Wie ich durch deutsche Onlineshops die Vorteile von Amazon sah

Felix Baumann

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In den letzten Monaten hatte man vor allem eines: Zeit, um sich seinen privaten Projekten zu widmen. So beschloss ich Ende 2020 längst aufgeschobene Aufgaben zu realisieren und die dafür notwendigen Dinge einzukaufen: Farben und Malerzubehör, um Wände zu streichen, sowie Dekoobjekte und ein Boxspringbett zum allgemeinen Aufwerten der Umgebung. Auf Amazon wollte ich verzichten, heißt es doch immer, dass man deutsche Händler bevorzugen sollte. Warum diese mit der amerikanischen Konkurrenz nicht immer mithalten können, fasse ich euch anhand eines Erfahrungsberichts zusammen.

Bevor es losgeht, möchte ich aber noch eine Sache loswerden: Es ist klar, dass jeder Mensch unterschiedliche Erfahrungen mit dem eigenen Onlineeinkauf macht. Solltet ihr bisher mit Händler X oder Anbieter Y keine Probleme gehabt haben, dann ist das erfreulich, dieser Bericht soll aber von meiner Perspektive unterstreichen, wieso wir Amazon wegen bestimmten Dingen verteufeln (beispielsweise die Arbeitsbedingungen) und gleichzeitig nicht ohne auskommen.

Die Arbeitsbedingungen bei Amazon werden kontrovers diskutiert.

Die Bestellungen wurden alle am 31.12.2020 getätigt. Das Malerzubehör wurde beim Anbieter Hagebaumarkt bestellt, die Dekoartikel und das Boxspringbett über den deutschen Onlinehändler Baur. Angegeben wurden als Lieferzeit die 2. Januarwoche (Malerartikel), die 3. Januarwoche (Dekoartikel) und die 1. Februarwoche (Boxspringbett). Hier offenbart sich das erste Problem: die Lieferzeit. Klar, wir befinden uns mitten in der Coronavirus-Pandemie, trotzdem war ich doch erstaunt, dass Dinge wie Mörtel, Pinsel und Farbe 2 Wochen Lieferzeit benötigen. Bestelle ich bei Amazon Malerzubehör, so wurde die Lieferung am nächsten Tag (mit Prime) versprochen. Bei Farbe wurde eine Lieferzeit von 2-3 Tagen angegeben.

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Eine Woche verstreicht und die ersten E-Mails erscheinen in meinem Eingang: Die Wandfarbe verzögert sich um weitere 2 Wochen, auch Baur teilt mir (per BRIEF) mit, dass man mit den Dekoartikeln erst Anfang Februar rechnen kann. Da ich keinen Zeitdruck hatte, erschien mir das als kein großes Problem, eine Lieferzeit von 4 Wochen ist dann meiner Meinung nach aber nicht mehr konkurrenzfähig. Nach 4 Wochen trudelten dann auch Farbe, Malerzubehör und Mörtel ein, Anfang Februar war vom Boxspringbett noch kein Bettpfosten in Sicht.

Das lange Warten auf das Paket: Schnelle Lieferzeiten verspricht fast immer nur Amazon (Bild: RoseBox)

Das lag daran, dass ich Ende Januar einen Brief (ja, noch einen Brief) von Baur erhielt. Hier teilte man mir mit, dass sich das Bett um weitere zwei Wochen verzögern sollte. Mitte Februar erhielt ich dann einen weiteren Brief, dass das Bett ein weiteres Mal zwei weitere Wochen nicht greifbar wird. Als neue Lieferfrist ist der 22.02-26.02 angegeben, bis heute (23.02) hat noch keine Spedition angerufen. Also wird auch diese Frist erneut verstreichen.

Das Fazit für mich daraus ist Folgendes: Benötige ich etwas schnell und zuverlässig, werde ich auch in Zukunft häufiger zu Amazon greifen. Klar gibt es auch andere Händler (bspw. Mediamarkt), die ihre Lieferzeiten einhalten, dass so große Unternehmen wie Hagebaumarkt und Baur bei ihrer Planung so stark danebenliegen, hätte ich aber nicht gedacht. Es ist für mich als Kunde verständlich, dass manche Produkte nicht ab Lager verfügbar sind, mich dann aber (wie im Falle Baur) per Brief über immer wiederkehrende Verzögerungen zu informieren, erscheint mir nicht mehr wirklich zeitgemäß. Denn auch Lieferzeiten sind heutzutage ein Kaufargument, von dem das Vertrauen in den Händler abhängig ist.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.