Grün Technologie

Start-up-Check! Sunnybag: Die Kraft der Sonne in der Tasche

Sunnybag, SUNNYBAG
Der Sunnybag sammelt die Energie der Sonne unterwegs zum Laden von Geräten. (Foto: Screenshot / Website)
geschrieben von Christoph Hausel

In der Serie „Start-up-Check!“ nehmen wir regelmäßig die Geschäftsmodelle von Start-ups unter die Lupe. Wer steckt hinter dem Unternehmen? Was macht das Start-up so besonders und was gibt es zu kritisieren? Heute: Sunnybag.

Start-ups. Das klingt nach Erfindergeist, Zukunftstechnologien, neuen Märkten. Doch in der Realität erweisen sich viele der Neugründungen leider oft als eine Mischung aus einer E-Commerce-Idee, planlosen Gründern und wackeligen Zukunftsaussichten.

Dabei gibt es sie durchaus: Die Vordenker, die an den großen Problemen tüfteln und Geschäftsmodelle revolutionieren. Diese zu finden und vorzustellen, ist die Aufgabe des Formats Start-up-Check. Heute: Sunnybag aus dem österreichischen Graz.


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Wer steckt hinter Sunnybag?

Ein leerer Akku – egal, ob bei Smartphone, Tablet oder Digitalkamera – ist wohl ein Problem, mit dem wir alle des Öfteren zu kämpfen haben, gerade, wenn man beruflich oder in der Freizeit länger unterwegs ist. Sunnybag aus Graz löst dieses Alltagsproblem auf umweltfreundliche und kreative Weise.

Die Sunnybags wandeln Tageslicht in elektrische Energie um, die mobile Wegbegleiter wieder auflädt. Das Portfolio von Gründer Stefan Ponsold und seinem Geschäftspartner Philip Slapar umfasst dabei Solar-Rucksäcke, Solar-Ladegeräte und Akkupacks.

Bereits während des Innovationsmanagementstudiums tüftelten die Gründer an ihrer Idee, mit der sie es 2016 sogar in das TV-Format „Die Höhle der Löwen“ geschafft haben.

Dort konnten sie Investor Ralf Dümmel von ihren Produkten überzeugen: Er wollte mit 20 Prozent satt der gewünschten zehn Prozent Firmenbeteiligung für 200.000 Euro einsteigen.

Mit dem Investment sollte so die Internationalisierung der Marke weitervorangetrieben, neue Vertriebswege erschlossen und der stationäre Handel besetzt werden. Nach der Sendung einigten sich die Gründer mit dem Investor jedoch stattdessen auf eine Vertriebskooperation.

Seitdem konnte das Unternehmen seine Sunnybags nicht nur erfolgreich im Markt platzieren, internationale Kunden ansprechen und neue Produkte für die umweltfreundliche und mobile Energieversorgung entwickeln, sondern auch zahlreiche Auszeichnungen einheimsen.

Was macht Sunnybag?

In die Außenseite der Rucksäcke ist ein flexibles, wasserabweisendes, kratz- und stoßfestes Solarsystem integriert. Über dieses wird ein mitgelieferter Hochleistungs-Akku mit USB-Ausgängen aufgeladen.

Durch die besonders fortschrittliche und effiziente Technologie des Solarsystems wird laut der Gründer auch bei geringer Intensität Licht in Strom umgewandelt.

Sunnybag wendet sich damit direkt an den Endverbraucher, der mobil und dort unterwegs ist, wo nicht unbedingt immer die passende Steckdose zum Aufladen der Geräte zur Verfügung steht.

Sunnybag gibt es in verschiedenen Varianten. Mit dabei sind die zwei Rucksäcke Explorer+ und Iconic (79 beziehungsweise 99 Euro) in verschiedenen Farben sowie mit dem Leaf Mini und Leaf Pro (39 beziehungsweise 99 Euro) zwei Solar-Panel-Gestelle, die auf Rucksäcke anderer Marken oder beliebige Gegenstände gesetzt werden können.

Zubehör gibt es unter anderem in Form von 10.000-mAh-Powerbanks mit und ohne Qi-Lademöglichkeit (19,90 Euro beziehungsweise 36,90 Euro). Das Portfolio komplettiert ein portables Solar-Panel (79 Euro), das sich überall aufstellen lässt und somit als mobile und autarke Stromquelle dient.

Um ein optimales Ergebnis beim Laden zu erzielen, sollte das Sunnybag-Panel im 90-Grad-Winkel zur Sonne geneigt sein. Liegt es flach auf, verschlechtert sich der Wirkungsgrad, da weniger Sonnenstrahlung auf das Panel trifft.

Will der User die Sonnenenergie nicht direkt nutzen, sondern zwischenspeichern, kann er einen Akku am Panel anstecken und die Sonnenenergie für spätere Verwendung speichern.

Optimal zur Sonne ausgerichtet, beträgt die Ladedauer bei vollem Sonnenschein für ein Smartphone je nach Modell zwei bis vier Stunden.

Die Powerbanks benötigen im Schnitt sieben bis acht Stunden, bis sie voll geladen sind. Dies entspricht in etwa drei bis vier vollen Smartphone-Ladungen. Bei bewölktem Wetter oder schlechten Lichtverhältnissen steigen die Ladezeiten natürlich entsprechend.

Was macht Sunnybag so besonders?

Sunnybag steht für saubere Energie, da der Strom mit den integrierten Solar-Panels erzeugt wird. Das Unternehmen verwendet dabei ausschließlich die effizientesten Solarzellen am Markt, die jeweils einzeln von Sunnybag zertifiziert werden.

Auf diese Weise unterstützt das Unternehmen den heute so gefragten digitalen Lebensstil – egal, ob es darum geht, Geräte direkt aufzuladen oder die Energie im Powerpack zu speichern.

So löst Sunnybag nicht nur ein gängiges Alltagsproblem, sondern kann im Einsatz in Krisengebieten sogar zum Lebensretter werden. Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen zählen seit Beginn zu den Kooperationspartnern von Sunnybag.

Nicht nur in unwirtlichen Gebirgsregionen, auch in Gegenden, die bis heute ohne Stromnetz auskommen müssen (beispielsweise in manchen afrikanischen Gebieten) sorgt Sunnybag für die Möglichkeit, etwa Laptops oder Defibrillatoren fernab der Zivilisation zu laden.

Die Ladefunktion für Notebooks und Laptops wurde sogar eigens für die speziellen Anforderungen der Ärzte ohne Grenzen im Süd-Sudan entwickelt und produziert. Die Technologie ist für die europäische Sonnenintensität allerdings noch nicht alltagstauglich.

Allerdings bleibt in unseren Breitengraden die Funktion des Sunnybag-Systems selbst bei Schlechtwetter – also bei Regen, Kälte oder Schneefall – erhalten. Bei Minusgraden laden die Panels sogar noch effizienter.

Durch die niedrigeren Außentemperaturen bleiben sie kühl und können durch den geringeren Widerstand die Sonnenenergie noch besser in elektrische Energie umwandeln.

Sie sind außerdem in der Lage, nicht nur reine Sonnenstrahlen, sondern auch normales Tages- und sogar künstliches Licht in Energie umzuwandeln – selbst wenn die Ladefunktion bei direkter Sonneneinstrahlung am effektivsten ist.

Gibt es Kritikpunkte?

Sunnybag nutzt die Kraft der Sonne, um technische Geräte auch im Freien mit Energie zu versorgen. Wer also viel unterwegs ist, findet hier einen deutlichen Mehrwert.

Zwar gibt es auf dem Markt viele Solar-Powerbanks oder USB-Solar-Panels. Allerdings sind viele auf eine stationäre Nutzung ausgelegt und dementsprechend eher unpraktisch. Sunnybag schafft hier die Verbindung aus Solar-Ladegerät für unterwegs und einem stylischen, funktionalen Rucksack.

Fakt ist jedoch: Um konstant die entsprechende Leistung zu gewährleisten, müssen die Solar-Panel optimal ausgerichtet sein. Stimmt der Winkel nicht, dann sinkt die Leistung deutlich.

Bei einem Spaziergang im Wald, beim Wandern oder unterwegs in der Stadt ist es da natürlich schwer, den geforderten 90 Grad Winkel zur Sonne einzuhalten. Dazu kommt, dass die Ladeelektronik von Smartphones nicht auf einen schwankenden Ladestrom optimiert ist. Hier wäre eine Powerbank also sinnvoller.

Auch das Konzept an sich ist nicht wirklich neu. So finden sich online einige Rucksackmodelle mit Solar-Modul, die bisweilen auch günstiger sind.

Einen deutlichen Vorteil haben die Gründer allerdings mit ihren flexiblen leichten Leaf-Panels, die an verschiedene Rucksäcke und Taschen angebracht werden können. So muss nicht zwingend ein neuer Rucksack gekauft werden.

Fazit

Wer viel unterwegs ist und sowieso einen Rucksack dabei hat, schlägt mit Sunnybag zwei Fliegen mit einer Klappe: Stylisch, funktional und viel Platz gepaart mit einem sonnigen, umweltfreundlichen Energiekick für die eigenen mobilen Endgeräte.

Camping- und Festivalfans werden mit dem tragbaren Solarsystem Solarbooster auf ihre Kosten kommen. Bei allen anderen Großstadthelden wird es auch eine handelsübliche Powerbank tun, aber selbst hier hat Sunnybag zwei Optionen im Programm, die sich abseits der regulären Steckdose mit Sonnenenergie aufladen lassen. Daumen hoch!

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Über den Autor

Christoph Hausel

Co-Owner & Managing Director von ELEMENT C

Christoph Hausel, studierter Jurist und erfahrener Kommunikationsprofi, steht zahlreichen Acceleratoren / Inkubatoren und VCs als Mentor und Experte zur Seite: next media accelerator, initiiert von der dpa, MediaLab Bayern, Münchner Ideen-Inkubator für den digitalen Journalismus, Wayra, der Startup-Track von Telefónica und den STARTUP TEENS.

2002 gründete er die Kommunikationsagentur ELEMENT C. Damals als reine PR-Agentur konzipiert, fokussiert sich ELEMENT C seit 2005 auf die interdisziplinäre Verknüpfung von PR und Design, um ein langfristiges Markenbewusstsein zu schaffen.

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