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Interview: Ist Remote Work das neue Arbeitsmodell?

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Panorama3000

Seit der Pandemie gehört Remote Work zu fast allen Unternehmen. Aber wie geht es den Unternehmen damit wirklich? Wir haben uns mit Thomas Praus, Geschäftsführer von PANORAMA3000, unterhalten und festgestellt, dass es immer Herausforderungen gibt – auch, wenn es eigentlich gut läuft.

BASIC thinking: Hallo Thomas! Schön, dass du Zeit für ein Interview mit uns hast. Kannst du uns erklären, was PANORAMA3000 ist?

Thomas Praus: PANORAMA3000 ist eine post-digitale Kreativagentur. Wir sind mit Social Media großgeworden, bevor es das eigentlich gab. Wir kümmern uns um die Strategie und Organisation von Unternehmen, die Vernetzung mit Kunden aber auch Content-Kreation und wir bauen digitale Produkte.

PANORAMA3000 hat ein breites Kundenspektrum – dazu gehört der Buchhändler Thalia und der Forst- und Gartengeräte-Hersteller STIHL. Wir sind also Expert:innen in unterschiedlichen Themen, aber vor allem Nachhaltigkeit und Demokratie spielen für uns eine große Rolle. Danach suchen wir bewusst unsere Kund:innen aus.

PANORAMA3000 Interview Remote Work

Thomas Praus im Interview mit BASIC thinking

War die Umstellung zum Remote Work seit der Pandemie für euch schwer?

Die Umstellung ist uns überraschend leicht gefallen. Wir hatten vorher schon sehr gute digitale Strukturen, haben u.a Asana, Google Drive und Slack genutzt. Deswegen war die Umstellung ins Home Office für uns garnicht schwer. Wir mussten lernen, wie man das Teamgefühl behält. Das war eigentlich die große Herausforderung.

Die Projektarbeit ist seither fast effizienter, ich denke das werden viele bestätigen. Wenn man sich beispielsweise die Fahrt zur Arbeit spart, zwischendurch auch andere Dinge machen kann und auch Familie mit der Arbeit leichter vereinbaren kann, dann sind das große Vorteile, die wir auch weiterhin nutzen werden.

Vorher waren wir komplett in Berlin in einem schönen Büro, das haben wir auch immer noch. Aber es kommt nicht mehr jeder jeden Tag. Deswegen wollen wir das Büro umgestalten und eher einen Raum für Begegnungen schaffen. Also nicht mehr nur Schreibtische, sondern Inseln und Bereiche, bei denen man gemeinsam arbeiten kann oder auf Sesseln sitzt, um Ideen zu finden.

Remote Work als neues Arbeitsmodell

Das heißt bei PANORAMA3000 bleibt das Grundprinzip bei Remote Work? Wie sieht es mit dem Teamgefühl in Zukunft aus?

Ja! Wir haben einen Betriebsrat, ungewöhnlich für eine Agentur, aber für uns extrem wichtig, um alle Interessen auszugleichen. Es wurde eine Vereinbarung für die Zukunft getroffen, bei der beschlossen wurde, dass jeder so arbeiten darf, wie er oder sie möchte. Das heißt, es gibt keine Ansage, ins Büro zu kommen, sondern da zu arbeiten, wo man will. Voraussetzung ist dafür natürlich, dass alle Teammitglieder genauso gut wie vorher zusammen arbeiten können.

Andererseits haben wir überlegt, zu welchen Anlässen man bewusst zusammenkommt. Das ist dann wiederum eine sehr schöne Aufgabe, weil es dann um Dinge geht, die nichts mit der Arbeit zu tun haben.

Das geht dann über den typischen Betriebsausflug hinaus und eher Anlässe wie gemeinsames Essengehen oder Bowlen, also kleine schöne Sachen, wo man sich über Dinge unterhalten kann, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Denn das fällt ja genau weg, wenn man sich nicht mehr täglich im Büro trifft.

Gerade für neue Kolleg:innen ist es eine Herausforderung ins Team zu kommen und genau das wollen wir dadurch schaffen.

Was ist eure New Work Policy?

Unsere Betriebsvereinbarung wurde gemeinsam beschlossen. Denn uns ist besonders wichtig, dass jeder selbstbestimmt arbeiten kann. Man hat die Freiheit, die Arbeit so zu erledigen, wie man es am besten kann. Die Verantwortung dabei ist natürlich groß. Aber das ist doch genau das Schöne daran, dass man eben nicht genau vorgeschrieben bekommt, wie und wo man arbeiten soll.

Die Gewissheit über die Zukunft ist das Wichtigste

Haben alle Mitarbeiter:innen mitgespielt?

Ja! Es fanden wirklich alle Mitarbeiter:innen toll, dass es sowas überhaupt gibt. Denn das Schlimmste ist eigentlich eine Unsicherheit zu haben. Müssen wir zurückkommen? Darf ich ins Büro kommen? Die Haltung war eigentlich schon immer da, und das jetzt nochmal in einer Vereinbarung zu manifestieren – das kam gut an.

Hast du Tipps für Unternehmen, die noch nicht so weit sind wie ihr?

Man muss sich einfach Gedanken machen und definieren, was man wirklich möchte. Nicht von oben herab, sondern zusammen mit allen Mitarbeiter:innen. Corona war der Anlass, aber dahinter steckt viel mehr. Der Trend muss erkannt und von der Geschäftsführung umgesetzt werden. Einfach zu behaupten, es wird wieder wie früher, ist keine Lösung.

Remote Work wird also immer ein Teil von der Arbeit bleiben?

Auf jeden Fall. Wir alle haben aber auch gemerkt, dass man nicht nur Zuhause sitzen kann. Viele vermissen das Bürogefühl und den Austausch, deswegen werden Büros auch nicht abgeschafft werden. Sie werden sich nur verändern, deswegen braucht man beides. Einen Ort Zuhause und einen Ort, an dem man sich als Team treffen kann.

PANORAMA3000 Interview

Thomas Praus, Geschäftsführer von PANORAMA3000 im Home Office

Aber: Muss das Büro noch immer so groß sein? Oder reicht ein kleineres Büro? Da stellt sich die Frage der Effizienz. Es wird einfach flexibler und hybrider in Zukunft.

Wie wird sich eigentlich die Jobsuche entwicklen?

Wir können uns super vorstellen auch Leute einzustellen, die überhaupt nicht in Berlin wohnen. Ich bin total gespannt, wie sich das in Zukunft entwickelt und wie das angenommen wird. Denn es wird nicht einfacher, gute Mitarbeiter:innen zu finden.

Aber es kommt auch auf die Bindung an: Denn durch das Teamgefühl kann erreicht werden, dass sich Mitarbeiter:innen wohlfühlen und nicht so schnell wechseln. Bei uns ist es also auf jeden Fall möglich, ich selbst wohne auch nicht in Berlin. Ich fahre ab und zu mal nach Berlin und das gibt mir dann viel Energie. In genau diese Richtung kann es sich auch entwickeln.

Vielen Dank für das Gespräch!

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