Wirtschaft

EU bereitet Kartellrechtsklage gegen Apple Pay vor

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Unsplash.com / Christian Koepke
geschrieben von Maria Gramsch

Apple steht in der Europäischen Union vor einer Kartellklage. Die EU-Wettbewerbshüter:innen haben die NFC-Chiptechnologie von Apples mobilem Zahlungssystem Apple Pay ins Visier genommen. Bei einer Verurteilung droht dem iPhone-Konzern eine hohe Geldstrafe.

Die Praktiken der großen Tech-Konzerne wie Apple oder Facebook sind beliebte Ziele für die EU-Wettbewerbshüter:innen. Einmal mehr steht nun Apple im Fokus der Ermittlungen, wie Reuters berichtet.

Grund sind die Einstellungen beim mobilen Bezahlsystem Apple Pay. Denn die hier verbaute NFC-Chiptechnologie könnte dem Konzern nun eine EU-Kartellklage einhandeln, wie Insider gegenüber Reuters bestätigen.

Die Untersuchung von Apple Pay

Bereits im Juni 2020 hat EU-Wettbewerbshüterin Margrethe Vestager Apple und sein mobiles Bezahlsystem ins Visier genommen. Die Untersuchungen sollen nun in einer EU-Kartellklage gipfeln.

Ursprünglich tauchten bei den Ermittlungen mehrere Punkte auf. So untersuchte die EU-Wettbewerbsbehörde neben der NFC-Technologie auch die Nutzungsbedingungen von Apple Pay sowie den Ausschluss von konkurrierenden Zahlungssystemen.

Droht Apple nun eine teure Strafzahlung?

Inzwischen haben die Wettbewerbshüter:innen den Fokus ihrer Untersuchungen auf die NFC-Chiptechnologie gelegt. So bereiten die EU-Wettbewerbshüter:innen aktuell eine Mitteilung ihrer Beschwerdepunkte vor. Die soll dann im kommenden Jahr – also 2022 – an Apple überstellt werden.

Eine Verurteilung könnte den Konzern dabei teuer zu stehen kommen. Denn die EU-Wettbewerbsbehörde darf Bußgelder in Höhe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes eines Konzerns ansetzen. Bei Apple belief sich diese Zahl im Jahr 2020 auf 27,4 Milliarden US-Dollar.

Außerdem könnte die EU Apple zwingen, sein mobiles Zahlungssystem für andere Betreiber zu öffnen.

Die Geschichte von Apple Pay

Bereits im Jahr 2014 hat Apple sein mobiles Bezahlsystem in den USA eingeführt. In Deutschland startete der Dienst hingegen erst im Dezember 2018.

Im Jahr 2020 haben rund zwölf Prozent der Verbraucher:innen in Deutschland mobile Zahlungssysteme via Smartphone oder Wearable verwendet. Rund 41 Prozent davon nutzten Apple Pay. Im Jahr zuvor waren es noch ach Prozent weniger – ein Effekt, der unter anderem durch die Corona-Pandemie verstärkt wurde.

Laut Prognosen wird das Transaktionsvolumen für mobiles Bezahlen im Jahr 2021 bei rund 16,7 Milliarden Euro liegen. Bis 2025 soll diese Zahl auf knapp 50 Milliarden ansteigen.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

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