Technologie

Sind QR-Codes sicher oder ein unerkanntes Risiko?

QR-Codes, Sicherheit, Zahlungsmethode, scannen
QR-Codes haben eine unerkannte Sicherheitslücke: die Verbraucher. (Foto: Pixabay.com / geralt)
geschrieben von Marinela Potor

QR-Codes sind praktisch, vielseitig und werden gerne im Alltag genutzt. Doch wie sicher sind QR-Codes eigentlich? Eine neue Untersuchung deckt unterschätzte Sicherheitslücken auf.

Zum Bezahlen, zum Prüfen der Herkunft von Lebensmitteln, als E-Ticket oder sogar für Corona-Apps: QR-Codes sind sehr vielseitig und unkompliziert in der Anwendung und werden entsprechend auch gerne im Alltag eingesetzt.

Doch sind QR-Codes auch sicher? Eine neue internationale Untersuchung zeigt: Es gibt ein verstecktes Risiko – die Verbraucher:innen.


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QR-Codes im Alltag angekommen

Das ist jedenfalls das Ergebnis einer internationalen Befragung des IT-Unternehmens Ivanti. Dazu ließ Ivanti sowohl im September 2020 als auch Anfang 2021 über 4.000 Verbraucher:innen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Japan, Großbritannien sowie in den USA zu ihrer Nutzung von QR-Codes befragen.

Dabei wurde deutlich, dass sich der Einsatz von QR-Codes im vergangenen Jahr stark erhöht hat. Das ist sehr wahrscheinlich auf Corona zurückzuführen. Schließlich bieten QR-Codes auf mobilen Geräten eine kontaktlose Möglichkeit, um zu zahlen oder Informationen vorzuzeigen.


In Kürze: So funktioniert ein QR-Code

QR steht für Quick Response (schnelle Antwort). Man könnte sie auch als Weiterentwicklung der Barcodes bezeichnen, die wir beispielsweise vom Einscannen von Produkten im Supermarkt kennen. Anders als Barcodes speichern sie Daten aber zweidimensional ab und haben somit sehr viel größere Speicherkapazitäten.

Zum Lesen braucht es lediglich ein Smartphone und manchmal eine entsprechende App. Die Apps sorgen dafür, dass die Handy-Kamera zum Code-Leser wird und die QR-Codes scannen kann. Oftmals leiten QR-Codes zu Internetseiten weiter, wie etwa Rezept-Tipps zum gekauften Gericht.

Weitere Anwendungen sind das Entschlüsseln von Kontaktinformationen oder auch von Codes –, etwa beim Online-Banking.


So überrascht es nicht, dass eine Großzahl der Befragten (93 Prozent) im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen QR-Code für finanzielle Transaktionen nutzten. Allein in Deutschland gaben 80 Prozent an, im letzten Jahr mindestens einmal einen QR-Code genutzt zu haben.

Hohes Vertrauen in QR-Codes

Die meisten dieser Nutzer:innen waren zudem offenbar sehr zufrieden mit der Technologie, denn das Vertrauen in die schwarz-weißen Kacheln ist gestiegen. 40 Prozent der Befragten sagten, dass sie aktuell keine Bedenken haben, die Codes zu nutzen. Im vorigen Jahr sagten dies nur 37 Prozent.

Doch mit dem steigenden Vertrauen und mehr Neulingen offenbart sich auch ein verstecktes Risiko: Viele scheinen die Technologie nicht richtig zu verstehen und überschätzen sogar ihr eigenes Verständnis. Genau das macht QR-Codes weniger sicher.

QR-Codes sicher? Das hängt vom User ab

Denn wie nahezu jede digitale Technologie, können natürlich auch QR-Codes gehackt oder missbraucht werden. Es ist etwa möglich, über die Codes das Telefon zu „entführen“ und so zum Beispiel ohne das Wissen der Besitzer:innen einen Anruf zu tätigen, etwas zu bezahlen oder sogar den Standort herauszufinden.

Auch können QR-Codes User auf eine Malware-Seite oder zu Spam-Inhalten weiterleiten.

Nur: Viele wissen das nicht. So sagten etwa 36 Prozent der Deutschen in der Ivanti-Befragung, dass ihr QR-Code mindestens einmal eine unerwartete Aktion ausgeführt habe oder sie zu einer verdächtigen Website weiterleitete, und das, obwohl 51 Prozent vorher behauptet hatten, sie könnten einen böswilligen QR-Code angeblich erkennen.

Lediglich 42 Prozent hatten außerdem eine Sicherheitsanwendung auf ihren mobilen Geräten installiert.

QR-Codes: Sicher, wenn Verständnis steigt

So gibt es also eine Diskrepanz zwischen Verständnis, Sicherheitsbewusstsein und dem eigentlichen Verhalten. Genau dieses Unwissen können Verbrecher natürlich ausnutzen, was insbesondere bei Finanz-Transaktionen schmerzhaft für Opfer werden kann.

Gerade weil so viele Anwender:innen die QR-Codes aber als sicher und praktisch empfinden und sie gerne auch künftig nutzen möchten, wäre es daher wichtig, dass sich sowohl das Risikobewusstsein als auch das Verständnis für die Technologie verbessert.

Denn: Je besser Verbraucher:innen informiert sind, desto sicherer sind QR-Codes.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

2 Kommentare

  • „ Es ist etwa möglich, über die Codes das Telefon zu „entführen“ und so zum Beispiel ohne das Wissen der Besitzer:innen einen Anruf zu tätigen, etwas zu bezahlen oder sogar den Standort herauszufinden.“

    Woher kommt diese Information? Klingt nicht sehr realistisch.

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