Technologie

Wissenschaftler entwickeln Impfpflaster aus dem 3D-Drucker

Oberarm, Pflaster, Impfpflaster
unsplash.com/ Towfiqu barbhuiya
geschrieben von Fabian Peters

Wissenschaftler:innen der University of North Carolina in Chapel Hill haben ein Impfpflaster aus dem 3D-Drucker entwickelt. Die Impfung per Pflaster könnte schon bald eine schmerzfreie Alternative zur Spritze darstellen. Wir erklären die Hintergründe.

Impfpflaster aus dem 3D-Drucker

Forscher:innen der Stanford University und der University of North Carolina (Chapel Hill) haben ein Impfpflaster entwickelt, das aus einem 3D-Drucker stammt. Es soll weitaus effektiver als herkömmliche Impfungen sein und ist zudem schmerzfrei.

Die Methode könnte künftig nicht nur bei den Covid-19-Vakzinen, sondern auch bei Impfungen allgemein zum Einsatz kommen. Anhand von Tierversuchen konnten die Wissenschaftler:innen bereits erste Ergebnisse gewinnen.


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Der Effekt des Impfpflasters ist laut einer im Wissenschaftsmagazin PNAS veröffentlichten Studie sogar zehnmal höher als bei klassischen Impfungen.

Wie funktioniert das Impfpflaster?

Das neuartige Impfpflaster besteht aus Polymer, einer hochmolekularen Kunststoffverbindung. Per 3D-Drucker haben die Wissenschaftler:innen es mit winzigen Mikronadeln beschichtet. Diese sind so klein, sodass wir sie auf der Haut nicht spüren.

Bevor das Impfpflaster jedoch zum Einsatz kommen kann, müssen die Mikronadeln mit dem Impfstoff benetzt werden. Anschließend können Impfwillige das Pflaster laut den Forscher:innen quasi an jede beliebige Stelle an Gesäß, Bauch oder Oberkörper kleben.

Die Mikronadeln des Polymer-Pflasters sind dabei so klein, dass sie die Hautoberfläche nur minimal durchdringen. Die Methode soll daher schmerzfrei sein. Zudem könnten Impfwillige das Pflaster selbst anwenden. Die Anwesenheit von Fachpersonal sei überflüssig.

Impfung per Pflaster: Eine schmerzfreie Alternative zur Spritze?

Laut den Studienergebnissen könne der Körper wesentlich schneller auf das Impfpflaster reagieren als bei einer herkömmlichen Spritze. Denn die Mikronadeln bringen den Impfstoff direkt unter die Haut. Dort sitzen die für unser Immunsystem so wichtigen T-Zellen, die unmittelbar reagieren und die Produktion von Antikörpern anregen können.

Erste Versuche an Mäusen haben dabei gezeigt, dass die Antikörper durch eine Pflaster-Impfung im Blut eine 10- bis 50-fach höhere Konzentration aufweisen, als bei einer Spritze.

Rein theoretisch ist bei einer Impfung per Pflaster sogar weniger Impfstoff vonnöten. Eine Spritze wäre in jedem Fall überflüssig. Das wiederum wäre ein Vorteil für Menschen mit einer Phobie.

Wissenschaftler:innen weltweit forschen bereits seit geraumer Zeit an Impfmethoden per Pflaster. Dank höherer Produktionskapazitäten und fortschrittlicher 3D-Drucker, könnte das Impfpflaster jedoch schon bald in der Praxis zum Einsatz kommen. Bis dahin seien laut den Forschenden jedoch noch zahlreiche Untersuchungen und Studien notwendig.

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Über den Autor

Fabian Peters

Schreibt seit Januar 2021 für BASIC thinking. Studierte Germanistik & Politikwissenschaft and der Universität Kassel (Bachelor), Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master). Hat bereits für die Frankfurter Rundschau sowie die Magazine Pressesprecher und Politik&Kommunikation geschrieben.

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