Wirtschaft

Warum (und welche) Rückfragen im Job-Interview wichtig sind

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Pixabay.com / ijmaki
geschrieben von Christian Erxleben

„Haben Sie noch Fragen?“ Das ist wohl die meistgestellte Frage von Personal-Verantwortlichen im Vorstellungsgespräch. Deine Antwort darauf sollte unbedingt „Ja!“ lauten. Warum das so ist und welche Rückfragen gute Rückfragen sind, beantworten wir dir.

„Haben Sie noch Fragen?“ „Ja, ja, ja!“

Ob du nun schon ein, Dutzende oder noch gar kein Vorstellungsgespräch hattest, macht keinen Unterschied. Zumindest von deinen Eltern weißt du in der Regel, dass es wichtig ist, im Bewerbungsgespräch deine eigenen Rückfragen zu stellen, wenn du die Gelegenheit dazu bekommst.

Wenn also im Vorstellungsgespräch die Frage „Haben Sie noch Fragen?“ fällt, solltest du auf keinen Fall schweigen. Vielmehr solltest du die Chance nutzen und die Initiative zum Ende des Vorstellungsgesprächs ergreifen.


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Warum sind Rückfragen im Job-Interview so wichtig?

Grundsätzlich erfüllen deine Nachfragen wahnsinnig viele Aufgaben – manches erfolgt dabei bewusst, anderes unbewusst. Definitiv steht fest, dass du durch Rückfragen im Vorstellungsgespräch dein Interesse an der Stelle noch einmal bekundest. Wer keine Fragen hat, hat vermutlich auch nur wenig Motivation auf der neuen Stelle.

Ebenso bieten dir die Fragen im Bewerbungsgespräch die Möglichkeit herauszufinden, wie dein zukünftiger Job wirklich aussieht. Das heißt: Was erwartet dich im Berufsalltag? Wie groß ist der Unterschied zwischen Stellenausschreibung und Realität? All das kannst du herausfinden.

Welche Rückfragen sind im Vorstellungsgespräch unangebracht?

Doch bevor wir im Detail auf jene Fragen eingehen wollen, die du stellen kannst und solltest, wollen wir die gefährlichen Fragen zu Beginn aus deinem Kopf streichen. Ganz grundsätzlich lassen sich diese Fragen in zwei Bereiche einteilen.

1. Mangelnde Vorbereitung

Der erste gefährliche Bereich für Rückfragen sind allgemeine Fragen zum Unternehmen. Dazu gehören Fragen nach den Niederlassungen des Unternehmens, der Gründung oder der Geschäftsführung.

Warum solltest du diese Fragen nicht stellen? Die Antwort darauf ist simpel. Eben jene Fragen lassen sich im Internet ohne Probleme herausfinden. Wer derartige Rückfragen im Vorstellungsgespräch stellt, offenbart nur, dass er sich nicht vorbereitet hat.

2. Fokus auf Geld und Vorteile

Ebenso solltest du im Gespräch niemals dein Eindruck erwecken, dass du dich nur aufgrund der wirtschaftlichen und persönlichen Vorteile auf eine bestimmte Stelle bewirbst. Es ist in Ordnung, wenn das Gehalt attraktiv für dich erscheint. Allerdings solltest du das den Personal-Verantwortlichen nicht wissen lassen.

Deshalb solltest du Nachfragen zu Beförderungen, Gehaltserhöhungen, Dienstwagen oder Urlaubsregelungen an dieser Stelle nicht stellen.

Selbstverständlich sind diese Fragestellungen berechtigt und wichtig. Allerdings hilft es in diesem Fall, vor dem Bewerbungsgespräch kurz in der Personal-Abteilung anzurufen. Die Mitarbeitenden dort können dir diese Rückfragen schon im Voraus beantworten.

Hinzu kommt, dass die Führungskräfte aus den Fachabteilungen, die das Bewerbungsgespräch mit dir führen, diese Rückfragen in der Regel sowieso nicht beantworten können.

Formuliere deine Rückfragen im Vorstellungsgespräch offen

Jetzt wollen wir zurück zu den richtigen und wichtigen Nachfragen im Job-Interview kommen. Dafür gibt es grundsätzlich eine essenzielle Regel, die du immer anwenden kannst: Formuliere deine Rückfragen offen und nicht geschlossen.

Was heißt das? Achte darauf, dass die Personal-Verantwortlichen nicht nur mit „Ja“ oder „Nein“ (geschlossene Fragestellungen) antworten können. Stattdessen solltest du deine Fragen so formulieren, dass dein Gegenüber ins Reden kommt (offene Fragestellungen).

Ganz konkret sieht das wie folgt aus: Anstelle der Frage „Muss ich auch am Wochenende arbeiten?“ könntest du dich erkundigen: „Wie lässt sich die Arbeit in Ihrer Abteilung Ihrer Erfahrung nach mit einer Familie vereinen? Welche Erfahrungen haben Sie in den letzten Jahren diesbezüglich gesammelt?“

Welche Rückfragen im Vorstellungsgespräch sind besonders hilfreich?

Reden wir Klartext! De facto geht es bei den Rückfragen im Job-Interview darum, herauszufinden, was dich auf der neuen Stelle erwartet, wie die Arbeitsatmosphäre im Team ist und wie dein Arbeitsalltag konkret aussieht.

All das fragst du natürlich nicht direkt heraus. Schließlich wirken direkte Formulierungen oftmals aggressiv und negativ. Wenn du dich erkundigst, ob die Atmosphäre gut ist, fragst du durch die sprichwörtliche Blume, wo die Probleme liegen und unterstellst somit, dass es Probleme gibt.

Diese Fragen kannst du auf die Frage „Haben Sie noch Fragen? stellen, um geschickt herauszufinden, was dich erwartet:

  • Was muss ein Bewerber mitbringen, um erfolgreich im Job zu sein?
  • Welche Eigenschaften zeichnen ihre besten Mitarbeiter:innen aus?
  • Warum arbeiten Sie so gerne für dieses Unternehmen?
  • An welchen Stellen lauert Frustrationspotenzial in diesem Job?
  • Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus?
  • Wie sieht das Team aus, in dem die Stelle verortet ist? Mit wem habe ich Kontaktpunkte?
  • In welcher Form fördern Sie persönliche Stärken und individuelle Talente?
  • Welche Aufgaben hat mein Vorgänger übernommen?
  • Wie spiegelt sich das Image des Unternehmens im beruflichen Alltag wider?

Diese Liste lässt sich noch beliebig fortführen. Allerdings solltest du selbstverständlich darauf achten, dass du dich auf ausgewählte Fragen konzentrierst und kein Verhör daraus machst.

Fazit

Du siehst: Rückfragen im Vorstellungsgespräch sind eine große Chance für dich. Diese Chance solltest du nutzen, um herauszufinden, ob die ausgeschriebene Stelle wirklich auf dich zutrifft.

Bedenke allerdings auch: Das Job-Interview ist nicht der richtige Ort, um deine psychologischen Fähigkeiten auszuprobieren. Stelle einige Fragen, stelle die richtigen Fragen und übertreib es nicht. Wer zu provokant nachfragt, sorgt auf der Gegenseite womöglich sogar für Ablehnung.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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