Marketing Social Media

Diese Gründer vermitteln dir persönliche Videos von Stars

Oliver Schulze, Henning Manninga, Wewave, personalisierte Videos von Stars
Oliver Schulze (links) und Henning Manninga haben Wewave gemeinsam gegründet.
geschrieben von Christian Erxleben

Ob es ein persönlicher Geburtstagsgruß für deinen besten Freund oder ein Testimonial-Video für dein eigenes Unternehmen sein soll: Über Wewave bekommst du persönliche Videos von Stars. Wir haben mit Mitbegründer Henning Manninga über das Geschäftsmodell und die Idee gesprochen.

Oliver Schulze und Henning Manninga kennen sich seit ihrer Ausbildung und sind beide seit mehr als 15 Jahren selbstständig. Während Oliver eine Konzertagentur aufgebaut hat, hat Henning eine digitale Reiseagentur zum Leben erweckt.

Oliver Schulze, Henning Manninga, Wewave, personalisierte Videos von Stars

Oliver Schulze (links) und Henning Manninga, Gründer von Wewave.

Ihre gemeinsame Zusammenarbeit startete im Herbst 2020 mit der Gründung von Wewave. Der simple Gedanke: Jede Privatperson und jedes Unternehmen soll einen einfachen Zugang zu persönlichen Videos von Stars erhalten.


Neue Stellenangebote

Werkstudenten (m/w/d) für unseren Bereich Marketing/Social Media
Esche Schümann Commichau in Hamburg
Online Marketing Manager (m/w/d) Social Media & SEA
AdvoNeo Schuldnerberatung in Hamburg
Online- & Social-Media-Redakteur (m/w/d)
Bitkom e.V. in Berlin

Alle Stellenanzeigen


Personalisierte Videos von Stars für alle

Als Inspiration haben dabei die personalisierten Geburtstagssongs von Frank Zander aus den 90er-Jahren gedient. Das Konzept haben die beiden Gründer dann in die Gegenwart geholt und mit einem Charity-Gedanken verknüpft.

Doch wie sieht der gute Zweck bei Wewave tatsächlich aus? Partizipieren wirklich alle Stars? Und: Wie viel Geld kosten mich persönliche Videos von Stars überhaupt? Über diese und weitere Fragen haben wir mit Co-Gründer Henning Manninga im Interview gesprochen.

Der Charity-Aspekt bei Wewave

Henning, Wewave ist ein Anbieter von persönlichen Videobotschaften von Stars an Privatpersonen und Unternehmen. Euer herausragendes Merkmal ist der gute Zweck. Wie sieht das konkret aus?

Das ist eigentlich ganz einfach: Jeder Teilnehmer auf Wewave spendet mindestens 10 Prozent seiner Einnahmen für einen guten Zweck. An welche Organisation das Geld geht, entscheidet der Teilnehmer selbst.

Sowohl die jeweilige Prozentzahl, als auch die Organisation werden auf dem Profil des Teilnehmers transparent kommuniziert. Außerdem findet man in unserem Charity-Bereich weiterführende Informationen zu den unterstützten Organisationen.

Ist jeder Star dazu verpflichtet, einen Anteil seiner Einnahmen zu spenden?

Da uns der Charity-Aspekt sehr wichtig ist, verpflichten wir alle Teilnehmer dazu mindestens zehn Prozent zu spenden. Es gibt auch einige Teilnehmer, die 100 Prozent spenden.

Wie hoch fällt die durchschnittliche Spendenquote plattformübergreifend aus?

Momentan liegt der Schnitt bei rund 50 Prozent.

Die Kostenverteilung

Die Künstler verdienen, ein Teil wird gespendet und ihr müsst auch noch Umsatz generieren: Wie verteilen sich die Einnahmen, wenn die Video-Kosten beispielsweise bei 119 Euro liegen?

Wenn ein Video 119 Euro kostet, beträgt der Netto-Betrag 100 Euro nach Abzug der Mehrwertsteuer. 25 Prozent dieses Betrages verbleiben bei Wewave zum Betreiben der Plattform und 75 Prozent bekommt der Teilnehmer. Wenn dieser 100 Prozent spendet, wie zum Beispiel Timo Hildebrand oder Jens Nowotny, dann gehen 75 Euro an die Charity.

Neben den privaten Grußbotschaften können auch Unternehmen eure Stars buchen. Wie sieht dabei der Ablauf aus?

Der Ablauf unterscheidet sich nicht vom Bestellvorgang bei einem privaten Video. Man sucht sich den passenden Prominenten aus, füllt das Buchungs-Formular aus, gibt dort ein was genau der Teilnehmer an Infos im Video unterbringen soll und schließt die Buchung ab.

Innerhalb von sieben Tagen bekommt man dann das Video, welches man online für Werbezwecke einsetzen kann.

Die technologische Infrastruktur

Hinter allem steckt eine App, über die die Stars ihre Videos aufnehmen. Sie fußt auf der Technologie von 21Torr. Was zeichnet die Technologie aus?

21Torr hat uns eine App gebaut, die perfekt auf die Bedürfnisse unserer Teilnehmer abgestimmt ist. Sie ist sehr klar strukturiert und ermöglicht dem Teilnehmer sowohl die Anfragen direkt in der App zu empfangen, als auch die Videos aufzunehmen und sie zu versenden.

Zusätzlich kann der Teilnehmer Infos zu seiner Buchungshistorie abrufen und eigenständig Änderungen an seinem öffentlichen Profil vornehmen. Dies ermöglicht im Zusammenspiel mit der Shop-Software eine vollständige Automatisierung des Buchungsprozesses.

Warum habt ihr euch für diesen Anbieter entschieden?

Die Arbeit von 21Torr im Bereich der Entwicklung digitaler Produkte hat uns sehr beeindruckt.

Nach Anfrage über Leistungen von 21Torr kam die Muttergesellschaft „Schöne Töchter“ auf uns zu, die wir mit unserem Konzept so überzeugen konnten, dass sie Interesse zeigte, sich an unserem Unternehmen zu beteiligen. Daraus entstand eine fruchtbare Partnerschaft für alle Beteiligten.

Wie lange warte ich auf personalisierte Videos von Stars?

Letztendlich entsteht der Eindruck, dass die Kommunikation wirklich größtenteils zwischen Kunde und Star abläuft. Welche Rolle übernimmt Wewave?

Es stimmt, dass viele Prozesse automatisiert sind und wenn ein Kunde eine Buchung abschickt, landet sie tatsächlich direkt in der App des Prominenten, was an sich schon für den Fan ein aufregendes Gefühl ist.

Wir haben aber natürlich im Hintergrund trotzdem noch sehr viele Aufgaben, wie den Kundenservice, die Akquirierung von neuen Teilnehmern und das Marketing, um nur einige zu nennen.

Wenn ich über Wewave beispielsweise einen Geburtstagswunsch in Auftrag gebe. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in Erfüllung geht?

Die Antwortquote insgesamt liegt bei über 90 Prozent, bei einfachen Geburtstagswünschen sogar nahe der 100 Prozent.

Und wie viel Vorlaufzeit sollte ich mitbringen?

Die Teilnehmer haben sieben Tage Zeit, die Anfragen zu beantworten. Die ist so angelegt, damit sich die Teilnehmer nicht stressen müssen, wenn sie gerade viel um die Ohren haben. Denn es soll natürlich auch ihnen Spaß machen und keine zusätzliche Belastung sein. Diese Zeit sollte man daher im Idealfall auch einplanen.

Die Praxis zeigt allerdings, dass die meisten in ungefähr drei Tagen antworten, manche sogar innerhalb weniger Stunden. Wenn man einen konkreten Termin in der Anfrage angibt, ziehen einige Teilnehmer diese Anfragen auch vor.

Der Anreiz für die Stars

Stars sind für euer Geschäftsmodell unabdingbar. Wie bringt ihr Prominente dazu, sich bei euch anzumelden? Es gibt zweifelsohne lukrativere Geschäftsmodelle als Videobotschaften für niedrige dreistellige Beträge.

Das ist relativ. Wenn man überlegt, dass die gesamte Abwicklung einer Anfrage nur wenige Minuten dauert, der Teilnehmer dafür nirgends hinfahren muss und auch zeitlich super flexibel ist, dann ist es finanziell ganz und gar nicht uninteressant. Aber für die meisten steht das bei Wewave nicht im Vordergrund.

Wichtig ist den Teilnehmern vor allem, dass sie ihren Fans eine riesige Überraschung bereiten, mit der sie nicht rechnen. Über 95 Prozent der Besteller buchen das Video als Geschenk für Dritte!

Zeitgleich unterstützen sie „nebenbei“ noch einen guten Zweck. Diese Kombi ist für die meisten ausschlaggebend für eine Teilnahme, nicht das Geld, das sie damit verdienen, wenn sie das überhaupt tun.

Fazit, Probleme und Ausblick

Im Herbst 2020 habt ihr Wewave an den Start gebracht. Wie fällt euer Fazit nach den ersten ungefähr vier Monaten aus?

Es war uns wichtig, dass Wewave noch vor Weihnachten an den Start geht und das hat ja auch noch geklappt, auch wenn es natürlich eigentlich ein paar Wochen früher geplant war.

Wir sind mit den ersten Monaten wirklich sehr zufrieden und selbst überrascht wie gut es läuft. In Kürze steht eine zweite Finanzierungsrunde an und wir freuen uns jetzt schon darauf, potentiellen Investoren wirklich gute Zahlen präsentieren zu können.

Wo gibt es derzeit die größten Probleme und Baustellen?

Große Probleme gibt es eigentlich nicht wirklich.

Am meisten Arbeit bereitet sicherlich noch die Tatsache, dass diese Art von Dienstleistung sehr neu ist und es daher sowohl bei Fans als auch Prominenten etwas mehr Aufklärungsarbeit bedarf und oftmals die Vorteile noch nicht klar gesehen werden, gerade bei potentiellen Teilnehmern.

Aber das bessert sich spürbar von Monat zu Monat. Daher würde ich es gar nicht als Problem bezeichnen. Ich denke Kooperations-Partner und Kunden von einem neuartigen Service zu überzeugen, ist eine Challenge, mit der sich viele Start-ups konfrontiert sehen.

Wie wollt ihr diese Schwachstellen beheben?

Ich denke wir können unsere Kommunikation mit potentiellen Wewave-Teilnehmern noch mehr optimieren und hierbei die Vorteile, die Wewave mit sich bringt, noch klarer herausstellen.

Aber auch eine wachsende Teilnehmerzahl wird sicherlich dazu führen, dass die Akzeptanz einer derartigen Plattform in prominenten Kreisen zunimmt und mehr Interesse entstehen wird.

Vielen Dank für das Gespräch, Henning.

Auch interessant:

Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

Kommentieren