Smartphone, Tablet, Mobile Payment, digitales Bezahlen in Deutschland

Bargeld, Girokarte und Co.: Wie wollen wir Deutschen bezahlen?

Christina Widner
Unsplash.com / Blake Wisz

Die Deutschen lieben ihr Bargeld – und viele wissen vermutlich nicht, dass sie schon längst kontaktlos bezahlen können. Stimmt dieses Vorurteil wirklich? Wir klären, welche Möglichkeiten für digitales Bezahlen wir Deutschen am liebsten nutzen.

Auf den meisten Karten – in der Regel bei allen, die nicht älter als drei Jahre sind – finden Besitzer:innen ein kleines Zeichen. Häufig wissen sie nicht, wofür es steht. Dieses NFC-Zeichen macht das kontaktlose Bezahlen möglich. Das bedeutet in der Praxis: Du musst die Karte nur kurz auf das Lesegerät halten.

Bis zu einem bestimmten Betrag ist es nicht mehr erforderlich, eine PIN-Nummer einzugeben oder zu unterschreiben. Die Bezahlung dauert dann nur noch wenige Sekunden. In Zeiten von Corona ist das nicht nur eine Zeitersparnis, sondern auch besonders hygienisch.

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Mobile Payment: Ist Deutschland noch nicht bereit?

Schauen wir uns das Bezahlen in asiatischen Ländern an: Dort ist es normal – es wird schon fast verlangt, mit dem Smartphone zu bezahlen. Nicht nur große Läden oder Supermärkte, sondern auch kleine Stände und Händler nutzen diese Art der Bezahlung.

In Deutschland war es ein langer Prozess, dass überhaupt der Großteil der Banken Apple Pay zugestimmt hat. Lieber wollten sie ein eigenes Bezahlsystem einführen. Hierzulande werden nach und nach alle Geschäfte aufgerüstet, sodass das Mobile Payment auch hier möglich ist.

Sicherheit und Transparenz: Typisch deutsch?

Liegt es vielleicht an den typisch deutschen Eigenschaften, dass wir großen Wert auf Sicherheit, unseren Datenschutz und Transparenz legen? Das ist nur eine Vermutung, trifft aber bei vielen zu. Mit Bargeld haben wir – gefühlt – die komplette Kontrolle und mit Girokarte, Kreditkarte oder Smartphone eben nicht.

Das Problem besteht natürlich hauptsächlich in den Köpfen der Menschen, denn per App lassen sich alle Zahlungen auf einen Blick ganz schnell und transparent nachvollziehen.

Wer auf digitales Bezahlen mit Smartphone setzt, sichert seine Zahlungs­daten durch die sogenannte Tokenization technisch ab. Alle Kreditkarten- oder Konto­nummern der Kunden bleiben immer geheim.

Mit der Uhr bezahlen – geht das?

Wer eine kompa­tible Smart­watch besitzt, kann schnell und unkompliziert auch damit bezahlen. Das geht beispielsweise mit einer Apple Watch in Verbin­dung mit einem iPhone.

Wenn du alles eingerichtet hast, wird an der Uhr zweimal die seit­liche breite Taste gedrückt, auf deinem Display die gewünschte Karte ausge­wählt und dann die Uhr an das Karten-Tterminal gehalten. Eine kurze Vibra­tion bestä­tigt den Bezahlvorgang.

Bei Android Smart­watches funk­tioniert das ganz ähnlich, aller­dings muss deine Smartwatch Google Pay unter­stützen, was nicht bei allen Modellen der Fall ist. Eine genaue Erklärung findest du direkt bei Google auf der Hilfe­seite.

Verbesserung durch Corona?

Laut einer Studie zahlen durch die Corona-Pandemie mittlerweile über 60 Prozent an den Kassen kontaktlos mit Girokarte oder mit dem Smartphone. Vermutlich hat jeder von uns die Hinweisschilder gesehen, dass um Kartenzahlung gebeten wird – auch schon ab nur einem Cent.

Plötzlich ist es auch in Bäckereien möglich, seine Brötchen ohne Bargeld zu bezahlen. Vor ein paar Monaten war das, besonders wenn es nicht in der Großstadt war, noch unmöglich.

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Christina Widner ist Service-Redakteurin bei BASIC thinking und BASIC thinking International.