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Zum Weltfrauentag: Der Weg zu einer gleichberechtigten Startup-Szene

Startup Weltfrauentag LEXROCKET
Foto: Pixabay.com / janeb13

Obwohl die Startup- und Gründerwelt weitgehend frei von menschlichen Vorurteilen sein will, weist die Startup-Szene immer noch strukturelle Hindernisse auf, die das Unternehmertum von Frauen beeinträchtigen. Was kann getan werden, um diesen Missstand zu ändern und warum ist das wichtig?

Die Hoffnung auf technologische Fortschritte besteht darin, unsere Gesellschaft über menschliche Vorurteile hinaus zu bewegen und eine gleichberechtigte und gerechtere (Startup-)Welt zu schaffen. Daten sollten schließlich objektiv sein, aber immer wieder haben wir gesehen, wie sich die Vorurteile unserer veralteten Systeme auch in unsere neuen, vermeintlich modernen eingeschlichen haben.

Die Job-Recruiting-Software, die männliche Kandidaten bevorzugt oder die Gesichtserkennung, die keine unterschiedlichen Hauttöne lesen kann, sind nur zwei Beispiele, weshalb die „intelligente“ Technologie nicht immer so intelligent ist. 

Das Problem ist nicht die Natur dieser Technologien, sondern die impliziten und oft unbekannten Vorurteile derer, die sie erschaffen – eine Gruppe, die derzeit überwiegend weiß und männlich ist.

Startup-Szene: Eine von Männern dominierte Welt

Laut Crunchbase waren 2019 rund 20 Prozent der neu finanzierten Startups Unternehmen mit einer weiblichen Gründerin. Diese Zahl hat sich seit 2009 mehr als verdoppelt (von 9,5 Prozent auf 20 Prozent), aber tatsächlich ist es immer noch eine von Männern dominierte Welt.

Basierend auf den Daten des deutschen Zukunftsinstituts (Trend- und Zukunftsforschung) fällt die Startup-Szene in Bezug auf Geschlecht, Rasse und Hintergrund häufig hinter traditionelle Arbeitgeber zurück.

Diese Art von Homogenität beeinträchtigt nicht nur die Chancen von Frauen, im technischen Bereich erfolgreich zu sein, sondern erstickt auch die Innovation und das Endergebnis.

Namhafte Unternehmen wie McKinsey und die Knight Foundation haben gezeigt, dass divers aufgestellte Startup-Teams ihre hauptsächlich mit Männern aufgestellten Konkurrenten durchweg übertreffen und überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen können.

Mit sehr wenigen weiblichen Business Angels und Investorinnen unter den großen VCs in Deutschland bildet sich schnell ein Teufelskreis. Investoren entscheiden sich dafür, ihr Geld in Projekte und Gründer zu stecken, die sie persönlich ansprechen. Doch wenn die Mehrheit der Investoren männlich ist, sehen sie sich eher in männlichen Unternehmern.

Gründerinnen von Startups erhalten nur einen Bruchteil der öffentlichen Startkapitalmittel

Aber nicht nur auf Investitionsseite fehlt es an finanzieller Unterstützung für Gründerinnen. Bei der Vertretung auf öffentlicher Ebene ist die Situation nicht viel besser. Beispielsweise liegt der Anteil der Frauen in den Entscheidungsgremien, die die Starthilfe und -förderung überwachen, je nach Einrichtung zwischen lediglich 12,5 Prozent und 25 Prozent.

Es überrascht daher nicht, dass Gründerinnen von Startups nur einen Bruchteil der öffentlichen Startkapitalmittel erhalten, die ihren männlichen Kollegen zur Verfügung gestellt werden.

Der eingeschränkte Zugang zu Kapitalfinanzierung und Investorennetzwerke sind zwei der größten Herausforderungen für Unternehmerinnen. Nur durch nachhaltige und gezielte Unterstützung der nächsten Generation Gründerinnen kann diesem geschlechterbedingten Nachteil entgegengewirkt werden. 

Diversität trägt zu einer besseren Unternehmenskultur bei

Mehr Frauen im Unternehmen oder in Führungspositionen – sowie farbige Menschen und Menschen mit unterschiedlichem sozioökonomischen und geografischen Hintergrund – machen Unternehmen stärker und produktiver.

Sie schaffen Diversität nicht nur in Hautfarbe, Geschlecht oder Ethnie, sondern vor allem durch die unterschiedlichen Erfahrungswerte, die jedes Individuum mit sich bringt und tragen so zu einer gestärkten, vielseitig geprägten Unternehmenskultur bei.

Inzwischen gibt es zahlreiche Beispiele erfolgreicher Unternehmerinnen, die trotz ihrer Rolle als Frau in einer vermeintlich unpassenden Welt, den Sprung nach ganz oben geschafft haben oder auf dem direkten Weg dorthin sind.

Die durch Frauen und die dadurch geförderte Diversität entstehenden unterschiedlichen Perspektiven werden die Technologie und Innovation, die wir schaffen sowie die Vielfalt unserer Erfahrungen wirklich widerspiegeln und nachhaltig stärken. 

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Über den Autor: Yalun Meng ist der Kopf von LEXROCKET. LEXROCKET ist die Gründer- und Start-up Förderinitiative des Softwarehauses Lexware. Ihr Ziel ist es, deutschlandweit Gründern und Jungunternehmern Starthilfe zu geben und sie langfristig zum Erfolg zu führen. Hinter der Organisation steckt ein junges, dynamisches Team von Gründern, Kreativen und Young Professionals sowie die geballte Power von Lexware.

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