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Facebook-Kampagnen werden durch Apple-Tracking teurer und ineffektiver

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Unsplash.com / Timothy Hales Bennett
geschrieben von Maria Gramsch

Seitdem Apple die Zustimmung aller Nutzer:innen zum Tracking einfordert, leidet das Werbe-Business von Facebook spürbar. Selbst das soziale Netzwerk muss jetzt eingestehen, dass die Facebook-Kampagnen teurer und ineffizienter geworden sind. 

Apples Ankündigung, künftig bei allen externen Apps nach der Zustimmung für das sogenannte App-Tracking zu fragen, hat in der Werbebranche für ziemlichen Unmut gesorgt.

Vor allem Facebook hat versucht, sich gegen die damals noch bevorstehenden Änderungen durch das Update auf Apples Betriebssystem iOS 14 zu wehren. Doch inzwischen ist die Änderung Realität und die Auswirkungen vor allem auch für Facebook spürbar geworden.

Neue Regelung für das App-Tracking auf iPhones

Seit Anfang 2021 schränkt Apple bei Geräten, die mit dem Betriebssystem iOS 14 (oder neuer) laufen, das Web-Tracking persönlicher Nutzerdaten ein. Vielen iPhone-Nutzer:innen dürfte das Pop-up für das App-Tracking inzwischen also bekannt vorkommen.

Ende Dezember 2020 hatte Facebook noch versucht, dieses Pop-up abzuwenden. Dafür hat der Konzern eine groß angelegte Kampagne in der Business Suite gestartet – der Titel: „So können die Änderungen von Apple deine Marketingaktivitäten beeinträchtigen.“

Doch das war nicht der einzige Punkt, der App-Anbieter verärgert hat. Einer der größten Kritikpunkte war auch, dass Apple die Einstellungen für das App-Tracking nur für Drittanbieter-Apps abfragen wollte. Die eigenen Apple-Apps blieben zunächst von der Änderung unberührt.

Doch hier hat der iPhone-Konzern inzwischen eingelenkt. Mit der Einführung von iOS 15 fragt Apple nun auch bei den eigenen Apps nach.

Kosten für Facebook-Kampagnen steigen nach Apple-Update

Wie erwartet, wirken sich die Änderungen bei Apple auf das Werbegeschäft von Facebook aus. Facebooks Vice President of Product Marketing Graham Mudd schreibt in einem Blog-Beitrag, dass von vielen Werbekund:innen signalisiert worden sei, „dass die Auswirkungen auf Ihre Werbeinvestitionen größer waren, als Sie erwartet hatten.“

Dabei seien auch die Kosten für das Erreichen der Werbeziele „möglicherweise gestiegen“. Außerdem hätten die Änderungen es erschwert, die Kampagnen zu messen.

15 Prozent weniger Conversions von Apple-Nutzern

Mudd führt dafür unter anderem an, dass Facebook „die iOS-Webkonversionen insgesamt um etwa 15 Prozent zu niedrig“ ausweist. Dabei gebe es jedoch enorme Schwankungen bei den einzelnen Kund:innen.

Facebook arbeite derweil weiter an einer Lösung für das Problem. Der Konzern sei diesbezüglich „optimistisch“. Facebook arbeite an Technologien, die gleichzeitig den Datenschutz verbessern sollen, indem sie weniger personenbezogene Daten verarbeiten.

Gleichzeitig soll es aber dennoch möglich sein, „personalisierte Anzeigen zu schalten und deren Wirksamkeit zu messen.“ Die Entwicklung dieser neuen Technologie werde noch „einige Zeit in Anspruch nehmen.“

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und seit 2021 freie Autorin bei BASIC thinking. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ bei dem Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet unter anderem für turi2.de und die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm.

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