Wirtschaft

Amazon bleibt von globaler Mindeststeuer wohl verschont

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Amazon
geschrieben von Maria Gramsch

Im Juli 2021 haben sich die Finanzminister der G20-Staaten auf eine globale Steuerreform geeinigt. Dazu gehört eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent für international agierende Unternehmen. Doch die könnte ausgerechnet Tech-Giganten wie Amazon nicht treffen.

Das sieht die globale Steuerreform vor

Die Finanzminister der G20-Länder wollen global agierende Unternehmen fairer besteuern. Dafür haben Anfang Juli 2021 mehr als 130 Staaten einer globalen Steuerreform zugestimmt, die unter anderem eine Mindeststeuer für große Konzerne beinhalten soll.

Ziel ist es vor allem, die Steuereinnahmen fairer zu verteilen. So sollen beispielsweise Tech-Konzerne wie Facebook, Amazon und Co. nicht mehr nur in ihrem Heimatland Steuern zahlen. Der Plan ist, die Einnahmen auf die Länder zu verteilen, in denen die Unternehmen agieren.


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Auch eine Mindeststeuer von 15 Prozent ist beschlossene Sache. Sie soll den Preiskampf in Sachen Steuersatz zwischen den Staaten verhindern und Konzerne davon abhalten, ihre Zentralen nur in Niedrigsteuerländern zu eröffnen.

Im kommenden Jahr wollen die Verantwortlichen die Steuerreform dann in ein Gesetz gießen. 2023 soll die neue Steuergesetzgebung dann in Kraft treten.

Globale Steuerreform: Keine Einigkeit bei Zeitplan

Während Bundesfinanzminister Olaf Scholz durch die Reform mit erheblichen Zusatzeinnahmen rechnet, kommen kritische Stimmen zum Beispiel aus den USA. US-Finanzministerin Janet Yellen ist beispielsweise beim Zeitplan nicht so optimistisch wie ihr deutscher Kollege.

Am Ende des G20-Treffens in Venedig sprach sie davon, erste Punkte der Reform könnten möglicherweise erst im Frühjahr 2022 fertig sein. Olaf Scholz geht hingegen davon aus, dass es bereits im Oktober 2021 eine finale Einigung gibt.

Amazon und Co. profitieren von geringer Gewinnmarge

Doch Yellen sieht nicht nur den Zeitplan kritisch, sie weist auch auf einen weiteren Punkt hin. Gegenüber CNBC warnte sie davor, dass sich ausgerechnet Konzerne wie Amazon vor der neuen Steuer drücken könnten.

Grund ist die relativ kleine Gewinnmarge des Unternehmens. Amazon hat im vergangenen Jahr international zwar 104,41 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Laut den Angaben des Konzerns liegt die Gewinnmarge jedoch nur bei 6,3 Prozent. Die Grenze in der geplanten Gesetzgebung liegt jedoch bei zehn Prozent.

Es hängt davon ab, ob die Firma die Rentabilitätsschwelle erreicht oder nicht, und da bin ich mir nicht sicher.

Die globale Steuerreform trifft weltweit vermutlich nicht einmal 10.000 Unternehmen. Die OECD rechnet aber dennoch mit mehr als 126 Milliarden Euro Einnahmen zusätzlich pro Jahr.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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