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Hat das Pentagon wirklich einen Corona-Chip entwickelt, der Infektionen nachweist?

Fabian Peters
Hat das Pentagon einen Corona-Chip entwickelt, der Infektionen nachweist? (Foto: Unsplash.com/ Nizzah Khusnunnisa).

Momentan kursieren zahlreiche Berichte, die behaupten, das Pentagon habe einen Corona-Chip entwickelt, der Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus nachweisen könne. Doch das stimmt so nicht. Ein Faktencheck.

Das Pentagon hat einen Microchip entwickelt, der Infektionen mit dem Coronavirus nachweisen könne. Dieser würde, unter die Haut transplantiert, Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus nachweisen und mithilfe eines Senders an eine Zentrale übermitteln.

Das behaupten aktuell einige nationale und internationale Medien. Sie berufen sich auf ein Interview des US-Senders CBS mit Matt Hepburn, dem Leiter der Defence Advanced Research Projects Agency (DARPA). Doch dieses Gespräch wurde vielerorts falsch interpretiert.

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Hat das Pentagon einen Corona-Chip entwickelt?

Zwar hat die DARPA unter der Leitung von Hepburn ein Verfahren entwickelt, das unter die Haut geht. Dabei handelt es sich jedoch weder um einen Microchip, noch erkennt es Infektionen mit dem Coronavirus.

In einem aktuellen Interview mit dem US-amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek, stellte Hepburn deshalb klar:

No microchip, no electronics, none of that stuff. It wouldn’t tell you if you had influenza or if you had COVID.

Das besagte Verfahren, das zahlreiche Berichte fälschlicherweise als Microchip bezeichnen, ist eigentlich ein Hydrogel. Eine Substanz, die eine ähnliche Struktur wie das menschliche Gewebe aufweist, damit der Körper sie nicht abstößt.

Hydrogel als Indikator für potenzielle Erkrankungen

Im Körper reagiert das Gel auf verschiedene andere Substanzen und kann sich durch biochemische Reaktionen verändern. So springt das injizierte Fluid beispielsweise auf Laktat an.

Dann wiederum fängt es sehr schwach an zu leuchten und kann von außerhalb des Körpers mithilfe eines Sensors erfasst werden. Ein ansteigender Laktatspiegel könne laut Matt Hepburn dabei ein Indiz dafür sein, dass jemand möglicherweise krank wird.

Infektionen mit dem Influenza- oder Coronavirus kann das Verfahren jedoch nicht nachweisen.

Microchip-Mythen: Grundlage für Verschwörungstheorien

Etwaige Mikrotechnologien dienen immer wieder als Nährboden für Verschwörungstheorien. Doch bei dem von der DARPA entwickelten Verfahren handelt es sich weder um einen Microchip, noch um die technologische Grundlage die Menschheit in ferngestreute Zombies zu verwandeln.

Das Verfahren wurde von der US-Regierungsbehörde DARPA – wo Hepburn arbeitet – sowie in Zusammenarbeit mit dem privaten Biotech-Unternehmen Profusa entwickelt.

Das Hydrogel könne zwar Indizien für potenzielle Erkrankungen erkennen. Das gilt grundsätzlich auch für Covid-19. Jedoch kann es keine verlässlichen Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus nachweisen.

Um es für alle Querdenker:innen und Verschwörungstheoretiker:innen nochmal klar zu sagen: Nein, das Pentagon hat keinen Corona-Chip entwickelt, der Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus nachweisen kann.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).