Wirtschaft

Ohne Impfung, keine Arbeit: Impfpflicht in Unternehmen steigt

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Unsplash.com / Hajan Nural
geschrieben von Christian Erxleben

Immer mehr Firmen verpflichten ihre Mitarbeiter:innen zu Corona-Impfungen. Wer bei Google, Facebook und Co. ins Büro will, muss sich impfen lassen. Die Impfpflicht in Unternehmen verbreitet sich immer weiter. Angestellte, die sich weigern, können nicht mehr arbeiten.

Impftempo sinkt: Unternehmen reagieren

Mehr als 42 Millionen Menschen in Deutschland sind Ende Juli 2021 vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts hervor. Immerhin 61,3 Prozent der Bevölkerung sind zumindest teilweise geimpft.

Doch das Impftempo sinkt. Lagen die Spitzen im Mai und Juni 2021 bei 1,5 Millionen Impfungen pro Tag, sind sie Ende Juli 2021 auf gerade einmal 500.000 Impfungen gesunken. Ein Ende das Abwärtstrends ist in Deutschland vorerst nicht zu erkennen.


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Und nicht nur in Deutschland sinkt die Bereitschaft in den noch nicht geimpften Teilen der Bevölkerung. Auch in den USA ist der einstige Impfturbo längst zum Erliegen gekommen. Deshalb führen jetzt immer mehr Unternehmen eine Impfpflicht ein.

Impfpflicht in Unternehmen: Facebook, Google und Co. preschen voran

Insbesondere die Technologie-Branche, die zu den größten und wichtigsten Arbeitgebern in den USA zählt, setzt auf eine Impfpflicht in Unternehmen. So hat beispielsweise Google-Chef Sundar Pichai in einem Blog-Post eine entsprechende Regelung verkündet.

Jeder, der in unseren Büros arbeiten will, muss geimpft sein. Wir rollen diese Regelung in den USA in den kommenden Wochen aus und werden sie in den kommenden Monaten auf weitere Regionen ausweiten.

Als Voraussetzung für die Verpflichtung zur Corona-Impfung setzt Google lediglich voraus, dass es in den Ländern für alle Menschen möglich sein muss, sich problemlos impfen zu lassen.

Ähnlich äußert sich derweil Lori Goler. Die Facebook-Managerin teilt Mashable in einem Statement mit: „Wenn wir unsere Büros wieder öffnen, verlangen wir von jedem Mitarbeiter vor Ort in unseren Büros in den USA eine Impfung.“

Keine Impfung, keine Arbeit

Doch nicht nur Facebook und Google setzen auf eine Impfpflicht. Twitter gehörte zu den ersten Firmen, die entsprechende Regelungen erlassen haben. Und auch Netflix als erstes großes Hollywood-Studio fordert nun Impfungen.

Die Impfpflicht beim Streaming-Dienst sieht vor, dass alle Mitarbeiter:innen an allen Filmsets und Produktionen in den USA eine Impfung haben. Das betrifft folglich nicht nur Schauspieler:innen und Regisseur:innen, sondern alle Angestellten, die am Set mitwirken – vom Catering bis zur Reinigungskraft.

Und selbst Joe Biden will den Druck erhöhen. So plant der US-Präsident laut übereinstimmenden Berichten von CNN und New York Times eine Art Impfpflicht. Wer sich von den zwei Millionen Angestellten des Bundes nicht impfen lässt, wird künftig voraussichtlich mit Kontaktbeschränkungen und strengen Teststrukturen im Büro konfrontiert.

Die Botschaft dahinter ist simpel: Es soll schlicht unattraktiv sein, sich nicht impfen zu lassen.

Impfpflicht in Unternehmen in Deutschland nicht möglich

Arbeitnehmer:innen in Deutschland sind von derartigen Regeln (vorerst) nicht betroffen. Hierzulande gibt es keine gesetzliche Impfpflicht für das Coronavirus. Es besteht lediglich das Recht auf eine Schutzimpfung.

„Der Arbeitgeber kann eine solche Impfung grundsätzlich nicht verlangen, es sei denn, sie ist gesetzlich für bestimmte Beschäftigtengruppen vorgeschrieben. Dies ist bei der Corona-Schutzimpfung nicht der Fall. Der Grundsatz der Freiwilligkeit gilt auch mit Blick auf § 23a IfSG“, schreibt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einem Ratgeber.

Allerdings stellt sich selbstverständlich die Frage, wie sich die Situation in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt. Schon jetzt haben zwei wegweisende Urteile gezeigt, dass eine Verweigerung der Maskenpflicht im Job zu Kündigungen führen kann.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

8 Kommentare

  • Ich bin 2 x geimpft also fertig geimpft und bin trotzdem gegen eine Impfpflicht.
    Dies würde für mein Empfinden die Grundrechte verletzen, allerdings tut man das ja inzwischen gerne. So ist zumindest mein Eindruck in den letzten Jahren. Man haut gerne überall mal drauf, Hauptsache es dient der Anerkennung oder dem Provit. Ob positiv oder negativ ist dabei meist egal. Man nennt das auch Populismus und einige Medien und Parteien sind da ganz vorne mit dabei.
    Gegenseitiges hassen, diffamieren auf einander los gehen, ist schon ein Standard geworden in den so genannten sozialen Medien. Mir gefällt dabei der Missbrauch des Wortes sozial gar nicht.
    Zurück zum Impfen. Wir haben bis zum 28.07.2021 61,3 % erst geimpfte.
    Überschlagen wir mal das sich ca. 25 % nicht impfen lassen aus diversen Gründen die auch gesundheitlicher Natur sein können. Auch das erwähnen einige Medien nicht.
    Wenn dann noch berücksichtigt wird, das die Stiko sich immer noch nicht für eine Impfung der 12 bis 16 jährigen ausgesprochen hat, die aber mit gerechnet werden in der Gesamtbevölkerung (genauso wie 0 bis 12 Jahre), dann sind wir doch eigentlich auf einem gutem Weg. Aber das passt natürlich nicht, da es nicht so sensationsgeil ist wie das Ängste schüren mit negativen Schlagzeilen.
    In diesem Sinne, habe die Ehre.

    • Da kann ich mich nur anschliessen. Viele welche nach der ersten Impfdosis heftige Reaktionen zeigen, geben sich die zweite Dosis schon rein aus gesundheitlichen Gründen nicht. Die Impfung ist für ältere Menschen ausgelegt, so dass bei Jugendlichen eine viel höhere Anzahl an Spike-Proteinen produziert wird, wodurch es zu unerwünschten Immunreaktionen kommen kann. Es macht also keinen Sinn eine Strategie für eine willkürlich gewählte Impfquote zu verfolgen.

      Auch die Langzeitwirkung dieser Impfstoffe ist noch nicht bekannt. Es gilt also immer eine Risikoabwägung zu machen, zwischen dem Nutzen und dem potentiellen Schaden einer Impfung. Nur weil das Impfen einer Risikogruppe sinnvoll sein kann, heisst das nicht, dass man die gesamte Bevölkerung mit einem experimentellen Vakzin blind durchimpfen sollte. In den staatlichen Medien scheint man immer irgendwelchen Zahlen (Fälle, Impfdosen, Profite) nachzujagen. Je höher desto brisanter.

      Und was will man mit dem Beschneiden von Grundrechten erreichen? Eine noch stärkere Spaltung der Gesellschaft? Gar Aufstände (siehe Frankreich oder USA) oder bürgerkrieg-ähnliche Zustände? Ich hoffe, diese Abwärtsspirale wird bald unterbrochen. Vom Ängste schüren profitieren nämlich nur Machthungrige und die grossen Pharmaunternehmen.

  • Ich verstehe die Diskussion nicht mehr. Das Thema ist doch durch! Jeder hat ein Impfangebot bekommen, 75% der Erwachsenen in Deutschland haben das Angebot angenommen, die restlichen 25% zögern noch oder wollen nicht. Einige haben sich gegen die Impfung entschieden und wollen sich auch nicht belehren lassen. Warum sollen sich dann alle in ihren Freiheiten beschränken lassen, nur weil einige nicht mitmachen wollen? Deshalb will ich jetzt keine Rücksicht mehr nehmen, will wieder reisen und ohne Maske einkaufen, will wieder Leute treffen und gemeinsam feiern. Also Schluss mit diesem Thema, bitte!

    • äh ne. 49,6 % haben sich vollständig impfen lassen. Nur der Ordnung halber.

      Und ich sehe es genauso. Wir leben hier nicht in einer Diktatur.

      Wer sich nicht impfen lassen möchte mit einem Notfallserum, kann ich auch verstehen.

      Ich sehe es absolut genauso. Die Medien leisten einen Offenbarungseid mit Ihrer Panikmache.

      Und ich werde wohl Netflix kündigen.

  • Muss mich schon wundern:
    „Das betrifft folglich nicht nur Schauspieler:innen und Regisseure, sondern alle Angestellten, die am Set mitwirken – vom Catering bis zur Reinigungskraft.“
    Warum keine Regisseur:innen?
    Gibt es etwa nur männliche „Regieführende“? Traut man Nichtmännlichen zwar das Schauspielern zu nicht aber das Regie führen?

  • Wer ist gefährlicher:
    – ein Geimpfter, der sich nicht mehr testen lässt, sich trotzdem noch infizieren kann und davon dank milder Symptome nichts bemerkt ?
    – ein Ungeimpfter, der sich regelmäßig testen lässt und bei positiven Befund in Isolation geht ?

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