Wirtschaft

3 Fähigkeiten, die digitale Unternehmer (unbedingt) brauchen

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Digitaler Erfolg stellt sich nun mit den richtigen Fähigkeiten ein. (Foto: Adobe Stock / artinspiring 271206582)
geschrieben von Carsten Lexa

Unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelt befinden sich im Wandel. Eine Anpassung bestehender Konzepte und Eigenschaften reicht nicht mehr aus. Diese drei Fähigkeiten brauchen digitale Unternehmer:innen für erfolgreiche Führung in der digitalen Welt.

Die Digitalisierung erfasst neben allen privaten Bereichen auch die unternehmerischen. Das geht weit über die Veränderung von Prozessen hinaus. Nachfolgend möchte ich drei Bereiche vorstellen, die digitale Unternehmer:innen auf dem Schirm haben sollten, wenn sie ihr Unternehmen fit für die digitale Zukunft machen wollen.

1. Digitale Kommunikation

Die Digitalisierung hat zu einer starken Zunahme der ausgetauschten Nachrichten geführt. Die Beherrschung der digitalen Kommunikation kommt meiner Ansicht nach eine Schlüsselstellung zu.


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Digitale Unternehmer müssen Mitarbeiter einbeziehen

Damit ist zum einen gemeint, die unterschiedlichen Kommunikationskanäle und deren sinnvolle Art der Nutzung im unternehmerischen Alltag zu beherrschen. Dabei gilt es insbesondere, die Mitarbeiter:innen bei der täglichen Nutzung mitzunehmen.

Schließlich ist es leicht, die Nutzung eines bestimmten Kommunikationstools anzuordnen. Die tatsächliche Umsetzung überlassen digitale Unternehmer:innen dann aber oftmals den Mitarbeiter:innen selbst.

Unterschiedliche Kommunikationskanäle bringen es jedoch mit sich, dass verschiedene Nutzungsmöglichkeiten und Anforderungen an deren Nutzung bestehen. Diese erschließen sich nicht immer einfach. Hier ist ein An-die-Hand-nehmen gefordert, um alle Mitarbeiter:innen abzuholen.

Kommunikation als potenzieller Produktivitätskiller

Zum anderen ist mit der Beherrschung digitaler Kommunikation aber auch gemeint, dass man mit der Beschleunigung der Kommunikation, der Fragmentierung aufgrund der Vielzahl der Kanäle sowie der unsteuerbaren Vielzahl der Empfänger:innen umgehen können muss.

Dies erfordert ein neues Verständnis von Kommunikation.

Die vorgenannten Herausforderungen an die Beherrschung digitaler Kommunikation können zu negativen Auswirkungen auf die Priorisierung von Aufgaben sowie der Produktivität führen.

Deshalb ist es erforderlich, Kommunikation als einen unternehmerischen Prozess zu begreifen. Er ist nicht „einfach da“, sondern braucht eine feste Verankerung im Unternehmen.

2. Digitale Führung

Kommunikation erfolgreich umzusetzen, ist eine der vielen Führungsaufgaben. Die Digitalisierung stellt jedoch neue Anforderungen an Führung.

Führung bedeutete lange Zeit, dass einer sagte, was getan werden soll und dann wurde dies umgesetzt. Durch die Digitalisierung mit all ihren Möglichkeiten, Ablenkungen und Herausforderungen muss Führung neu definiert werden.

Digitale Führung wirkt sich insbesondere auf die Arbeitsgestaltung aus – beispielsweise hinsichtlich Arbeitszeiten, Arbeitsorten und Arbeiten in Teams. Zugleich gibt es Auswirkungen auf Strukturprinzipien wie Offenheit, Partizipation, Flexibilität, Schnelligkeit und Agilität.

Neuer Umgang auf unterschiedlichen Ebenen

Insbesondere das Thema der „virtuellen Führung“ spielt hier eine Rolle. Die Vernetzung über Entfernungen hinweg sorgt dafür, dass neue Wege im Umgang mit Mitarbeiter:innen nötig sind. Damit ist nicht nur der Umgang mit der Entfernung, sondern auch beispielsweise der Umgang mit fehlendem persönlichen Kontakt gemeint.

Hinzu kommt dann noch der Aspekt der Einwirkung unterschiedlicher Kulturen. Das ist insbesondere dann der Fall ist, wenn Mitarbeiter:innen in unterschiedlichen Ländern für ein Unternehmen tätig sind. Dies erfordert ein individuelleres Eingehen auf die einzelnen Angestellten und ihre Befindlichkeiten.

Unterschiedliche Kulturen treffen aber nicht nur bei Mitarbeiter:innen aus verschiedenen Ländern aufeinander, sondern auch beispielsweise in unterschiedlichen Altersgruppen. Hier stellen sich dann schnell Fragen nach der Akzeptanz von digitalen Werkzeugen und Methoden.

Digitale Führung umfasst die Fähigkeit des Umgangs mit Mitarbeiter:innen im digitalen Kontext, die Fähigkeit des Umgangs mit fehlendem persönlichen Kontakt, den damit verbundenen Werkzeugen sowie die Fähigkeit des Umgangs mit Mitarbeiter:innen aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

3. Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Schließlich brauchen digitale Unternehmer:innen noch die Fähigkeit, Herausforderungen unter verschiedenen Gesichtspunkten zu betrachten.

Die Digitalisierung bringt viele komplexe Fragestellungen und Herausforderungen mit sich. Um diese zu lösen, ist es erforderlich, dass unterschiedliche Professionen ihre Ansichten zusammenbringen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Das setzt zum einen voraus, dass man überhaupt ein generelles Verständnis eines Bereichs oder einer Situation hat. Generalisten mit einem großen Überblick werden gefragt sein, nicht nur Spezialisten. Denn wer von seinem Blickwinkel her zu fokussiert ist, der übersieht am Ende viele Aspekte.

Digitale Unternehmer müssen persönliche Vorurteile zurückstellen

Zum anderen setzt es voraus, dass man sich in andere Menschen, deren Denkweise und deren Art, Probleme und Herausforderungen anzugehen, hineinversetzen kann. Denn nur wenn einem dies möglich ist, kann man es zulassen, dass vielleicht ein Lösungsansatz oder gar eine Lösung präsentiert wird, die man überhaupt als Lösung in Betracht ziehen kann.

Die Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit setzt also voraus, dass man in der Lage ist, sich in die Herangehensweisen unterschiedlicher Professionen und deren Art zu denken, hineinversetzen kann, ohne Vorverurteilungen vorzunehmen.

Darüber hinaus setzt sie voraus, dass eine Befähigung besteht, Verbindungen zwischen Menschen und ihren Lösungen herzustellen, um so eine neue (Gesamt-)Lösung zu finden.

Fazit

Digitale Unternehmer:innen werden mit Blick auf die Digitalisierung neue Fähigkeiten entwickeln und schon bestehende Fähigkeiten neu ausrichten und punktuell verstärken müssen.

In meinen Augen ist es ein Fehler zu denken, dass man einfach nur bestehende Kenntnisse anpasst. Disruptive Veränderungen erfordern neue Wege – und die vorgenannten drei stellen nur einen Anfang dar.

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Über den Autor

Carsten Lexa

RA Carsten Lexa berät seit über 10 Jahren deutsche und internationale Unternehmen in allen Angelegenheiten wirtschaftsrechtlicher Art, z.B. bei Gründungen, Strukturierungen oder Vertragsgestaltungen aber auch zu rechtlich-strategischen Fragen. Darüber hinaus war er Weltpräsident der G20 Young Entrepreneurs´ Alliance (G20 YEA), Mitglied der B20 Taskforces und Rechtsbeistand der Wirtschaftsjunioren Deutschland. Er ist Mitinitiator der Gründerinitiative Gründen@Würzburg und Botschafter der Oskar-Patzelt-Stiftung für die Auszeichnung „Großer Preis des Mittelstands“. Bei BASIC thinking schreibt er über Start-ups und unternehmensrechtlichen Fragen.

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