-in Show im Radio und Twitter-Feed – gepaart mit dem Gefühl der Exklusivität, die dank iPhone- und Invite-only-Mentalität noch verstärkt wird.

Der never ending Podcast

Nach dem nicht enden wollenden Podcast-Hype ist Clubhouse wohl der nächste logische Schritt in Sachen Audio-Content. Kein Wunder also, dass die Macher bereits im Mai 2020 eine ordentliche erste Finanzierungsrunde hingelegt haben.

Die Venture-Capital-Firma Andreessen Horowitz, die unter anderem auch frühzeitig in Skype und Twitter investiert hat, hat laut Forbes Magazine zehn Millionen US-Dollar Eigenkapital locker gemacht.

Die Finanzierung hat der App, die sich bis dato noch in der US-Beta-Phase mit weniger als 5.000 Testern und Testerinnen befand, einen Wert von 100 Millionen US-Dollar beschert.

Clubhouse: Kein Hype ohne kritische Stimmen

Doch wie bei jedem Internet-Hype bleibt auch bei Clubhouse die Kritik nicht aus. Berechtigt ist diese wohl beim eher fragwürdigen Umgang mit dem Thema Datenschutz. So muss man der App zum Beispiel Zugriff auf alle Kontaktdaten im Adressbuch erlauben, wenn man weitere Nutzer und Nutzerinnen einladen möchte.

Wird während eines Gesprächs auch nur ein Verstoß gegen die Community Guidelines gemeldet, zeichnet Clubhouse die gesamte Gesprächsrunde auf – offiziell, um die gemeldeten Verstöße zu untersuchen. Dessen sollte man sich also bewusst sein, wenn man sich sensibleren Themen widmet.

Auch die fehlende Inklusivität stößt auf Kritik, da die App Gehörlose durch fehlende Barrierefreiheit direkt ausschließt.

Das richtige Konzept zur richtigen Zeit

Die App trifft den Nerv der Zeit. Gerade in der Krise, die viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ins Home Office verbannt hat, ist bei vielen das Mitteilungsbedürfnis groß. Es fehlt der Tratsch in der Kaffee-Küche oder beim Mittagessen in der Kantine. Viele Menschen lechzen nach dem fehlenden Miteinander.

Das soziale Leben hat sich in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie weitestgehend ins Netz verlagert. Der WDR zitiert eine Nutzerin: „Das hier ist wie eine Party, auf die ich komme und mich für gute Gespräche unter die Leute mische. Wann gab es das schon – seit Corona?“

Clubhouse ist also der digitale Ersatz für Konferenzen, Partyabende und geselliges Beisammensein – eine Geschwätzigkeitssupernova, wie Satiriker Micky Beisenherz bei Twitter schreibt.

Und genau so breit gefächert sind auch die Themengebiete. Zwischen Tipps für die Investorensuche und Finanzierungsmodellen treffen sich Nutzer und Nutzerinnen auch zum Rudelgucken der ARD-Talkrunde von Anne Will oder diskutieren die wirklich wichtigen Themen unserer Zeit: nämlich, ob es „Der, Die oder Das Nutella“ heißt.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

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