Wirtschaft

Börse im Minus: Darum ist auch dein Depot abgestürzt

Trade Republic, Börse im Minus, Dax im Minus, Dow Jones im Minus
Auch auf Trade Republic sind viele Depots im Minus. (Foto: Unsplash.com / Tech Daily)
geschrieben von Christian Erxleben

Egal ob konservative Anleger oder Zocker: Am Abend des 22. April 2021 sind viele Depots plötzlich stark im Wert gesunken oder sogar ins Minus gerutscht. Doch warum ist die Börse im Minus? Die Erklärung: Joe Biden hat angekündigt, die Kapitalertragsteuer zu verdoppeln.

Joe Biden will Kapitalertragsteuer verdoppeln

Zunächst hatte US-Präsident Joe Biden mit seinem Amtsantritt und seinem Wirtschaftsprogramm die Börsen rund um den Globus in Jubelstimmung versetzt. Die Jahre des Protektionismus und der nationalen Selbstbeweihräucherung auf Kosten der internationalen Wirtschaft unter Donald Trump sind vergessen.

Doch der demokratische Präsident ist nicht nur ein Freund der Wirtschaft. Im Gegenteil: Joe Biden verfolgt konkrete Pläne, die Kapitalertragsteuer in den USA auf 39,6 Prozent zu erhöhen. Das entspricht fast einer Verdoppelung des jetzigen Wertes.


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Wen trifft die neue Kapitalertragsteuer?

Grundsätzlich sind von der geplanten Steuererhöhung für Kapitalerträge in den USA zunächst einmal nur alle Personen betroffen, die im Jahr mehr als eine Million US-Dollar verdienen.

Aktuell liegt die Kapitalertragsteuer – beziehungsweise der Grenzsteuersatz – bei 20 Prozent. Wenn es nach Joe Biden geht, steigt dieser auf 39,6 Prozent.

Eine zusätzliche Bundesabgabe in Höhe von 3,8 Prozent zur Refinanzierung der Reform des US-amerikanischen Gesundheitssystems (Obamacare) treibt die Abgaben für Vermögende dann auf 43,4 Prozent.

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Kapitalertragsteuer niedriger als Einkommensteuer

Wenn Joe Biden seine Pläne tatsächlich in die Tat umsetzt, beendet er ein Kuriosum der USA. Schließlich sorgt eine Bestimmung im Steuergesetz seit einigen Jahren dafür, dass die Besteuerung von Kapitalgewinnen niedriger als die Besteuerung des Einkommens ausfällt.

Das heißt: Wer in den USA mit Aktien hohe Gewinne erzielt, muss(te) in einigen Fällen weniger Geld an den Staat abtreten als wenn die Person ihrer regulären Arbeit nachgegangen wäre. Dementsprechend erklärt sich auch das hohe Interesse der US-Amerikaner:innen an den Börsen.

Ein mögliches Ende dieser Sonderregelung hat am Abend des 22. April 2021 dafür gesorgt, dass die Kurse an den US-amerikanischen Börsen deutlich eingebrochen sind. Auch der DAX ist im Minus – zumindest vorbörslich.

Die Kapitalertragsteuer in Deutschland

In Deutschland ist die Kapitalertragsteuer auch unter dem Synonym Abgeltungssteuer bekannt. Diese wird direkt an das Finanzamt abgeführt und liegt bei 25 Prozent. Eventuell kommen noch weitere Zuschläge aufgrund der Kirchensteuer hinzu.

Bis zu einem Betrag von 801 Euro (oder 1.602 Euro bei Ehepartnern) sind die Gewinne aus Kapitalanlagen in Deutschland jedoch steuerfrei. Um in den Genuss zu kommen, müssen Anleger:innen lediglich bei ihrer Bank einen Freistellungsauftrag einrichten.

Allerdings planen fast alle Parteien in ihren Programmen zur im Herbst 2021 stattfindenden Bundestagswahl Veränderungen mit Blick auf die Einkommens- und Kapitalertragsteuer. Vor dem Wählen sollten sich Anleger:innen also detailliert mit den Plänen der jeweiligen Parteien auseinandersetzen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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