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Start-up-Check! Hopper Mobility revolutioniert den Straßenverkehr

Hopper Mobility
Hopper Mobility vereint die Vorzüge von Autos mit denen eines E-Bikes. (Foto: Screenshot / Website)
geschrieben von Christoph Hausel

In der Serie „Start-up-Check!“ nehmen wir regelmäßig die Geschäftsmodelle von Start-ups unter die Lupe. Wer steckt hinter dem Unternehmen? Was macht das Start-up so besonders und was gibt es zu kritisieren? Heute: Hopper Mobility.

Start-ups. Das klingt nach Erfindergeist, Zukunftstechnologien, neuen Märkten. Doch in der Realität erweisen sich viele der Neugründungen leider oft als eine Mischung aus einer E-Commerce-Idee, planlosen Gründern und wackeligen Zukunftsaussichten.

Dabei gibt es sie durchaus: Die Vordenker, die an den großen Problemen tüfteln und Geschäftsmodelle revolutionieren. Diese zu finden und vorzustellen, ist die Aufgabe des Formats Start-up-Check. Heute: Hopper Mobility aus Augsburg.


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Wer steckt hinter Hopper Mobility?

Der Komfort eines Autos vereint mit der Wendigkeit eines E-Bikes? Was sich im ersten Moment komisch lesen mag, hat das Augsburger Start-up Hopper Mobility Wirklichkeit werden lassen.

Mit dem Hopper, einem dreirädrigen überdachten Gefährt mit Pedelec-Antrieb, ist ein Hybrid aus beiden Fahrzeugen entstanden. Auf diese Weise will das Unternehmen eine ökologisch nachhaltige, komfortable und praktische Individualmobilität ermöglichen sowie lebenswertere und gesündere Städte mitgestalten.

Die Idee kam Mitgründer Martin Halama bei einer Reise durch Indien. Dort fiel ihm auf, dass der Straßenverkehr zu großen Teilen mit Tuk Tuks, also kleinen dreirädrigen Auto-Rikschas, bestritten wird. Er fragte sich daher, warum es in Deutschland keine entsprechenden Angebote gibt.

In seiner Masterarbeit entwickelte er diesen Gedanken zu einer konkreten Idee weiter.

Mit seinem Team aus Ingenieuren mit Erfahrung aus der Automobilbranche sowie Fachleuten im Bereich Wirtschaft und IT entstand im Anschluss die erste Version des Hoppers. Mit diesem Prototyp konnte das Start-up das Konzept, Fahrverhalten und Steuerung sowie alle weiteren relevanten Bereiche ausgiebig testen.

Erste Serienproduktion mit 500 Stück ab 2022

Nun arbeitet Hopper Mobility an einer Version, die nah am endgültigen Serienprodukt liegen wird. Auf diese Weise sind voraussichtlich bald Probefahrten und weitere kundenspezifische Tests möglich.

Die Serienproduktion selbst ist vorerst mit 500 Stück geplant. So hat das Team die Möglichkeit, Anpassungen vorzunehmen und das Produktionsverfahren weiterzuentwickeln.

Die Hochschule Augsburg unterstützte die Gründer bei der Forschung und Entwicklung, Sponsoren wie das Innovationshub der LEW, SBS und Heinzmann finanzierten die Prototypen und sind wichtige Ansprechpartner. Weitere Investitionen sollen in Zukunft folgen.

Über den genauen Preis des Hoppers macht das Unternehmen noch keine Angaben, jedoch soll er unter 10.000 Euro und damit deutlich unter dem des günstigsten E-Autos auf dem Markt liegen.

Mit den ersten Auslieferungen rechnet Hopper Mobility Mitte 2022. Geplant ist zunächst ein Mischvertrieb, der einen Verkauf auf Messen beinhaltet sowie den direkten Vertrieb und ausgewählte Fachhändler.

Was macht Hopper Mobility?

Der Hopper setzt auf ein dreirädriges, Kabinenroller-inspiriertes Design, das die Insassen vor Wind und anderen Wettereinflüssen schützen soll. Dabei gehen die zwei Räder an der Front direkt in die überdachte, aber zur Seite offene Kabine über – am Heck wird die Kabine von einem einzelnen Rad gestützt. Das Fahrzeug selbst ist zwei Meter lang und 80 Zentimeter breit.

Ansonsten lässt es sich am besten mit einem kleinen Auto vergleichen – samt bequemen Sitzen, Lenkrad und Rückbank. Hinter dem Fahrer findet ein Erwachsener oder zwei Kinder Platz. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 70 Litern, bei verschobener Rückbank sogar bis zu 220 Liter. Zudem besitzt der 100 Kilogramm schwere Hopper einen Rückwärtsgang.

60 Kilometer Reichweite mit 25 Km/h

Dennoch soll der Hopper als E-Bike eingestuft werden, womit das Fahrzeug überall dort fahren darf, wo Fahrräder zulässig sind. Der Hopper unterliegt damit aber auch der Beschränkung der Trittunterstützung auf die E-Bike-üblichen 25 Km/h.

Die Reichweite von mindestens 60 Kilometern lässt sich durch einen zweiten Akkusteckplatz verdoppeln. Das Laden eines der knapp zehn Kilo schweren Akkus – übrigens an einer herkömmlichen 230-Volt-Steckdose – wird laut Hopper Mobility zwischen drei und viereinhalb Stunden dauern.

Bei der Hopper-Version mit Solar-Panel sparen sich Nutzende zusätzlich den ein oder anderen Ladevorgang, da die Solarplatte pro Stunde bei voller Sonneneinstrahlung Energie für bis zu sechs zusätzliche Kilometer produziert.

Zwischen dem Pedalantrieb und den Rädern gibt es übrigens keine mechanische Verbindung, um die Lebensdauer des Hopper zu maximieren. Wenn die Batterie einmal leer ist, kann trotzdem genug Energie erzeugt werden, um nach Hause zu fahren.

Was macht Hopper Mobility so besonders?

Das Auto wird gerade im urbanen Umfeld von den meisten Menschen als notwendig erachtet. Die Konsequenz: CO2-Emissionen, Feinstaubbelastung, Lärmbelästigung und Platzmangel.

Mit dem Hopper bietet das Start-up einen passenden Ersatz und spricht damit vor allem umweltbewusste Menschen an. Durch die Kombination aus Tretantrieb und Elektromotor soll der Hopper je nach Stromquelle zwischen 97 und 100 Prozent der CO2-Emissionen eines Autos einsparen.

Der Hopper ist zudem als eigenes Fahrzeug für Menschen konzipiert, die täglich durch die Stadt zur Arbeit pendeln, Kinder von der Kita oder Schule abholen und einkaufen.

Fahrt ohne Führerschein

Für das Start-up ist der Hopper deshalb auch als Sharing-Version denkbar – für die letzte Meile im Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel, für Wocheneinkäufe oder auch, um bei schlechtem Wetter mobil zu sein.

Da der Hopper dem Fahrrad gleichgestellt ist, darf er direkt vor der Haustür parken und jeden Fahrradweg nutzen. Es ist kein Führerschein notwendig und auch Steuern und Altersbeschränkungen entfallen. Zudem benötigt der Hopper nur wenig Strom und Verschleißteile sind günstig zu ersetzen. Insgesamt verursacht er damit nicht einmal zehn Prozent der Kosten eines Autos.

Ein weiteres Plus gerade im Stadtverkehr: Mit einem Wendekreis von unter zwei Metern soll das Fahrzeug selbst um die engsten Kurven kommen. Die Vorderräder sind festmontiert. Stattdessen wird das Hinterrad gelenkt. Da dieses freistehende Rad bis zu 90 Grad eingeschlagen werden kann, wird dieser enorm kleine Wendekreis möglich.

Gibt es Kritikpunkte?

Die wenigsten Menschen haben viel Spaß daran, mit dem Auto im Stadtverkehr zu fahren und nutzen es viel eher, weil es keine passende Alternative gibt. Der Hopper verbindet nun das Beste aus zwei Welten: Den Komfort und die Flexibilität des Autos mit dem Spaß und der Spontanität des Radfahrens.

In der Theorie ist das Fahrzeugkonzept also eine gute Idee. Die Gründer müssen nun allerdings beweisen, dass es seinen Platz im Alltag vieler Menschen verdient hat. Denn: Das Design ist sehr speziell und mit Sicherheit nicht nach jedermanns Geschmack.

Gerade echte Autofans werden mit dem Hopper nicht auf ihre Kosten kommen und schwer zu überzeugen sein. Dazu kommt, dass der Hopper trotzdem in der Anschaffung nicht gerade günstig ist. Hier könnte dementsprechend eher das Sharing-Konzept punkten.

Auch bleibt zu beobachten, wie sich der Markt verhält, da E-Bikes als Basis für überdachte Fahrzeuge seit einiger Zeit von unterschiedlichen Firmen angekündigt werden. Wer also zuerst den Markteintritt schafft und ob dieser Fahrzeugtyp eine Zukunft hat, wird sich erst zeigen.

Fazit

Wetterfester und komfortabler als ein E-Bike, aber trotzdem noch als Fahrrad im urbanen Verkehr zu bewegen – das Konzept hinter dem Hopper ist gut. Allerdings bleibt abzuwarten, ob es sich am Ende wirklich durchsetzt oder doch unter Zukunftsmusik zu verbuchen ist.

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Über den Autor

Christoph Hausel

Co-Owner & Managing Director von ELEMENT C

Christoph Hausel, studierter Jurist und erfahrener Kommunikationsprofi, steht zahlreichen Acceleratoren / Inkubatoren und VCs als Mentor und Experte zur Seite: next media accelerator, initiiert von der dpa, MediaLab Bayern, Münchner Ideen-Inkubator für den digitalen Journalismus, Wayra, der Startup-Track von Telefónica und den STARTUP TEENS.

2002 gründete er die Kommunikationsagentur ELEMENT C. Damals als reine PR-Agentur konzipiert, fokussiert sich ELEMENT C seit 2005 auf die interdisziplinäre Verknüpfung von PR und Design, um ein langfristiges Markenbewusstsein zu schaffen.

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